Ausländische Unternehmen verstärken KI-gestützte Investitionsstrategien für China
In der Vergangenheit verließen sich ausländische Institutionen, die in China investierten, auf erfahrene China-Experten, die mit der chinesischen Wirtschaftspolitik und Marktdynamik vertraut waren. Die Branche wendet sich nun jedoch neuen Lösungen zu.
Eine Besucherin posiert mit einem humanoiden Roboter auf der Global Artificial Intelligence Machines and Elecronics Expo 2025 in Macau in Südchina. 4. Dezember 2025. (Foto: Xinhua)
Mehrere internationale Vermögensverwaltungsgesellschaften haben begonnen, künstliche Intelligenz (KI) in ihre Investmentanalysen für den chinesischen Markt zu integrieren.
So hat beispielsweise der Hedgefonds-Riese Bridgewater Associates kürzlich eine Stelle als „Chinese Policy AI Research Associate“ ausgeschrieben. Die in New York angesiedelte Position erfordert fließendes Chinesisch, ein fundiertes Verständnis der chinesischen Regierungsstruktur und des KI-Ökosystems sowie Kenntnisse im Umgang mit KI und großen Sprachmodellen. Das Jahresgehalt liegt zwischen 160.000 und 225.000 US-Dollar. Greg Jensen, Co-Chief Investment Officer des Unternehmens, erklärte einmal, dass das Unternehmen das Potenzial habe, seine Einstellungsstrategie und die Zusammensetzung seines Personals zu verändern, um mehr Datenwissenschaftler einzustellen.
Neben der Schaffung neuer Stellen hat Bridgewater in den letzten Jahren seine Bemühungen verstärkt, KI für Marktprognosen und die Steigerung der Rentabilität zu nutzen. 2023 gründete das Unternehmen das Artificial Investment Associate Lab, um seinen gesamten Anlageansatz auf maschinelles Lernen umzustellen. Im darauffolgenden Jahr legte Bridgewater einen Fonds auf, der bei Anlageentscheidungen primär auf maschinellem Lernen basiert.
Bridgewater ist mit seinen KI-Aktivitäten nicht allein. Viele globale Institutionen wenden die Strategie „KI + Investment“ ebenfalls an, wenn sie sich auf dem chinesischen Markt engagieren.
Der US-amerikanische Vermögensverwalter BlackRock hat eine systematische aktive Aktienstrategie entwickelt, die alternative Daten und KI integriert. Dieser Ansatz nutzt KI auf zwei Arten. Erstens, um Texte aus Nachrichten, sozialen Medien und Forschungsberichten zu analysieren, die Marktstimmung zu erfassen und subtile Veränderungen der Unternehmensfundamentaldaten zu identifizieren. Zweitens, um die Bedeutung dieser zahlreichen Hinweise neu zu bewerten. Dadurch könnten Anlagestrategien schneller auf Marktveränderungen reagieren, so Wang Xiaojing, Chief Investment Officer bei BlackRock und verantwortlich für Aktien, Multi-Asset-Strategien und quantitative Anlagen.
BlackRock habe bereits ein global skaliertes Modell entwickelt, das vollständig auf maschinellem Lernen basiert. Allerdings sei die Anwendung dieses Modells in Strategien für den chinesischen Markt noch begrenzt und befinde sich erst in einem frühen Stadium, sagte Wang in einem Interview mit dem „China Securities Journal“, der Finanzzeitung von Xinhua.
Besucher bei der Vorführung eines humanoiden Roboters und eines Roboterhundes am Stand von Honor auf dem World Mobile Congress 2025 in Barcelona (Spanien). 3. März 2025. (Foto: Xinhua/Zhao Dingzhe)
Laut dem in Guangzhou ansässigen Unternehmen Xuanyuan Investment ist der Einsatz von KI für makroökonomische Analysen in der Branche nichts Neues. Das Unternehmen hebt die zukünftigen Auswirkungen von KI auf die Investmentanalyse hervor und prognostiziert, dass KI zentrale Aufgaben wie die Datensortierung übernehmen und die Effizienz der Analyse steigern wird, während die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zum Standard wird.
Branchenkenner sehen in der Verlagerung des Fokus von China-Experten hin zu Algorithmen ein Indiz dafür, dass ausländische Großinvestoren ihre KI-gestützte Investmentanalyse intensivieren. Dies liegt nicht nur am Branchentrend hin zur KI-Nutzung, sondern auch an der wachsenden Bedeutung des chinesischen Marktes.
Mehrere globale Investmentgesellschaften äußerten sich in ihren Jahresausblicken optimistisch hinsichtlich der Gesamtperformance chinesischer Anlagen im Jahr 2026 und betonten, dass die langfristigen Wachstumsaussichten für Chinas Technologiesektor weiterhin solide seien.
Zhang Xiaomu, Fondsmanager bei Fidelity, geht davon aus, dass chinesische Wachstumsaktien in den ersten drei Quartalen dieses Jahres überdurchschnittlich performen werden und Sektoren wie KI, Luft- und Raumfahrt, die Low-Altitude-Economy und innovative Konsumgüter eine starke Performance erzielen werden.












