Kooperation
Erstes gemeinsam entwickeltes Modell von Volkswagen und XPENG geht in Produktion
Diese Woche gab Volkswagen bekannt, dass das erste gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen XPENG entwickelte Fahrzeug offiziell in Produktion gegangen sei. Dieser neue Meilenstein unterstreicht die intensivierte Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland im Automobilbereich.
Der deutsche Volkswagen-Konzern gab am Freitag bekannt, dass sein erstes gemeinsam mit dem chinesischen Unternehmen XPENG entwickeltes Modell offiziellin Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, in Produktion gegangen sei. Dieser mittelgroße bis große Elektro-SUV soll in der ersten Hälfte dieses Jahres in China auf den Markt kommen und markiert einen weiteren Meilenstein in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Automobilsektor.
Als wichtiger Schritt in Volkswagens Strategie „In China, For China“ ist der ID.UNYX 08 das erste Modell, das gemeinsammit dem lokalen Partner XPENG entwickelt wurde. Laut einer Pressemitteilung des deutschen Automobilherstellers vom Freitag dauerte es nur 24 Monate seit der Unterzeichnung der Vereinbarung über gemeinsame Entwicklung und technologische Zusammenarbeit durch die beiden
Unternehmen, bis die Serienproduktion erreicht wurde. Das neue Modell sei mit lokal entwickelten
Spitzentechnologien ausgestattet, darunter 800-Volt-Ultraschnellladung, ein L2 Advanced Driver Assistance System sowie die Möglichkeit, das Fahrzeug kontinuierlich per Over-the-Air-Update zu aktualisieren, so das Unternehmen.
„Vor drei Jahren haben wir unsere starke China-Strategie auf den Weg gebracht. Sie entfaltet nun ihre volle Kraft [...] Das Auto wurde in China für China entwickelt, mit deutscher Ingenieurskunst und lokaler Spitzentechnologie“, wurde Volkswagen-CEO Oliver Blume auf der offiziellen Website des Unternehmens zitiert.
Weitere Produkte und Technologien der nächsten Generation sollen noch in diesem Jahr folgen. Im Laufe des Jahres sei die Markteinführung von über 20 neuen NEV-Modellen geplant, teilte das Unternehmen mit.
Die Markteinführung des neuen Modells zeige das verstärkte Engagement des deutschen Automobilherstellers auf dem chinesischen Markt, sagte Cui Dongshu, Generalsekretär der China Passenger Car Association (CPCA). Es unterstreiche zudem die wachsenden Chancen im Bereich der Elektrofahrzeuge (EV), merkte Cui an.
Im Jahr 2025 entfielen laut CPCA 68,4 Prozent des weltweiten Marktes für Personenkraftwagen mit neuen Energien (NEV) auf China, und der Anteil chinesischer Automobilhersteller am globalen Automobilmarkt erreichte 35,6 Prozent.
Ein weiterer entscheidender Faktor für eine solche Zusammenarbeit sei die starke Komplementarität zwischen chinesischen und deutschen Automobilherstellern. Cui sagte, dass China und Deutschland als zwei wichtige Akteure der globalen Automobilindustrie sich ergänzende Stärken in den Bereichen technologische Forschung und Entwicklung, Fertigung und Marktressourcen aufweisen würden, was ein erhebliches Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit schaffe.
Während Friedrich Merz’ China-Besuch im Februar wurde die Automobilindustrie als einer der wichtigsten Bereiche für die bilaterale Zusammenarbeit hervorgehoben. In Beijing unternahm der Kanzler eine spezielle Probefahrt mit der neuen Mercedes-Benz S-Klasse und erlebte dabei persönlich das L2-Navigationssystem für Stadt- und Autobahnverkehr, das gemeinsam vom deutschen Automobilhersteller und dem chinesischen Technologieunternehmen Momenta entwickelt wurde.
Die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen der chinesischen und der deutschen Automobilindustrie haben in letzter Zeit zugenommen. Im November letzten Jahres fand in Changchun in der nordostchinesischen Provinz Jilin die 9. Deutsch-Chinesische Automobilkonferenz statt, an der mehr als 60 Vertreter der deutschen Automobilindustrie teilnahmen. Aufbauend auf den
Ergebnissen der Branchenkonferenz soll die 10. Deutsch-Chinesische Automobilkonferenz am 30. Oktober 2026 in Wolfsburg stattfinden und sich auf innovative Kooperationen innerhalb der deutsch-chinesischen Automobilindustriekette konzentrieren.
„Von Elektrofahrzeugen bis hin zum autonomen Fahren machen chinesische Unternehmen in vielen Bereichen rasante Fortschritte. Durch Partnerschaften mit ihnen können deutsche Unternehmen diese technologischen Errungenschaften nutzen und sich auf dem riesigen chinesischen Markt etablieren, während deutsches Ingenieurswissen dazu beiträgt, die Produktqualität und -standards zu verbessern und chinesische Automobilhersteller bei ihrer globalen Expansion zu unterstützen“, sagte Cui.
Noch wichtiger sei, dass eine verstärkte bilaterale Zusammenarbeit im Automobilsektor nicht nur die bilateralen Beziehungen stärke, sondern auch als Modell für eine nachhaltige, regelbasierte Zusammenarbeit diene und damit ein Vorbild für China, die EU und darüber hinaus sei, so der Experte.












