Meilenstein für Gesundheit und Klimaschutz
China führt neue Luftqualitätsnormen ein
China hat seine Grenzwerte für Feinstaub drastisch verschärft und orientiert sich dabei an internationalen Standards. Mit diesen Maßnahmen will das Land nicht nur die Lebensqualität der Menschen verbessern, sondern auch den Weg zur Klimaneutralität ebnen.

Mit einer signifikanten Verschärfung seiner nationalen Standards für Luftqualität bekräftigt China sein Engagement für eine langfristige Verbesserung der Umweltbedingungen. Wie das chinesische Ministerium für Ökologie und Umwelt am Dienstag mitteilte, zielen die neuen Richtlinien darauf ab, die Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung spürbar zu reduzieren und gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Ziel der Klimaneutralität des Landes zu leisten.
Die neuen Grenzwerte betreffen insbesondere die vier Hauptschadstoffe: Feinstaubpartikel PM2,5 und PM10 sowie Schwefel- und Stickstoffdioxid. Diese Regelungen sind in den aktualisierten Luftqualitätsnormen (GB 3095-2026) verankert, die gemeinsam vom Umweltministerium und dem Nationalen Büro für Marktregulierung veröffentlicht wurden.
Besonders im Fokus steht PM2,5, jener Feinstaub, der aufgrund seiner geringen Größe tief in die Lunge eindringen kann und als größtes Risiko für die menschliche Gesundheit gilt. Unter den neuen Sekundärstandards wird der zulässige Jahresmittelwert für PM2,5 von bisher 35 auf 25 Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt. Der Tagesgrenzwert reduziert sich von 75 auf 50 Mikrogramm. Auch für die Emission von größeren PM10-Partikeln wurden die zulässigen Grenzwerte gesenkt. Hier sinkt das Jahreslimit von 70 auf 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und das Tageslimit von 150 auf 100 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Angleichung an globale Standards
Mit dieser Revision nähert sich China den international anerkannten Benchmarks an. Die neuen Werte entsprechen weitgehend den aktualisierten Luftqualitätsleitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von September 2021 (Phase 2). Das Ministerium betonte, dass viele Industrienationen in den letzten Jahren ihre Grenzwerte verschärft hätten und die bisherigen chinesischen Standards im Vergleich dazu als zu moderat galten.
Die Umsetzung der neuen Normen erfolgt in zwei Etappen. Ab dem 1. März 2026 gelten zunächst Übergangsfristen bis zum Jahr 2030.
In diesem Zeitraum liegen die jährlichen und täglichen Grenzwerte für PM2,5 noch bei 30 bzw. 60 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Wirtschaftlicher Nutzen und Klimaschutz
Hinter der Entscheidung stehen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Erwägungen. Das Ministerium geht davon aus, dass die gesundheitlichen Renditen – resultierend aus weniger Krankheitsfällen und einer höheren Lebenserwartung – die Kosten für die Schadstoffkontrolle um fast das Zehnfache übersteigen werden.
Zudem fungiert die Luftreinhaltung als Katalysator für die Dekarbonisierung. Schätzungen zufolge werden die Maßnahmen unter den neuen Standards zwischen 2026 und 2035 dazu führen, dass mehr als 7 Milliarden Tonnen Kohlenstoffemissionen eingespart werden. „Die Verschärfung der Standards ist notwendig, um die grüne Dynamik in der wirtschaftlichen Entwicklung zu stärken und den sozialen Fortschritt zu fördern“, hieß es aus dem Ministerium.
Ein Jahrzehnt des Fortschritts
China blickt auf eine Phase rasanter Verbesserungen zurück. So konnte die jährliche durchschnittliche PM2,5-Konzentration des Landes seit der Einführung der letzten Standards von 68 Mikrogramm (2013) auf 28 Mikrogramm (2025) gesenkt werden. Damit nimmt das Land eine weltweite Spitzenposition beim Tempo der Luftqualitätsverbesserung ein. Die nun beschlossene Revision soll sicherstellen, dass dieser Trend unter strengeren Benchmarks fortgesetzt wird.












