US-Wissenschaftler
Chinas 15. Fünfjahresplan unterstreicht innovationsgetriebenes Wachstum
China legt größeren Wert auf eine innovationsgetriebene, qualitativ hochwertige Entwicklung – ein Wandel, der den wirtschaftlichen Kurs des Landes in den nächsten fünf Jahren prägen werde, erklärte ein in Europa lebender US-Wissenschaftler gegenüber Xinhua.

Carl Fey, Professor für Strategie an der BI Norwegian Business School
Die politischen Signale, die von Chinas jährlichen „Zwei Tagungen“ und dem dabei neu verabschiedeten 15. Fünfjahresplan (2026-2030) ausgehen, deuteten auf eine stärkere Konzentration auf Innovation, aufstrebende Industrien, die grüne Transformation, Öffnung und eine menschenzentrierte Entwicklung hin, sagte Carl Fey, Professor für Strategie an der BI Norwegian Business School, in einem kürzlich geführten Interview mit der Nachrichtenagentur Xinhua.
China habe für 2026 ein Wachstumsziel für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 4,5 bis 5 Prozent gesetzt, um einen guten Start in den neuen Fünfjahresplan zu sichern und ein solides Fundament für eine hochwertige Entwicklung zu legen, sagte Fey.
„Die Richtung wird immer klarer: China strebt nicht nur nach Wachstum, sondern misst auch der Qualität des Wachstums ein größeres Gewicht bei“, sagte er.
Fey betonte, dass der Fokus auf die „Produktivkräfte neuer Qualität“ einen wichtigen Blickwinkel biete, um Chinas Entwicklungsprioritäten zu verstehen. Seiner Ansicht nach unterstreicht das Konzept die Rolle wissenschaftlicher und technologischer Innovation bei der Steigerung der Produktivität, der Modernisierung von Industrien und der Förderung neuer Wachstumsmotoren.
Er wies darauf hin, dass China in den letzten Jahren bemerkenswerte Stärken in der fortschrittlichen Fertigung und in der technologischen Innovation aufgebaut habe. Die Entwicklung solcher Industrien werde die Widerstandsfähigkeit der Industrie- und Lieferketten stärken.
„Die internationale Gemeinschaft erkennt zunehmend an, dass China nicht nur starke Vorteile in der traditionellen Fertigung besitzt, sondern auch in einer Reihe von Hochtechnologie-Sektoren erhebliche Dynamik zeigt“, sagte er und nannte Bereiche wie künstliche Intelligenz, Robotik, neue Energien, Quantentechnologie, 6G und fortschrittliche Materialien.
Ein humanoider Roboter wird in der Beijing Economic-Technological Development Area präsentiert. (17. Juni 2025, Xinhua)
„China hat in diesen Bereichen bereits ein relativ starkes industrielles Ökosystem aufgebaut, das eine solide Grundlage für die zukünftige Entwicklung bilden dürfte“, sagte er.
Zum Thema grüne Entwicklung sagte Fey, China habe im vergangenen Jahrzehnt in Sektoren wie Fahrzeugen mit neuen Energien (NEV), Solarenergie und Windenergie bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Die grüne Transformation sei zu einem wichtigen Bestandteil der Bemühungen des Landes um eine hochwertige Entwicklung geworden.
Der neue 15. Fünfjahresplan bekräftige Chinas Verpflichtung zum Erreichen des Höhepunkts der CO₂-Emissionen und zur CO₂-Neutralität, während gleichzeitig erneuerbare Energien, die Kreislaufwirtschaft und grüne Infrastruktur gefördert würden.
„Die weitere Vorantreibung einer grünen und kohlenstoffarmen Entwicklung wird nicht nur dazu beitragen, die Umwelt und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur globalen nachhaltigen Entwicklung leisten“, sagte er.
Fey lobte Chinas Engagement, die Öffnung auf hohem Niveau kontinuierlich auszubauen und ein faireres, transparenteres und vorhersehbareres Geschäftsumfeld für ausländische Unternehmen zu schaffen.
„Das ist wichtig, um Erwartungen zu stabilisieren und die gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit zu vertiefen“, sagte er. „Ein China, das sich weiter öffnet, wird auch weiterhin bedeutende Chancen für internationale Unternehmen und die Weltwirtschaft schaffen.“
Mit Blick auf die Zukunft sagte Fey, China bewege sich entschlossen auf einen innovationsgetriebenen, hochwertigen Entwicklungsweg. „Dies wird nicht nur Chinas Entwicklung in den kommenden Jahren stärkere Impulse verleihen, sondern auch der Weltwirtschaft mehr Stabilität und neue Chancen bringen“, sagte er.












