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China zu ignorieren bedeutet Chancenverlust

Deutsche Unternehmen bekräftigen: China bleibt zentral für Wachstum

german.china.org.cn  |  
26.02.2026

Deutsche Unternehmen haben ihre starke Bindung an den chinesischen Markt bekräftigt und betonten dessen Bedeutung für Innovation und globalen Handel. Wer Chinas riesigen Markt und Innovationskraft übersehe, verpasse entscheidende Treiber des globalen Wachstums, so die einhellige Einschätzung.

Diese Aussagen fallen im Rahmen des ersten Chinabesuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz seit seinem Amtsantritt im letzten Jahr. Rund 30 Spitzenmanager führender deutscher Konzerne begleiten ihn. Die Delegation umfasst die Bereiche Automobil, Chemie, Biopharma, Maschinenbau und Kreislaufwirtschaft.

„Mit Blick auf die Zukunft ist dies wichtiger denn je: Wer sich dem enormen Markt- und Innovationspotenzial Chinas verschließt, vergibt große Chancen auf weltweites Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg“, erklärte BMW-Chef Oliver Zipse.

Im Jahr 2025 wurde China erneut Deutschlands wichtigster Handelspartner – ein Beleg für die Widerstandsfähigkeit und Komplementarität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Wenn wirtschaftliche Zusammenarbeit der Anker der deutsch-chinesischen Beziehungen ist, dann ist die Automobilkooperation ihre zentrale Säule.

Zipse unterstrich die Bedeutung des chinesischen Marktesund betonte, dass sich Erfolg nur einstellen werde, wenn man auf globaler Ebene eng zusammenarbeite – mit Deutschland und China als wichtigen Treibern von Innovation und Technologie.

In einem zunehmend turbulenten globalen Umfeld sende Merz' Besuch in China ein wichtiges Signal der Stabilität, des Dialogs und des wirtschaftlichen Pragmatismus, erklärte Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group China. Als größte Volkswirtschaft Europas spiele Deutschland eine zentrale Rolle bei der strategischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Kontinents mit China.

China sei heute weit mehr als nur ein Absatzmarkt für den Volkswagen-Konzern – und für die deutsche und europäische Industrie insgesamt. Es sei Innovationszentrum, zentraler Technologiepartner und Eckpfeiler globaler Wertschöpfung. „Kaum ein anderer Ort entwickelt sich so schnell in Bereichen wie Elektromobilität, Software, künstliche Intelligenz und Batterietechnologie – China gibt das Tempo vor und setzt Standards“, so Brandstätter.

Nach chinesischen Zollstatistiken vom Mittwoch erreichte das Gesamtvolumen der Im- und Exportgüter zwischen China und Deutschland im Jahr 2025 umgerechnet 1,51 Billionen Yuan (etwa 217,8 Milliarden US-Dollar) – ein Anstieg von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutschland blieb Chinas größter Handelspartner in Europa, während China nach einjähriger Pause auch wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner wurde.

Bei den Produktkategorien erreichte der Import und Export elektromechanischer Erzeugnisse zwischen China und Deutschland im Jahr 2025 einen Wert von 1,07 Billionen Yuan, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber 2024. Dies entspricht 70,8 Prozent des bilateralen Handelsvolumens. Der Handel mit Kraftfahrzeugen und Autoteilen macht dabei 12,3 Prozent des gesamten Handels mit elektromechanischen Produkten zwischen beiden Ländern aus.

Die Deutsche Industrie und Handelskammer in China teilte in ihrer Konjunkturumfrage 2025/26 mit, dass 93 Prozent der Befragten beabsichtigten, auf dem chinesischen Markt aktiv zu bleiben – ein deutlicher Ausdruck größerer Zuversicht als noch vor einem Jahr. Etwa 65 Prozent zeigten sich zuversichtlich hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas in den nächsten fünf Jahren, während der Großteil der übrigen Unternehmen eine neutrale Haltung einnahm.

„Die meisten deutschen Unternehmen, die in China investieren und tätig sind, setzen voll auf China – um durch Lokalisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, aber zunehmend auch, um Chinas einzigartiges Innovationsökosystem zu erschließen: schnelles, zuverlässiges Design und Engineering sowie die Fähigkeit, neue Produkte und Dienstleistungen rasch zu testen und umzusetzen“, erklärte Denis Depoux, Global Managing Director der deutschen Strategieberatung Roland Berger, am Mittwoch.

In der Automobil-, Chemie- oder Elektronikbranche sehe man sogar noch mehr deutsche Investitionen zur Verbesserung von Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Produktqualität. Dies diene auch dazu, Erkenntnisse aus China schrittweise in Produkte einfließen zu lassen, die weltweit – auch in Europa und Deutschland – verkauft werden, fügte er hinzu.

Mit Blick auf den Besuch des Bundeskanzlers, der anderen westlichen Staats- und Regierungschefs seit Anfang 2026 folgt, erklärte Depoux, Deutschland ziehe wie Kanada, Großbritannien oder Frankreich Bilanz über die neue unsichere Weltordnung und suche nach neuen wirtschaftlichen Allianzen und Partnerschaften.

„Globale Lieferketten werden neu konfiguriert, um Abhängigkeiten zu verringern – nicht von China, sondern von den noch unberechenbareren und manchmal rachsüchtigen USA. China erscheint in diesem Zusammenhang stabiler“, so Depoux.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Merz,BMW,Volkswagen