Experten enthüllen Chinas Weltraumambitionen zur Erkundung von Wasser auf Mond und zur Probenahme vom Mars

China treibt eine Reihe ehrgeiziger Pläne zur Erforschung des tiefen Weltraums voran. Diese reichen von der Suche nach Wasser auf dem Mond bis zur Rückführung von Proben vom Mars. Langfristiges Ziel ist es, die äußeren Regionen des Sonnensystems zu erforschen, erklärten chinesische Experten.
Im Bereich der Monderkundung wird Chinas Mondsonde „Chang’e-7“, deren Start noch in diesem Jahr geplant ist, den Südpol des Mondes ansteuern, um nach Wassereis zu suchen. Die Mission könnte China zum ersten Land machen, das Wassereis auf dem Mond nachweist.
„Wissenschaftler auf der ganzen Welt gehen davon aus, dass es Wasser auf dem Mond gibt, doch bislang hat es noch niemand gefunden. Nun wird China danach suchen. Dabei setzen wir verschiedene Methoden ein, von Untersuchungen der Oberfläche bis hin zur Erforschung des Inneren von Kratern“, sagte Ye Peijian, Akademiemitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Die „Chang’e-7“-Sonde besteht aus einem Orbiter, einem Lander, einem Rover, einem sogenannten Hopper sowie einem Relaissatelliten.
Am Südpol des Mondes befinden sich Krater, die niemals Sonnenlicht erhalten. Wissenschaftler vermuten, dass sich dort große Reserven an Wassereis befinden. Bislang ist jedoch noch kein Raumfahrzeug in diese Regionen vorgedrungen, um dies zu untersuchen. Mit ihrem speziell entwickelten Hüpffahrzeug wird „Chang’e-7“ erstmals einen solchen permanent verschatteten Mondkrater aus nächster Nähe erkunden.
Forscher im Weltraumlabor der Technischen Universität Harbin in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang führen derzeit Experimente durch, um die „Chang’e-7“-Mission bei der Lokalisierung von Wassereis zu unterstützen.
„Wir haben gerade ein Mondbodensimulat für die Polarregion des Mondes hergestellt. Als nächstes werden wir diese Versuchsanlage nutzen, um daraus Wassereis zu erzeugen. Die Ausrüstung kann zunächst eine Vakuumumgebung wie auf dem Mond schaffen. Außerdem kann sie das lunare Mineralmaterial auf minus 240 Grad Celsius abkühlen. Anschließend erzeugt eine Vorrichtung zur Anregung von Wassermolekülen einen kontinuierlichen Strom von Wassermolekülen. Wenn diese mit dem kalten Mondboden in Kontakt kommen, werden sie adsorbiert und lagern sich ab, sodass Eis entsteht. Mithilfe spezieller Werkzeuge und Formen können wir auf diese Weise Proben von lunarem Wassereis herstellen“, erklärte Zhang Weiwei, außerordentlicher Professor an der Fakultät für Mechatronik der Technischen Universität Harbin.
Neben den Mondmissionen schreitet auch die Tianwen-Serie, Chinas Programm zur planetaren Erforschung, rasch voran.
„Die Mission Tianwen-2 begibt sich auf eine Sternenjagd, um Proben von einem erdnahen Kleinkörper zu sammeln und zur Erde zurückzubringen. Tianwen-3 zielt darauf ab, Marsproben zur Erde zurückzuführen. Tianwen-4 ist unsere Mission zur Erforschung des Jupiters. Ich denke, dies zeigt unsere Fähigkeit und unsere Mittel, unseren Horizont von der Erde und dem erdnahen Mondraum in den interplanetaren Raum auszuweiten und künftig sogar auf das gesamte Sonnensystem und darüber hinaus“, sagte Sun Zezhou, Abgeordneter des Nationalen Volkskongresses und Forscher an der Fünften Akademie der China Aerospace Science and Technology Corporation.
Chinas Ambitionen in der Tiefenraumerkundung gehen über die Chang’e- und Tianwen-Missionen hinaus. Mit Plänen zur Erforschung der Sonne, der Grenzen des Sonnensystems und der Venus baut das Land ein umfassendes System zur Tiefenraumerkundung auf. Dieses soll den Raum von der Erde und dem Mond über Mars und Kleinkörper bis hin zu weiteren Planeten abdecken.












