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Globale Unsicherheiten

Deutsche Unternehmen wenden sich China zu

german.china.org.cn  |  
09.02.2026

Angesichts zunehmender globaler Unsicherheiten im Jahr 2025 haben deutsche Unternehmen ihre Investitionen in den USA zurückgefahren und stattdessen verstärkt auf China gesetzt, wo sie eine größere politische Vorhersehbarkeit und ein größeres Wachstumspotenzial sehen.

Das Foto vom 21. Januar 2022 zeigt einen Blick auf den BASF-Verbundstandort in Zhanjiang in der südchinesischen Provinz Guangdong. (Xinhua)

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sanken die deutschen Direktinvestitionen in die USA zwischen Februar und November 2025 im Jahresvergleich um rund 45 Prozent, während die Investitionen in China um über 50 Prozent anstiegen.

Die Veränderung zeigt sich nicht nur in den Daten, sondern auch in der Stimmung der Unternehmen. In jüngsten Interviews in Berlin, München und anderen Wirtschaftszentren beschrieben deutsche Manager den US-Markt deutlich vorsichtiger. „Unsicherheit” ist zu einem dominierenden Thema geworden, da Unternehmen Schwierigkeiten haben, die mittelfristige politische Entwicklung einzuschätzen.

Diese erhöhte Unsicherheit wirke sich direkt dämpfend auf Investitionen und Handel aus, sagte Samina Sultan, Ökonomin am IW. Die aktuelle US-Wirtschaftspolitik schwäche das Vertrauen der Unternehmen, belaste die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und allmählich auch die Attraktivität des Landes als Ziel für langfristige Investitionen.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2026 verriet Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns, dass zollbedingte Kosten den Gewinn des Konzerns in den ersten drei Quartalen 2025 um rund 2,1 Milliarden Euro geschmälert hätten.

Häufige Änderungen der Zollpolitik erschwerten es Märkten, stabile Erwartungen zu bilden, und untergrüben das Vertrauen in langfristige Investitionen, meinte Hermann Simon, renommierter deutscher Ökonom, der auch als Vater der „Hidden Champions“-Theorie gilt.

Gleichzeitig wird China für deutsche Unternehmen immer attraktiver. Laut Daten des IW beliefen sich die neuen deutschen Direktinvestitionen in China im Jahr 2025 auf rund 7 Milliarden Euro – deutlich mehr als die etwa 4,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Michael Schumann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, führte diesen Trend auf Chinas umfassendes industrielles Ökosystem und das stabile politische Umfeld zurück, das es Unternehmen ermöglicht, langfristiger zu planen und mit größerer Sicherheit zu operieren.

Längerfristige Daten stützen diese Ansicht. Unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Bundesbank gab das IW an, dass zwischen 2010 und 2024 die jährlichen neuen Direktinvestitionen Deutschlands in China im Durchschnitt rund 6 Milliarden Euro betrugen, wobei ein erheblicher Teil aus der Reinvestition der vor Ort erzielten Gewinne stammte.

Noch wichtiger ist, dass deutsche Unternehmen mittlerweile über den ersten Markteintritt hinausgehen und sich stärker in China integrieren, indem sie wichtige Geschäftsbereiche wie Beschaffung sowie Forschung und Entwicklung zunehmend lokalisieren.

In ihrer Umfrage zum Geschäftsklima 2025/2026 gab die Deutsche Handelskammer in China (AHK China) bekannt, dass 93 Prozent der Befragten angaben, auch weiterhin auf dem chinesischen Markt tätig sein zu wollen. Dies spiegelt einen größeren Optimismus als vor einem Jahr wider.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: deutsche Unternehmen,China,USA