Konsumboom zum Frühlingsfest
Ausländische Marken bringen zum Jahr des Pferdes Sondereditionen auf den Markt
Kurz vor dem Frühlingsfest (dem chinesischen Neujahr) greifen zahlreiche ausländische Marken erneut die Motive der chinesischen Tierkreiszeichen auf. Sie bringen limitierte Sondereditionen zum Jahr des Pferdes heraus – von Kopfhörern und Bekleidung über Uhren bis hin zu Wohnaccessoires –, um vom saisonalen Konsumhoch zu profitieren.

Analysten sehen darin eine Verbindung von kultureller Sensibilität und kommerziellem Gespür – und zugleich ein Zeichen für das Vertrauen internationaler Unternehmen in die Widerstandsfähigkeit des riesigen chinesischen Marktes.
Vor dem Hintergrund der nationalen Strategie zur Ausweitung der Binnennachfrage im Zeitraum des 15. Fünfjahresplans (2026–2030) wird mit einem deutlichen Anstieg des Konsums gerechnet, der ausländischen Unternehmen weitere Chancen eröffnen dürfte.
Vor allem internationale Schuhmarken sind früh aktiv geworden. So brachte etwa Nike jüngst den Sneaker Nike Dunk Low SE „CNY“ auf den Markt, dessen Ferse mit einem geflügelten Pferd und Wolkenmotiven verziert ist – Symbole für Glück und Aufbruch im Jahr des Pferdes. Converse stellte unter dem Motto „Taking Flight“ eine entsprechende Schuhkollektion vor.
Auch der US-Technologiekonzern Apple lancierte eine limitierte Sonderausgabe der AirPods Pro 3 zum Jahr des Pferdes. Das Ladecase ist mit einem gravierten Pferde-Emoji versehen, wie aus Angaben auf der chinesischen Apple-Website hervorgeht.
Der schwedische Einrichtungskonzern IKEA bringt bereits im fünften Jahr in Folge eine eigene Frühlingsfest-Kollektion heraus. Rund 25 neue Produkte zum Jahr des Pferdes werden seit Dezember 2025 auf dem chinesischen Festland verkauft.
Die starke Resonanz auf die Tierkreisprodukte spiegele nicht nur den Wunsch nach Individualisierung und Vielfalt wider, sondern auch die tiefe emotionale Bindung der Verbraucher an die traditionelle chinesische Kultur, erklärte Zhang Yi, CEO des Forschungsinstituts iiMedia Research. Das Frühlingsfest sei eine zentrale Konsumsaison, die ausländische Unternehmen nicht ignorieren könnten.
Nach Angaben des Beratungsunternehmens Roland Berger wandelt sich Chinas Konsumstruktur derzeit rasch: weg von der reinen Bedarfsdeckung hin zu entwicklungs- und erlebnisorientiertem Konsum. Dies geht aus dem am 8. Januar veröffentlichten China Annual Trends Report hervor.
Die chinesische Regierung hat die Ausweitung der Binnennachfrage zu einer strategischen Priorität erklärt und Initiativen wie das „Jahr der Konsumförderung“ gestartet. Ziel ist es, von quantitativer Befriedigung zu qualitativer Aufwertung überzugehen, Konsum-Upgrades zur Förderung von Innovationen auf der Angebotsseite zu nutzen und qualitativ hochwertiges Wirtschaftswachstum zu unterstützen.
Die Binnennachfrage ist inzwischen zu einem zentralen Beobachtungspunkt für die internationale Bewertung der chinesischen Wirtschaft geworden. Im Jahr 2025 überschritten Chinas Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern erstmals die Marke von 50 Billionen Yuan (rund 7,17 Billionen US-Dollar) – ein Beleg für das Potenzial des chinesischen Verbrauchermarktes.













