Wang Yi: Deutschland soll treibende Kraft für chinesisch-europäische Zusammenarbeit werden

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat Deutschland am Samstag dazu aufgerufen, eine treibende Kraft für die pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Europa sowie ein „Anker der Stabilität“ in den strategischen Beziehungen zwischen den beiden Seiten zu werden.
Wang äußerte dies bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.
Der Außenminister übermittelte Merz herzliche Grüße der chinesischen Führung und erklärte, die Rede des Kanzlers bei der Eröffnungszeremonie am Freitag habe den Wunsch Deutschlands und Europas nach strategischer Autonomie, Selbstständigkeit und Stärke widergespiegelt. China unterstütze Deutschland dabei, in dieser Hinsicht eine größere Rolle einzunehmen.
Wang betonte, dass die von China auf internationaler Ebene vorgeschlagenen Initiativen und Maßnahmen darauf abzielten, das internationale System mit den Vereinten Nationen (UN) im Zentrum zu bewahren. Zwar seien Autorität und Status der UN in den vergangenen Jahren geschwächt worden, ihre Rolle bleibe jedoch unersetzlich. Die Global Governance Initiative solle dazu beitragen, die UN zu revitalisieren und ein gerechteres globales Verwaltungssystem aufzubauen.
China und Deutschland sollten als zwei große Länder Verantwortung tragen und neue Beiträge zum Weltfrieden und zur Entwicklung leisten.
Wang verwies zudem auf die weitreichenden gemeinsamen Interessen und komplementären Vorteile beider Staaten. Der Ausbau der Zusammenarbeit sei eine strategische Entscheidung, die auf den praktischen Bedürfnissen beider Länder basiert. Chinas Engagement für eine Öffnung nach außen auf hoher Ebene werde deutschen Unternehmen enorme Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten bieten. China hoffe, dass Deutschland auch ein faireres und gerechteres Geschäftsumfeld für chinesische Unternehmen schaffen könne.
China sei bereit, den hochrangigen Austausch mit Deutschland in der nächsten Phase vorzubereiten, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu vertiefen, trilaterale Kooperationen zu erkunden und die umfassende strategische Partnerschaft auf ein neues Niveau zu heben.
Bundeskanzler Merz bat Wang, der chinesischen Führung seine aufrichtigen Grüße zu übermitteln. Er würdigte Chinas weltweit anerkannte Entwicklungserfolge und betonte die entscheidende Rolle des Landes in globalen Angelegenheiten.
Als Nutznießer und Unterstützer der wirtschaftlichen Globalisierung pflegten Deutschland und China enge Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Merz rief beide Seiten dazu auf, Chancen zu nutzen, Potenziale auszuschöpfen und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Deutschland lehne Protektionismus entschieden ab, setze sich für Freihandel ein und ermutige seine Unternehmen, Investitionen und Kooperationen in China auszubauen.
Deutschland halte zudem an der Ein-China-Politik fest und freute sich darauf, ranghohen Austausch mit China zu pflegen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu stärken und die Entwicklung der Beziehungen beider Länder zu fördern.












