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Grüne Landwirtschaft und neue Chancen für den ländlichen Raum

CRI  |  
13.03.2026

Die NVK-Abgeordnete Liu Qian setzt sich für bessere Vermarktungsbedingungen für Agrarprodukte ein.

„Biertreber als Schweinefutter, Schweinemist als Dünger für die Felder, Reis zur Schnapsherstellung und die Rückstände zurück auf den Hof“: Im Kreis Quanjiao in der ostchinesischen Provinz Anhui steht dieses Prinzip für ein landwirtschaftliches Modell, das die Abgeordnete des Nationalen Volkskongresses Liu Qian seit 38 Jahren praktiziert.

Die Landwirtin, die von den Feldrändern in die Große Halle des Volkes in Beijing gewählt wurde, setzt sich seit Jahren dafür ein, die kohlenstoffarme Landwirtschaft im ländlichen Raum zu stärken und den Absatz hochwertiger Agrarprodukte zu erleichtern.

Eine Abgeordnete aus der Landwirtschaft

Der Ausgangspunkt ihres Engagements ist eine prägende Erfahrung.

Im Jahr 1991 traf eine schwere Flut die Region Chuzhou. Um ihre Zuchtschweine zu retten, brachte Liu Qian die Tiere auf einen Hügel und lebte selbst 40 Tage lang dort. „Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Landwirtschaft auf vielfältigen Kreisläufen beruhen muss“, sagt sie rückblickend.

Bereits 1993 begann sie mit einem Modell der integrierten Tierhaltung. In einem gemeinsamen Produktionssystem werden Schweine, Fische und Geflügel gehalten. Der Schweinemist wird zu organischem Dünger fermentiert und die Rückstände aus der Alkoholherstellung dienen als Futtermittel. So entsteht ein geschlossener Kreislauf.

Auch für Liu Qian hat dieses Modell wirtschaftliche Vorteile. Der Einsatz chemischer Dünger sinkt, die Böden werden fruchtbarer und die Produktionskosten sinken. „Wenn gute Produkte auch bessere Preise erzielen, können eine intakte Umwelt und wirtschaftlicher Wohlstand Hand in Hand gehen“, sagt sie.

Wenn regionale Produkte auf Hindernisse stoßen

Liu Qian richtet ihren Blick jedoch nicht nur auf die Produktion, sondern auch auf den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

In einem Bericht der chinesischen Zeitung Hunan Daily wird ein Fall aus dem Kreis Shimen in der Provinz Hunan geschildert. Ein Dorfteam verkaufte dort regionale Spezialitäten per Livestream und erzielte damit einen Jahresumsatz von rund 4,8 Millionen Yuan RMB. Anfang 2025 sah sich das Team jedoch mit mehreren Schadensersatzforderungen konfrontiert, da angebliche Mängel bei der Kennzeichnung oder der Verpackung festgestellt worden waren. Einige Produkte mussten daraufhin vom Markt genommen werden.

Laut Liu Qian nutzen sogenannte professionelle Anspruchsteller gezielt formale Fehler aus, um Entschädigungen zu verlangen. Gerade kleine landwirtschaftliche Betriebe sind dafür besonders anfällig, da ihnen die nötigen juristischen Kenntnisse und Ressourcen fehlen.

Ein weiteres Problem sind unklare rechtliche Definitionen. So unterscheiden die geltenden Vorschriften beispielsweise nicht immer eindeutig zwischen frischen Agrarprodukten und vorverpackten Lebensmitteln. Dadurch gelten für handwerklich hergestellte Spezialitäten häufig dieselben Kennzeichnungsvorschriften wie für industriell produzierte Waren. Für viele Landwirte ist es schwer, diese Anforderungen vollständig zu erfüllen. Ein Mitarbeiter einer lokalen Marktaufsichtsbehörde formuliert es wie folgt: Viele Bauern hätten weder die Möglichkeit, Fabriken zu betreiben und Zertifikate zu beantragen, noch wollten sie ihre Produkte vollständig industrialisieren, da sonst ihr besonderer Geschmack verloren ginge.

Den Weg für regionale Produkte öffnen

„Der größte Erfolg meiner Arbeit als Abgeordnete ist es, wenn politische Maßnahmen tatsächlich vor Ort ankommen“, sagt Liu Qian.

Sie schlägt vor, Mechanismen zur besseren Erkennung missbräuchlicher Forderungen einzuführen. Ein Beispiel hierfür sind spezielle Register für auffällige Fälle. Zugleich plädiert sie für flexiblere Vollzugsregeln, nach denen kleinere Verstöße zunächst korrigiert werden können, bevor Strafen verhängt werden.

Darüber hinaus sollten die rechtlichen Grenzen zwischen den verschiedenen Kategorien von Agrarprodukten klarer definiert werden. Ihrer Ansicht nach sollte sich Strafschadensersatz auf tatsächliche Sicherheitsprobleme konzentrieren. Sie schlägt außerdem Beratungsstellen für Landwirte sowie Versicherungsmodelle für die rechtliche Konformität landwirtschaftlicher Produkte vor.

Für Liu Qian gehört all dies zusammen. Erst wenn umweltfreundliche Produktion und faire Marktbedingungen Hand in Hand gehen, kann das wirtschaftliche Potenzial ländlicher Regionen vollständig genutzt werden und ihre Entwicklung kann dauerhaft vorankommen.


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Quelle: CRI

Schlagworte: Produkte,Weg,Marktbedingungen,Landwirtschaft,Chancen,NVK