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Chips wurden von „essenziell“ zu „optional“

Nvidia will H200-Produktion für China wieder aufnehmen

german.china.org.cn  |  
19.03.2026

Nvidia-CEO Jensen Huang kündigte auf der GPU Technology Conference (GTC) 2026 an, die Produktion von KI-Chips für den chinesischen Markt wieder aufzunehmen, nachdem das Unternehmen diese wegen Unsicherheiten bei der behördlichen Genehmigung zunächst pausiert hatte. Wie Huang laut mehreren internationalen Medien erläuterte, werde die Fertigung der H200-KI-Beschleuniger für chinesische Kunden hochgefahren – ein Schritt, der als jüngster Versuch gewertet wird, den wichtigen Markt zurückzugewinnen.

Der erfahrene Branchenanalyst Ma Jihua erklärte am Mittwoch, dass Nvidia-Chips zwar weiterhin gefragt seien, ihre Rolle sich jedoch von „essenziell“ zu lediglich „optional“ gewandelt habe. Mit dem Ausbau der heimischen Produktion werde Chinas Ziel der Eigenständigkeit bei KI-Chips zunehmend erreichbar, und die Abhängigkeit von einzelnen ausländischen Anbietern nehme stetig ab. In vielen Anwendungsbereichen verfüge China inzwischen über ausreichende Rechenkapazitäten zur Unterstützung seiner KI-Entwicklung.

Huang erklärte auf einer Pressekonferenz, Nvidia habe für den Verkauf des H200 die Lizenz für „viele Kunden in China“ erhalten und die Produktion werde wieder anlaufen. Diese Perspektive unterscheide sich von der vor wenigen Wochen, so Huang. Reuters berichtete, dass das Unternehmen die Produktion des H200 im vergangenen Jahr aufgrund zunehmender regulatorischer Hürden in den USA und China eingestellt hatte.

Huang erklärte, das Unternehmen habe nun die Genehmigung von beiden Seiten erhalten. Reuters berichtete zudem, dass Nvidia eine für den chinesischen Markt geeignete Version seiner Groq-KI-Chips vorbereite. Ein Quelle betonte, es handele sich dabei nicht um abgespeckte oder speziell für China entwickelte Versionen, sondern um eine Variante, die mit anderen Systemen zusammenarbeiten könne. Die Groq-Chips könnten bereits im Mai verfügbar sein.

Laut Ma zeigt die Entwicklung einer für den chinesischen Markt angepassten Chipversion sowie die Ankündigung zur Wiederaufnahme der H200-Produktion, wie sehr Nvidia um den Wiedereintritt in den chinesischen Markt bemüht sei – aufgrund dessen Größe und Wert. Zugleich spiegele dies die Besorgnis des US-Unternehmens über die Folgen des Aufstiegs der chinesischen Chipindustrie wider.

Huang habe wiederholt betont, dass China für Unternehmen wie Nvidia unersetzlich sei, so Ma. China sei der größte Einzelmarkt für Halbleiter und eine Hauptquelle der Nachfrage nach KI-Chips. Der Verlust dieses Marktzugangs würde bei Nvidia ein Umsatzloch reißen.

Ma wies darauf hin, dass die Unsicherheiten durch US-Exportkontrollen, wahrgenommene Sicherheitsrisiken bei chinesischen Kunden sowie der scharfe Wettbewerb in China es dem Unternehmen erschweren würden, seine Position auf dem chinesischen Markt zurückzugewinnen. Die Unberechenbarkeit der US-Politik habe Nvidias Verkäufe nach China beeinträchtigt, und die Willkür der US-Regierung bei Chipkontrollen stelle das größte systemische Risiko dar. Zudem müsse Nvidia vollständig nachweisen, dass seine Produkte sicher und ohne Hintertüren seien, sonst würden chinesische Unternehmen kaum Vertrauen in Käufe haben, fügte Ma hinzu.

Darüber hinaus hätten sich Chinas KI-Chip-Entwicklung und -Produktion beschleunigt, und heimische Alternativen würden in immer mehr Anwendungsbereichen wettbewerbsfähig, betonte Ma. Chinas unabhängige Chip-Forschung und -Entwicklung mache laut ihm rasche Fortschritte, und die Produktion werde hochskaliert – was bedeute, dass Nvidia auf dem chinesischen Markt nicht mehr unersetzlich sei.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Chips,Nvidia,China