Anhaltende Dynamik
Chinas Außenhandel startet mit zweistelligem Wachstum ins Jahr 2026
Das Volumen des chinesischen Warenhandels ist in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 18,3 Prozent auf 7,73 Billionen Yuan (1,12 Billionen US-Dollar) gestiegen, wie aus Daten hervorgeht, die die Allgemeine Zollverwaltung (GAC) am Dienstag veröffentlichte. Die Entwicklung unterstreicht die anhaltende Dynamik und Widerstandsfähigkeit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt angesichts externer Herausforderungen.
Erstmals seit März 2023 verzeichnete der chinesische Warenhandel damit wieder ein zweistelliges Wachstum. Sowohl die Exporte als auch die Importe legten kräftig zu: Die Ausfuhren stiegen um 19,2 Prozent auf 4,62 Billionen Yuan, die Einfuhren um 17,1 Prozent auf 3,11 Billionen Yuan.
Zhou Mi, Senior-Forscher an der Chinesischen Akademie für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, sieht in den Zahlen nicht nur die wachsende globale Nachfrage nach Produkten „Made in China“ bestätigt, sondern auch die robuste Konsumkraft der zweitgrößten Volkswirtschaft. China nehme im internationalen Handel eine stabilisierende Rolle ein.
Der Handel mit den ASEAN-Staaten legte um 20,3 Prozent auf 1,24 Billionen Yuan zu, wobei Importe und Exporte zweistellig wuchsen. Im gleichen Zeitraum stieg der Handel mit der EU um 19,9 Prozent auf 998,9 Milliarden Yuan. Auch der bilaterale Handel mit Lateinamerika wuchs kräftig – um 19,7 Prozent auf 674 Milliarden Yuan.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel mit den Partnerländern der Neuen Seidenstraßeninitiative (BRI). Hier betrug das Plus 20 Prozent, das Volumen erreichte 4,02 Billionen Yuan.
Hochwertige chinesische Produkte gewinnen weltweit an Boden. Die Exporte elektromechanischer Erzeugnisse stiegen in den ersten beiden Monaten um 24,3 Prozent auf 2,89 Billionen Yuan – ein Beleg für die wachsende globale Nachfrage nach fortschrittlichen chinesischen Industriegütern.
Die Handelsdiversifizierung habe die Markterschließung in aufstrebenden Ländern und Regionen gestärkt, erklärte Zhou. In Zeiten zunehmenden Unilateralismus und Protektionismus wirke das Wachstum des chinesischen Außenhandels als wichtiger Stabilisator für die Weltwirtschaft und stärke die Resilienz globaler Lieferketten.
Während die Handelszahlen mit den meisten Regionen positiv ausfielen, ging der Handel mit den USA um 16,9 Prozent zurück – mit zweistelligen Einbußen sowohl bei Importen als auch Exporten. Zhou führte dies auf handelshemmende Maßnahmen der US-Regierung zurück. Diese erhöhten nicht nur die Kosten, sondern untergrüben auch das Vertrauen der Wirtschaft. Verlören Unternehmen das Vertrauen in bestimmte Märkte, verlagerten sie ihre Lieferketten tendenziell in berechenbarere Regionen.
Chinas starke Handelsbilanz stieß international auf große Resonanz. Viele Medien hoben das robuste, teils als „unerwartet“ bezeichnete Wachstum trotz des schwierigen Umfelds hervor.
Li Yong, Vorstandsmitglied der chinesischen Gesellschaft für WTO-Studien, widersprach ausländischen Berichten über einen gezielt angestrebten Handelsüberschuss. China strebe bewusst keinen Überschuss an, wie von offizieller Seite wiederholt klargestellt worden sei.
Das Land intensiviere stattdessen seine Anstrengungen, das Konsumpotenzial zu erschließen und Importe auszuweiten – etwa durch die Internationale Importmesse und den Freihandelshafen Hainan. Zugleich verbessere China kontinuierlich das Geschäftsumfeld, senke Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse und ermutige ausländische Investoren, sich am Binnenmarkt zu beteiligen.
Herausforderungen blieben indes bestehen. Geopolitische Konflikte und Handelsspannungen belasteten weiterhin die Weltwirtschaft, während der inländische Konsum noch stärkerer politischer Unterstützung bedürfe.
Als Reaktion auf diese Unsicherheiten hat China Pläne zur Stärkung des Außenhandels vorgelegt. Der auf den laufenden „Zwei Tagungen“ vorgestellte Regierungsarbeitsbericht nennt die Stabilisierung und Optimierung der Außenhandelsstruktur als eine der Hauptaufgaben für dieses Jahr.
Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau des Handels mit Zwischengütern, die Förderung des digitalen und grünen Handels sowie die Unterstützung von Dienstleistungsexporten. Zudem sollen Importe zur Förderung eines ausgewogeneren Handels gesteigert und der grenzüberschreitende Handel weiter erleichtert werden.
„Vor dem Hintergrund eines zunehmend komplexen geopolitischen Umfelds haben sich Chinas Lieferketten als äußerst stabil und zuverlässig erwiesen – nicht nur für das Land selbst, sondern für die ganze Welt“, resümierte Li. Das anhaltende Bekenntnis Chinas zur Öffnung begünstige einen vielversprechenden Jahresauftakt.












