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Schutz von Fruchtbarkeit stärker im Blick:Die Arbeit der Ärztin und NVK-Abgeordneten Ruan Xiangyan

CRI  |  
12.03.2026

Als Gründerin und Leiterin der Abteilung für gynäkologische Endokrinologie am Beijing Obstetrics and Gynecology Hospital der Capital Medical University, Chefexpertin und weltweit unter den besten zwei Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, engagiert sich die Abgeordnete des Nationalen Volkskongresses Ruan Xiangyan seit vielen Jahren kontinuierlich für den Schutz der weiblichen Fruchtbarkeit. Ausgehend von den Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit im Krankenhaus bringt sie ihre Beobachtungen auch in die politischen Diskussionen ein. Ihr Anliegen ist einfach: Patientinnen sollen vor belastenden Behandlungen rechtzeitig darüber informiert werden, welche Möglichkeiten es gibt, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten.

„Die Anstrengung eines Einzelnen reicht nicht aus.“

In ihrer Sprechstunde im Beijing Obstetrics and Gynecology Hospital hat Ruan Xiangyan viele bewegende Momente erlebt.

Manche Patientinnen sind erst im Teenageralter. Wenn Untersuchungen zeigen, dass ihre Eierstockfunktion bereits stark geschädigt ist und sie möglicherweise keine Kinder mehr bekommen können, brechen ganze Familien in Tränen aus.

Ruan sagt: „Früher war für mich als Ärztin vor allem wichtig, ob ich alle Patientinnen am Tag versorgt habe und ob die Behandlung korrekt durchgeführt wurde.“ Als sie jedoch NVK-Abgeordnete geworden sei, habe sie zunehmend erkannt, dass viele Probleme nicht allein von einer Ärztin oder einem einzelnen Team gelöst werden könnten.

In der klinischen Praxis begegnet sie immer wieder jungen Patientinnen, deren Fruchtbarkeit durch Strahlen- und Chemotherapie oder gynäkologische Eingriffe beeinträchtigt wurde. Häufig erfahren sie erst sehr spät von möglichen Schutzmaßnahmen. Wenn sie schließlich die Abteilung für gynäkologische Endokrinologie aufsuchen, ist der günstigste Zeitpunkt oft schon verpasst.

„Die medizinische Technik entwickelt sich ständig weiter. Aber wenn die Information die Patientinnen nicht rechtzeitig erreicht, kann selbst die beste Technik nicht helfen“, so die Ärztin.

Ein zusätzlicher Hinweis kann viel verändern

Seit Jahren beschäftigt sich Ruan Xiangyan mit einer scheinbar einfachen Frage: Werden Patientinnen vor Behandlungen, die ihre Eierstockfunktion beeinträchtigen könnten, ausreichend über Möglichkeiten zum Erhalt der Fruchtbarkeit informiert?

„Im Grunde ist es ganz einfach“, erklärt die NKV-Abgeordnete. „Im Aufklärungsformular vor einer Operation könnte ein zusätzlicher Satz stehen: Es wird empfohlen, sich über Maßnahmen zum Schutz der Fruchtbarkeit beraten zu lassen.“

In der Praxis geschieht das jedoch nicht immer. Ärztinnen und Ärzte in der Onkologie oder Hämatologie konzentrieren sich verständlicherweise auf die Behandlung der eigentlichen Erkrankung. Reproduktionsmedizinerinnen und -mediziner wiederum sehen viele dieser Patientinnen erst später.

Die Folge ist, dass einige Frauen die Chance verpassen, ihre Fruchtbarkeit zu bewahren, obwohl medizinische Möglichkeiten vorhanden wären.

In den vergangenen Jahren hat sich zum Beispiel die Methode der Kryokonservierung von Eierstockgewebe weiterentwickelt. Dabei wird vor einer belastenden Therapie ein Teil des Eierstockgewebes entnommen und eingefroren. Nach Abschluss der Behandlung kann es wieder implantiert werden, wodurch sich die natürliche Fruchtbarkeit teilweise wiederherstellen lässt. Im Jahr 2024 wurde in China erstmals ein Kind geboren, dessen Mutter zuvor von dieser Methode profitiert hatte.

In ihrer Arbeit als NVK-Abgeordnete bringt Ruan Xiangyan ihre Erfahrungen immer wieder in Gespräche mit Behörden und medizinischen Einrichtungen ein. Ihr Ziel ist, dass sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen stärker für das Thema sensibilisiert werden.

In einigen Regionen werden bereits neue Ansätze ausprobiert. In Beijing wurden mehrere medizinische Leistungen im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Eierstockgewebe in das offizielle Gebührenverzeichnis aufgenommen und entsprechende Versorgungswege erprobt.

Für Ruan Xiangyan ist entscheidend, dass Patientinnen möglichst früh wissen, dass es eine zusätzliche Option geben kann. „Oft reicht schon ein rechtzeitiges Gespräch. Dann sehen viele Entscheidungen ganz anders aus.“

„Medizin ist eine gemeinsame Aufgabe der Welt.“

Neben ihrer klinischen Arbeit und ihrer Tätigkeit als NVK-Abgeordnete engagiert sich Ruan Xiangyan auch in der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Sie war an der Überarbeitung internationaler Leitlinien zur vorzeitigen Ovarialinsuffizienz beteiligt und leitete die Ausarbeitung technischer Standards für die Kryokonservierung und Transplantation von Eierstockgewebe.

Ihr Team zieht inzwischen Studierende und junge Ärztinnen und Ärzte aus Ländern wie Nepal und Bangladesch an und arbeitet mit Fachkollegen aus verschiedenen Ländern zusammen.

„Medizin ist eine gemeinsame Aufgabe der Welt“, so Ruan. Durch wissenschaftlichen Austausch und Ausbildung könne man dazu beitragen, dass auch Patientinnen in anderen Ländern von neuen medizinischen Möglichkeiten profitierten.

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Quelle: CRI

Schlagworte: Schutz,Fruchtbarkeit,NVK-Abgeordnete,Ruan Xiangyan