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„Zwei Tagungen“ diskutieren gesunde Ernährung: Respekt vor kulturellen Unterschieden zwischen Ost und West

german.china.org.cn  |  
12.03.2026

In China wird mit steigendem Lebensstandard die öffentliche Gesundheit zunehmend zu einer nationalen Priorität. Vor diesem Hintergrund gab Han Jun, Minister für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten, während der jährlichen Tagungen des Nationalen Volkskongresses (NVK) und des Landeskomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) – abgekürzt als die „Zwei Tagungen“ – Empfehlungen, die auf den Prämissen „weniger Öl, mehr Bohnen und mehr Milchprodukte“ beruhen. 


Wu Huaxia

Als Reaktion darauf teilte Wu Huaxia, NVK-Abgeordnete und Geschäftsführerin der renommierten Beijnger Gastronomiemarke „Du Yi Chu“, ihre Erkenntnisse aus über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Branche und Beobachtungen der östlichen und westlichen Ernährungskulturen mit. Sie hält die Empfehlungen von Minister Han für zeitgemäß und im Einklang mit dem öffentlichen Wohl, zudem wies sie darauf hin, dass einige chinesische Bürger derzeit übermäßig viel Öl, Salz und Zucker konsumieren würden, was zu modernen Gesundheitsproblemen beitrage. Daher sei die „Reduzierung des Ölkonsums“ in der Tat eine dringende Priorität.

In Bezug auf die Empfehlung, „mehr Bohnen zu essen“, hob Wu Huaxia insbesondere den Nährwert von Sojabohnen und ihre bedeutende Rolle in der chinesischen Kochtradition hervor. „Sojaprotein ist ein hochwertiges Protein, das vom menschlichen Körper leicht aufgenommen wird. In Chinas 5.000-jähriger Ernährungsgeschichte waren Sojaprodukte wie Sojamilch und Tofu stets wichtige Nahrungsquellen für die Bevölkerung.“ Sie argumentiert, dass eine Erhöhung des Verzehrs von Sojaprodukten den modernen Ernährungsgrundsätzen entspreche und gleichzeitig tief in den lokalen Traditionen verwurzelt sei.

In Bezug auf die Empfehlung, „den Konsum von Milchprodukten zu steigern“, gab sie konstruktive Einblicke, die den Respekt vor kulturellen Unterschieden widerspiegeln. Sie erklärte, dass einige asiatische Bevölkerungsgruppen physiologisch gesehen in gewissem Maße eine Unverträglichkeit gegenüber dem direkten Konsum von Frischmilch aufweisen könnten. Daher sollte bei der Förderung eines erhöhten Milchkonsums ein einheitlicher pauschaler Ansatz vermieden werden. Stattdessen schlug sie vor, die Menschen dazu zu ermutigen, Milchprodukte wie Joghurt und Käse zu konsumieren, um sich mit Nährstoffen aus Milchprodukten zu versorgen. „Durch die Fermentierung werden Milchprodukte für das Verdauungssystem vieler Chinesen besser verträglich und ermöglichen eine bessere Nährstoffaufnahme.“

Wu Huaxia ist fest davon überzeugt, dass der Weg zu einer gesunden Ernährung in „Maßhalten, Angemessenheit und Anpassungsfähigkeit“ liege. „Übermaß ist immer schädlich“, erklärte sie. „Früher war die chinesische Ernährung noch einfacher. Mit dem verbesserten Lebensstandard hat der erhöhte Konsum von Öl, Salz und Zucker jedoch zu Gesundheitsproblemen, die früher selten waren, geführt. Dies unterstreicht, dass wir zwar von den positiven internationalen Erkenntnissen zur Ernährung profitieren sollten, aber dennoch unseren kulturellen Traditionen und körperlichen Eigenschaften Vorrang einräumen müssen, um die für uns am besten geeignete Ernährungsweise zu finden.“

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Zwei Tagungen,gesunde Ernährung,kulturelle Unterschiede