Anbindung an internationalen Wirtschaftskreislauf
Auch die Welt profitiert von Chinas Wirtschaftsplanung Exklusiv
von Oliver Eschke
Die aktuelle Woche wird prägend sein für Chinas Zukunft und damit auch die der ganzen Welt. Auf den aktuellen „Zwei Tagungen“ sowie mit dem 15. Fünfjahresplan wird deutlich, dass Beijing nicht nur die Weichen für seine eigene Wirtschaft stellt, sondern auch einen Win-Win-Ansatz verfolgt.

Die Luftaufnahme zeigt ein Frachtschiff im Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. (26. August 2025, Xinhua)
Jedes Jahr im März finden in Chinas Hauptstadt die Tagungen des chinesischen Nationalen Volkskongresses (NVK) und des Landeskomitees der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (PKKCV), statt – abgekürzt als die „Zwei Tagungen“. Dieses Mal kommt hinzu, dass auch die neue Phase des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) eingeläutet wird. Wenn man sich die relevanten Dokumente anschaut und den Erklärungen der Regierungsvertreter zuhört, wird schnell klar: Beijing stellt in diesen Tagen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft!
Während die USA unter Präsident Donald Trump mit immer neuen völkerrechtswidrigen Invasionen und einseitigen Handelszöllen jeden Tag tiefer ins Chaos stürzen, wird China durch seine rationale und verlässliche Politik zum dringend benötigten Stabilitätsanker in der Welt. Staats- und Parteichef Xi Jinping machte vor diesem Hintergrund bei seinem Treffen mit NVK-Abgeordneten der Provinz Jiangsu während der „Zwei Tagungen“ noch einmal klar: „Es gilt, die hochwertige Öffnung auszuweiten, die globalen Märkte umfassend zu erschließen und Chinas Wirtschaft besser an den internationalen Wirtschaftskreislauf anzubinden.“
Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass Handelsminister Wang Wentao auf einer Pressekonferenz am 6. März am Rande der NVK-Tagung die folgenden vier Schlagwörter zur Beschreibung von Chinas Außenhandel nutzte: Stabilität, Fortschritt, Dynamik und Widerstandsfähigkeit.
Diese Charakteristika können mit zahllosen Indikatoren belegt werden. So ist Chinas Warenhandel 2025 abermals um beinahe 4 Prozent auf nun 45 Billionen Yuan (etwa 5,6 Billionen Euro) gestiegen. Für etliche Länder, darunter auch Deutschland, ist die Volksrepublik der wichtigste Handelspartner. Zunehmend werden hochwertige, grüne und intelligente Produkte exportiert, im letzten Jahr machten etwa mechanische und elektrische Produkte über 60 Prozent des Gesamtexports aus. Gleichzeitig werden kontinuierlich neue innovative Geschäftsmodelle entwickelt, die einen zunehmenden Anteil an der Wirtschaftsleistung ausmachen, der grenzüberschreitende E-Commerce ist ein perfektes Beispiel dafür.
Besonders wichtig ist Wang Wentaos Botschaft an die Welt: China heiße weitere Unternehmen willkommen, die im Land investieren möchten. China, so der Minister, sei nicht nur ein Markt für ausländische Gewinne, sondern auch ein echtes „Fitnessstudio“ und „Testfeld“. Damit beschreibt er die Entwicklungen, die in den letzten Jahren deutlich geworden sind, als immer mehr große Konzerne wie Volkswagen ihre Strategie geändert haben, um nach dem Prinzip „In China, für die Welt“ vom riesigen Innovationspotenzial des Landes zu profitieren.
Parallel nimmt sich China aber auch vor, seine Importe zu erhöhen, damit ein „ausgewogener Handel“ erreicht wird und auch andere Länder von den Vorteilen seines riesigen Binnenmarktes profitieren können. Der Handelsminister verglich Exporte und Importe mit „den beiden Rädern eines Autos“. Je besser die beiden Räder im Gleichgewicht seien, desto stabiler fahre das Auto und desto weiter komme es, so Wang. China ist derzeit die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und gleichzeitig der zweitgrößte Importmarkt. „Daher hat China ein riesiges Marktpotenzial“, betonte Wang. Bereits im November war in diesem Kontext die Kampagne „Großer Markt für alle: Exporte nach China“ gestartet worden. Dahinter steht auch das im Entwurf des neuen Fünfjahresplans explizit genannte Bestreben, den Binnenkonsum zu steigern. Der Handelsminister nannte auf der Pressekonferenz konkrete Schritte, um dieses Ziel in den nächsten Jahren zu erreichen.

Die erste Veranstaltung im Jahr 2026 zum Thema „Großer Markt für alle: Export nach China“ am 4. Februar 2026.
Aus all dem wird deutlich, dass die Länder weltweit in Zukunft noch stärker von einem wachsenden China profitieren können. China wird sich weiter öffnen, um dem Win-Win-Prinzip zu folgen und für alle Seiten vorteilhafte Szenarien zu schaffen. Wie Robert Koopman, ehemaliger Chefökonom der Welthandelsorganisation (WTO), analysierte, werde China „sich zu einem großen Nachfragezentrum für den Rest der Welt entwickeln“.
Es besteht also kein Zweifel daran, dass die diesjährigen „Zwei Tagungen“ die ganze Welt optimistisch stimmen sollten. Mit akribischer Planung und Weitsicht stellt China seine eigene Wirtschaft so auf, dass sie die zukünftigen Anforderungen an Innovation, Technologie und grüner Transformation bewältigen und somit erfolgreich sein kann. Da sich die Führung in Beijing dieser Tage erneut zum Win-Win-Ansatz bekannt hat, wird die ganze Welt von einem solchen erfolgreichen China unweigerlich profitieren.
Der Autor ist langjähriger Ostasienexperte, war lange Jahre für internationale und chinesische Organisationen tätig und arbeitet nun als freier Journalist in China. Die Meinung des Autors spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.










