Zum Weltverbrauchertag
Chinas Marktaufsicht erstattet Verbrauchern 4,35 Milliarden Yuan zurück
Die chinesischen Marktaufsichtsbehörden haben im Jahr 2025 landesweit rund 43,9 Millionen Verbraucherbeschwerden, Meldungen und Anfragen über die Plattform 12315, Hotlines und weitere Kanäle bearbeitet. Dabei konnten wirtschaftliche Verluste der Verbraucher in Höhe von 4,35 Milliarden Yuan (etwa 630 Millionen US-Dollar) wiedergutgemacht werden. Dies gab die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) am Sonntag, dem Weltverbrauchertag (in China als „3.15“ bekannt), bekannt.
Die „3.15“-Aktionen wirken abschreckend auf rechtswidriges Verhalten und schärfen zugleich das Bewusstsein der Bevölkerung für Verbraucherrechte. Sowohl Unternehmen als auch Behörden würden nach diesem Datum erfahrungsgemäß rasch reagieren – ein Zeichen für die hohe Bedeutung von Marktglaubwürdigkeit und Verbraucherschutz, erläuterte Wang Peng, assoziierter Forscher an der Beijinger Akademie für Sozialwissenschaften.
Die Online-Streitbeilegungsmechanismen wurden weiter ausgebaut. Mittlerweile sind 279.000 Unternehmen eingebunden und 12,3 Millionen Streitfälle konnten bereits auf dieser Ebene geklärt werden. Dies mache den Verbraucherschutz deutlich effizienter und nutzerfreundlicher, so die SAMR.
Die Zahlen für 2025 belegen ein gestiegenes Verbraucherbewusstsein, eine höhere Regulierungseffizienz sowie Fortschritte in besonders dynamischen Bereichen wie E‑Commerce, Essenslieferdiensten und intelligenten Produkten. Zugleich zeigen sie anhaltende Probleme im Kundendienst, bei Verträgen, Transparenz und realistischer Werbung in neuen Geschäftsfeldern.
Erstmals überstieg die Zahl der bearbeiteten Beschwerden mit 20,4 Millionen die 20-Millionen-Marke. Zu den häufigsten Beschwerdegründen gehörten der Kundendienst mit 5,347 Millionen Fällen (26,3 Prozent der Gesamtzahl), Qualitätsprobleme mit 3,972 Millionen Fällen (19,5 Prozent) und Lebensmittelsicherheit mit 2,385 Millionen Fällen (11,7 Prozent), wie aus SAMR-Daten hervorgeht.
Angesichts der wachsenden Bedeutung des Online-Handels – er machte 2025 rund 30 Prozent des Einzelhandels aus – stiegen auch die entsprechenden Beschwerden. Die Plattform 12315 verzeichnete 15,1 Millionen Meldungen zu Online-Einkäufen, ein Plus von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht 56,9 Prozent aller Eingaben.
Cao Lei, Direktor des chinesischen Forschungszentrums für E‑Commerce, erklärte, die Regulierung des Online-Konsums werde 2026 weiter verschärft. Dies fördere eine gesunde Branchenentwicklung und stärke die Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter.
Auch der Markt für Essenslieferungen stand im Fokus der Behörden. Im Januar leitete die zuständige Wettbewerbsabteilung der Marktaufsicht eine Untersuchung zu den Wettbewerbsbedingungen in diesem Sektor ein, um ruinösen Verdrängungswettbewerb einzudämmen.
Besonders stark stiegen die Beschwerden im Bereich intelligenter Produkte – ein Zeichen für das angebrochene Zeitalter des intelligenten Konsums. Hier gingen 152.000 Meldungen ein, ein Anstieg um 26,6 Prozent. Der Großteil davon entfiel auf intelligente Uhren, intelligente Haushaltsgeräte, Drohnen, intelligentes Zubehör und Roboter (87,5 Prozent). Häufige Kritikpunkte waren übertriebene Werbeversprechen zu „intelligenten“ Funktionen, Kombinationen aus Software- und Hardwarefehlern sowie fehlende einheitliche Standards und Qualitätsnormen in neuen Produktkategorien.












