Li Li: „Ich will die Buyi-Kultur durch Bewahrung und Innovation neu beleben“

Li Li aus der südwestchinesischen Provinz Guizhou hat es sich zur Aufgabe gemacht, das reiche kulturelle Erbe des Volkes der Buyi zu bewahren und zu fördern, insbesondere ihre traditionelle Kleidung.
Li wurde in einem Dorf im Kreis Qinglong im Autonomen Bezirk Qianxinan der Buyi und Miao geboren und wuchs dort auf. Bereits in jungen Jahren erlernte sie von ihrer Mutter die komplizierten Handwerkskünste des Volkes der Buyi.
Nachdem sie mehr als zehn Jahre fern von ihrer Heimat gearbeitet hatte, verspürte sie den starken Wunsch, zurückzukehren und ihre kulturellen Wurzeln zu bewahren. Im Jahr 2015 kehrte sie schließlich zurück, um ein Unternehmen zu gründen, das die Kleidung der Buyi wiederbeleben sollte.
„Die Gründung meines eigenen Unternehmens war am Anfang wirklich schwierig. Wenn man Anzüge im westlichen Stil herstellen möchte, kann man einfach Stoff kaufen und ein bestehendes Design kopieren. Aber bei ethnischer Kleidung ist das anders. Sie erfordert ständige Innovation, und das kostet enorm viel Zeit. Traditionelle Stoffe neigen dazu, auszubleichen. Ich habe Monate damit verbracht, eine Methode zu finden, um die Farbe zu fixieren. Dieses Problem hat mich lange Zeit wach gehalten. Aber schließlich habe ich die Herausforderungen nacheinander gemeistert“, sagte Li.
Ihre Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt. In diesem Jahr hat Lis Team die kulturelle Symbolik des Jahres des Pferdes aufgegriffen und eine Reihe von Produkten mit Pferdemotiven entworfen. Diese haben schnell an Beliebtheit gewonnen. „Dieses Jahr ist das Jahr des Pferdes, daher haben wir viele Artikel mit Pferdemotiven entworfen. Sie sind sehr beliebt und die Bestellungen strömen nur so herein. Jedes Jahr gestalten wir unsere Kulturprodukte und Kleidung entsprechend den Marktwünschen. Wir haben mit einer 300 Quadratmeter großen Werkstatt begonnen und verfügen nun über ein eigenes Zentrum für immaterielles Kulturerbe. Im Laufe der Jahre haben wir mehr als tausend Stickerinnen ausgebildet“, sagte sie.

Als Abgeordnete des Nationalen Volkskongresses legt Li großen Wert darauf, den Stimmen der einfachen Leute Gehör zu schenken. So nimmt sie sich bei Arbeitssitzungen mit Stickereiarbeiterinnen Zeit, um sich deren Anliegen anzuhören, und bietet flexiblere Arbeitszeiten für diejenigen an, die besondere Bedürfnisse haben.
Die Bewahrung ethnischer Kleidung und Kultur stand schon immer im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Li sagte: „Während der diesjährigen ‚zwei Tagungen‘ werde ich mich weiterhin auf die Bewahrung ethnischer Kleidung und Kultur konzentrieren. Ich möchte mehr junge Menschen dazu ermutigen, sich für das kulturelle Erbe zu engagieren. Dazu gehe ich beispielsweise in Schulen, um Schüler zu unterrichten, in der Hoffnung, dass das immaterielle Kulturerbe schon früh in den Herzen der Kinder Wurzeln schlägt. Sie sollen mit dem Bewusstsein aufwachsen, wie bemerkenswert unsere ethnische Kultur ist, und ein starkes Gefühl des kulturellen Stolzes entwickeln.“












