Energie für das Frühlingsfest
Turbinen statt Feiertagsruhe: Wie das Hequ-Kraftwerk die Stromversorgung sichert Exklusiv
Von Ren Bin
Auch während des chinesischen Neujahrsfests bleiben Mitarbeiter des Hequ-Kraftwerks im Einsatz. Mit routinierten Wartungen, Schulungen vor Ort und Unterstützungsstrukturen stellen sie sicher, dass die Generatoren und Turbinen störungsfrei weiterlaufen.
Im Kreis Hequ in Xinzhou, einer Stadt in der nordchinesischen Provinz Shanxi, liegt das Kraftwerk, das der China Shenhua Energy Co. Ltd unterstellt ist. Im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfests läuft die Arbeit dort auf Hochtouren: Betritt man die Halle der Wartungsabteilung, sieht man Instandhalter, die Pumpen prüfen, Vibrationen messen und Messreihen vergleichen – Routinearbeiten, die einen reibungslosen Netzbetrieb sichern.

„Das Neujahrsfest ist für uns eine entscheidende Phase“, sagt Wang Hongbo, der stellvertretende Leiter der Abteilung. Die planmäßigen Abschaltungen während der Urlaubstage werden genutzt, um gezielte Wartungen vorzunehmen und technische Schwachstellen zu beseitigen. Parallel dazu stehen erfahrene Techniker in Bereitschaft, damit es zu keinen Ausfällen kommt.
Der Arbeitsalltag im Werk folgt strengen Prozeduren: mehrmalige Inspektionen pro Tag, lückenlose Protokollierung von Temperaturen und Vibrationen sowie ein engmaschiges Meldesystem bei Abweichungen. „Erfahrene Mitarbeiter können allein mit dem Tastsinn den Zustand eines Geräts einschätzen – manchmal sogar noch besser als anhand der Zahlen. Es ist wie ein Gespräch mit einem alten Freund: Vibrationen und Temperatur geben Feedback“, beschrieb Wang, als er kurz die Hand auf eine laufende Maschine legte.
Junge Mitarbeiter werden praktisch ausgebildet und die erfahrenen Kollegen geben ihr Wissen direkt am Gerät weiter. „In unserem Team gilt das Prinzip ‚Weitergeben, Helfen, Anleiten‘. In jedem Fachbereich gehen erfahrene Kräfte voran – wir lernen an ihrer Seite, packen mit an und werden nach und nach selbst verantwortlich“, so der junge Techniker Zhou Xiaohui, der ein Notizbuch voller praktischer Hinweise in der Hand hält.

Für viele Beschäftigte wie den 35-jährigen Zhang Kai bedeutet der Dienst an Feiertagen auch, auf Zusammentreffen mit der Familie zu verzichten. Er kommt nämlich aus der Provinz Shandong, die mehrere hundert Kilometer vom Kraftwerk entfernt liegt. Doch seine Familie unterstützt ihn: „Meine Eltern würden mich gern zu Hause haben, aber sie wissen, wie wichtig unsere Aufgabe ist“, sagt Zhang. „Sie haben mir noch mit auf den Weg gegeben: Mach deine Arbeit auf jeden Fall ordentlich.“
Das Werk versucht, den diensthabenden Teams trotzdem Festtagsstimmung zu ermöglichen. Laut Wang werden während der Ferien gemeinsame Abendessen vorbereitet und Freizeitaktivitäten organisiert. „Hequ ist ein geradliniger, bodenständiger Ort. Das Betriebsklima hier ist freundlich. Es ist ein Glück, die Fabrik als ein zweites Zuhause zu haben.“
Das Hequ-Kraftwerk gilt in seiner Region als Vorbild für eine routinierte Wartungspraxis, denn die vier großen Einheiten haben in der Vergangenheit nur selten ungeplante Abschaltungen verzeichnet. Wangs Neujahrswunsch ist schlicht und pragmatisch: „Stabile Anlagen, gesicherte Stromversorgung und dass alle sich danach gut ausruhen können.“












