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Statistik 

Daten deuten auf allmähliche Erholung auf der Nachfrageseite hin

german.china.org.cn  |  
11.03.2026

Chinas Verbraucherpreisindex stieg im Februar auf ein Dreijahreshoch, während sich der Rückgang der Erzeugerpreise weiter verlangsamte. Dies deutet auf eine allmähliche Erholung der Binnennachfrage hin, da die politischen Entscheidungsträger darauf drängen, den Konsum anzukurbeln und die Preise in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu stabilisieren.

Die am Montag vom Nationalen Statistikamt (NBS) veröffentlichten Daten zeigen, dass der Verbraucherpreisindex (VPI), der wichtigste Inflationsindikator des Landes, im Februar gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent gestiegen ist und damit den höchsten Stand seit Januar 2023 erreicht hat, nachdem er im Januar um 0,2 Prozent zugelegt hatte.

„Der Anstieg des Verbraucherpreisindex im Februar war hauptsächlich auf die Verschiebung des Termins des Frühlingsfestes zurückzuführen. Das Fest begann in diesem Jahr Mitte Februar, also mehr als zwei Wochen später als 2025. Dies kurbelte den Konsum während der Feiertage an und führte zu steigenden Preisen für reisebezogene Dienstleistungen und Lebensmittel“, erklärte Feng Lin, Analystin bei Golden Credit Rating International.

Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen der Terminverschiebung des Frühlingsfestes seien die Verbraucherpreise im Zeitraum Januar bis Februar durchschnittlich um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, was dem Tempo vom Dezember entspreche, meinte Feng. 

„Dies deutet darauf hin, dass sich die Preiserholung aus der zweiten Jahreshälfte 2025 fortsetzt, unterstützt durch stärkere Maßnahmen zur Ankurbelung des Konsums, Bemühungen zur Regulierung des sich verselbständigenden, unfruchtbaren Wettbewerbs und steigende globale Goldpreise.“

Mit Blick auf die Zukunft sagte Feng, dass steigende globale Ölpreise – angeheizt durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten – sich auf die Inflation im Inland auswirken könnten.

„Die VPI-Inflation wird wahrscheinlich noch einige Zeit auf einem relativ niedrigen Niveau bleiben“, sagte sie und fügte hinzu, dass die moderate Inflation den politischen Entscheidungsträgern Spielraum gebe, bei Bedarf wachstumsfördernde Maßnahmen zu intensivieren.

Laut dem Tätigkeitsbericht der Regierung hat China sein VPI-Ziel für 2026 auf rund 2 Prozent festgelegt, genau wie im Vorjahr. Die Verbraucherpreise in China blieben 2025 unverändert und erreichten damit den niedrigsten Stand seit 2009.

„Die Festlegung eines VPI-Ziels von rund 2 Prozent für dieses Jahr deutet darauf hin, dass die Politik zur Ausweitung der Binnennachfrage und zur Eindämmung des ‚sich verselbständigenden, unfruchtbaren‘ Wettbewerbs weiter vorangetrieben wird“, sagte Feng.

Nach Angaben des NBS sank der chinesische Erzeugerpreisindex (EPI), der die Preise ab Werk misst, im Februar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem er im Januar um 1,4 Prozent gefallen war. Der Rückgang hat sich somit verlangsamt.

Für die Zukunft geht Wen Bin, Chefökonom der China Minsheng Bank, davon aus, dass der Verbraucherpreisindex einen moderaten Aufwärtstrend beibehalten wird, während sich die Erzeugerpreise weiter erholen werden. Der EPI dürfte bis Mitte des Jahres wieder positiv werden.

„Angesichts des EPI- Anstiegs könnte die verbesserte Rentabilität der mittel- und nachgelagerten Unternehmen Anreize für eine Ausweitung der Produktion schaffen“, so Wen. „Gleichzeitig führen die stärker als erwarteten Erholungen der Rohstoffpreise wie Öl, Kupfer und Kohle zu einem direkten Preisanstieg im Bergbau und bei den Rohstoffen im Inland. Dies wird so zu einem wichtigen Motor für die Erholung des EPI.“ 

Da sich die Maßnahmen zur Eindämmung des ‚sich verselbständigenden, unfruchtbaren‘ Wettbewerbs parallel zur raschen Entwicklung aufstrebender Industrien und der effektiven Freisetzung des Konsumpotenzials weiter vertiefen, wird sich die Grundlage für eine angemessene Erholung der Preise weiter festigen, meinte Wen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Daten,Erholung,Nachfrage,Konsum