Mintel Most Innovative 2026
Chinesische Marken erobern die Weltspitze
Chinesische Konsumgütermarken zählen bei den diesjährigen „Mintel Most Innovative 2026“-Awards zu den stärksten Gewinnern. Von 72 ausgezeichneten Produkten aus 14 Ländern – verteilt über Kategorien wie Schönheitspflege, Haushalt sowie Lebensmittel und Getränke – entfallen zwölf auf Unternehmen aus der Volksrepublik.

Lange Zeit galt die chinesische Industrie vorwiegend als verlängerte Werkbank der Welt, doch dieses Bild hat sich inzwischen grundlegend gewandelt. Chinesische Konsumgütermarken agieren als globale Pioniere. Bei der Verleihung der „Mintel Most Innovative 2026“-Awards konnten sich zwölf chinesische Produkte gegen starke internationale Mitbewerber durchsetzen. Dies unterstreicht den wachsenden Einfluss des Marktes auf weltweite Produktinnovationen.
Unter den Preisträgern finden sich namhafte Akteure der Kosmetikbranche wie Chando und Pechoin. Die Auszeichnungen gehen jedoch auch an spezialisierte Produkte: die Bio-Säuglingsnahrung von Junlebao, ein Kräuterwaschmittel der Marke Diao und ein pflanzliches Mückenschutzmittel von Lanju, das in der Form einer kleinen, dekorativen Vase nachempfunden ist.
Tina Ding, die Geschäftsführerin von Mintel China, wertet das Ergebnis als Beleg dafür, dass chinesische Marken die Entwicklung vom Aufholen über das Schritthalten bis hin zur Marktführerschaft vollzogen haben. Chinesische Marken verstünden es immer besser, die komplexen Anforderungen des heimischen Marktes in weltweit führende Lösungen zu übersetzen. Dieser Erfolg basiert auf einem Modell der „doppelten Triebkraft“, bei dem Unternehmen eine globale Vision mit tiefgreifenden lokalen Erkenntnissen kombinieren, um den spezifischen Bedürfnissen der Konsumenten gerecht zu werden.
In einem Marktumfeld, in dem Produktzyklen immer kürzer und die Erwartungen der Konsumenten immer anspruchsvoller werden, verschiebt sich der Fokus der Innovation in China zunehmend von der Quantität hin zur Präzision. Laut Mintel zeichnen sich die diesjährigen Gewinner dadurch aus, dass sie die realen Bedürfnisse der Verbraucher in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig langfristige Trends frühzeitig erkennen. Ein Beispiel hierfür ist der Molkereiproduzent Junlebao, der sich auf die wissenschaftlich fundierten Ernährungsbedürfnisse chinesischer Mütter spezialisiert hat. Durch groß angelegte Forschung und die Arbeit in einem eigenen Institut für wissenschaftliche Ernährung werden Erkenntnisse aus der Muttermilchforschung direkt in die klinische Validierung und Produktentwicklung überführt.
Diese Entwicklung gewinnt vor dem Hintergrund einer weltweiten Innovationsflaute an Bedeutung. Während im Jahr 1995 noch 75 Prozent aller Produkteinführungen im Konsumgüterbereich als echte Innovationen galten, sank dieser Anteil bis 2025 auf 34 Prozent. Chinesische Marken stemmen sich gegen diesen Trend mit einer Strategie, die vertieftes Verbraucherverständnis und gezielte Entwicklungsinvestitionen verbindet. Wirtschaftliche Daten untermauern diesen Aufwärtstrend: Der Absatz von Waren des täglichen Bedarfs in chinesischen Städten wuchs im Jahr 2025 um 1,5 Prozent. Der private Konsum trug im vergangenen Jahr bereits 52 Prozent zum chinesischen Wirtschaftswachstum bei, was einem Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.












