China Development Forum
Ausländische Unternehmen sehen neue Chancen in Chinas Konsumoffensive
Während China seine Bemühungen zur Verbesserung der inländischen Konsumnachfrage verstärkt, richten multinationale Unternehmen zunehmend ihren Blick auf den chinesischen Markt als eine der bedeutendsten Wachstumsquellen weltweit. Deutlich wurde das auf dem gerade zu Ende gegangenen China Development Forum (CDF) 2026, einer jährlichen Veranstaltung, bei der sich Wirtschaftsführer Strategien zur Nutzung der Chancen im riesigen chinesischen Markt zu diskutieren.
Die strategische Bedeutung der inländischen Nachfrage Chinas wurde in politischen Dokumenten für 2026 und darüber hinaus unterstrichen. Im Entwurf des 15. Fünfjahresplans (2026 – 2030) heißt es, China wolle in den kommenden fünf Jahren den Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt deutlich erhöhen und die inländische Nachfrage zu einem noch stärkeren Wachstumsmotor machen. Für ausländische Unternehmen signalisiert dies ein sich erweiterndes Spektrum an Möglichkeiten, um chinesische Verbraucher zu erreichen und sich in das sich wandelnde Marktökosystem des Landes zu integrieren.
„Chinas neuester Fünfjahresplan legt einen klaren Schwerpunkt auf hochwertigen Konsum, beschleunigte Innovation und die Ankurbelung der Binnennachfrage, was genau mit PepsiCos eigener strategischer Ausrichtung übereinstimmt“, sagte Ramon Laguarta, Geschäftsführer des Unternehmens.
In China betreibt der globale Lebensmittel- und Getränkeriese mittlerweile mehr als 70 Farmen, über 50 Getränkeabfüllanlagen, 10 Produktionsstätten für Lebensmittel und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das darauf ausgerichtet ist, die Vorlieben der lokalen Verbraucher zu verstehen. „Wir sehen uns nicht nur als Teilnehmer am chinesischen Markt, sondern als langfristigen Partner, Investor und Mitgestalter in Chinas nächster Entwicklungsphase“, fügte Laguarta hinzu.
Dieses starke Engagement ausländischer Firmen spiegelt die generelle Stärke des chinesischen Verbrauchermarktes wider. Im Jahr 2025 übertrafen die Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern im Land erstmals die Marke von 50 Billionen Yuan. In den ersten zwei Monaten 2026 legten die Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent zu, 1,9 Prozentpunkte schneller als im Dezember 2025, und erreichten 8,61 Billionen Yuan. Ökonomen hoben den Dienstleistungssektor als einen besonders robusten Wachstumstreiber hervor, angetrieben von einer wachsenden Bevölkerung mit mittlerem Einkommen.
„Neue Konsumformen, grüner Konsum und Dienstleistungskonsum dürften zu langfristigen Wachstumsmotoren werden“, sagte Jeff Wu, stellvertretender Vorsitzender von KPMG China. Diese Bereiche seien zudem eine wichtige Quelle zusätzlicher Erlöse für multinationale Unternehmen, die sich in China engagieren wollen.
Ausländische Unternehmen nehmen dies zur Kenntnis. Die Rosewood Hotel Group, eine globale Luxushotelmarke, beobachtet in China eine wachsende Nachfrage nach erlebnisorientierten Reisen.
„Der steigende Wunsch nach kultureller Immersion, Wellness und emotional berührenden Erlebnissen spielt die Kernstärken und Philosophie von Rosewood aus“, sagte Rosewood-CEO Sonia Cheng. Der politische Schwerpunkt auf der Förderung der Tourismusbranche eröffne zusätzliche Geschäftschancen und stärke das Vertrauen in den Markt. Für viele globale Unternehmen ist China aufgrund seiner Größe, seiner Innovationskraft und seiner diversifizierten Konsumstruktur keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.
„Der chinesische Verbraucher ist sehr anspruchsvoll. Er erwartet hohe Qualität und Innovation, und deshalb bin ich gerne Teil dieses Marktes“, sagte Joanne Crevoiserat, CEO des amerikanischen Mode- und Luxusgüterunternehmens Tapestry.
Wer in China hochwertige Produkte und echte Innovation liefere, stärke damit nicht nur sein Geschäft vor Ort, sondern auch die eigene globale Wettbewerbsposition, betonte sie. Das Unternehmen sieht nach ihren Worten Wachstumschancen nicht nur in Metropolen der ersten und zweiten Reihe, sondern zunehmend auch in kleineren Städten.










