Globale Technologiegemeinschaft
China fördert offene Wissenschaftskooperation
Angesichts der sich verschärfenden geopolitischen Konkurrenz in Hochtechnologiebereichen hat China am Mittwoch einen Plan vorgestellt, um einige seiner großen Wissenschaftsprojekte und -einrichtungen für die Welt zu öffnen. Ziel sei der Aufbau einer „globalen Technologiegemeinschaft“.
Vize-Ministerpräsident Ding Xuexiang erklärte bei der Eröffnung des Zhongguancun-Forums in Beijing, China sei bereit, mit allen Partnern gemeinsam an einer „globalen Technologiegemeinschaft“ sowie einem offeneren und inklusiveren Innovationsnetzwerk zu arbeiten.
China werde eine breitere und vielfältigere technologische Zusammenarbeit durchführen, die gemeinsamen Anstrengungen in der Grundlagen- und Spitzenforschung verstärken und die Anwendung neuer Technologien fördern, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung aller Länder zu unterstützen, so Ding.
Er rief die Länder dazu auf, mögliche regulatorische Konflikte, soziale Risiken und ethische Herausforderungen, die sich aus der technologischen Entwicklung ergeben, angemessen zu bewältigen, um eine gerechtere und verantwortungsvollere Technologiegovernance zu fördern.
Zum Auftakt des Forums veröffentlichte China einen Aktionsplan für die internationale Zusammenarbeit in der offenen Wissenschaft und verpflichtete sich darin, zehn Großprojekte und Einrichtungen – darunter Tiefraum-Überwachungssysteme, Teilchenobservatorien und Fusionsanlagen – für Forschende aus aller Welt zugänglich zu machen.
Chinas Betonung der offenen Zusammenarbeit, die von Teilnehmern des Forums gelobt wurde, ist auch ein Versuch, globale Normen für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) mitzugestalten. Das Land erweitere nicht nur rasant den Anwendungsbereich von KI, sondern suche auch nach Wegen, wie Modelle in industriellen Umgebungen entwickelt, geteilt und eingesetzt werden können.
Am Rande des Forums erklärte Yang Zhilin, Gründer des chinesischen KI-Unternehmens Moonshot AI, dass sich chinesische Unternehmen zunehmend als treibende Kräfte des strukturellen Wandels im KI-Ökosystem positionierten – ein Wandel, den er sowohl als Chance als auch als prägende Strategie für das Land bezeichnete.
Chinas Bereitschaft, große Modelle und technologische Durchbrüche offen zu teilen, könne globale Innovationen beschleunigen und dem Land gleichzeitig einen Vorteil gegenüber den abgeschotteten Technologieökosystemen anderer Länder verschaffen, so Yang.
Langfristig liege der Engpass möglicherweise nicht mehr in der Modellfähigkeit, sondern darin, wie schnell man großflächige „Token-Fabriken“ aufbauen könne. Energiekosten und Recheninfrastruktur würden im neuen KI-Entwicklungsstadium entscheidende Faktoren sein.
Eine „Token-Fabrik“ bezeichnet großflächige Infrastruktur – Rechenzentren, Chips und optimierte KI-Modelle –, die auf einen maximalen Durchsatz an Tokens, also verarbeiteten Dateneinheiten, ausgelegt ist.
Daten der Aggregationsplattform OpenRouter zeigen, dass chinesische KI-Modelle die US-amerikanischen in der globalen Nutzung seit drei Wochen in Folge übertroffen haben.
Unter den zehn meistgenutzten KI-Modellen verzeichneten chinesische Modelle in der vergangenen Woche insgesamt 7,359 Billionen Tokens, ein Anstieg von 56,9 Prozent gegenüber der Vorwoche – eine weiter beschleunigte Entwicklung. US-Modelle kamen im gleichen Zeitraum auf 3,536 Billionen Tokens.
Wang Binying, stellvertretende Generaldirektorin der Weltorganisation für geistiges Eigentum(WIPO), erklärte auf dem Forum, China sei das erste Land, das die Marke von fünf Millionen erteilten nationalen Erfindungspatenten überschritten habe, und es entfielen mehr als 40 Prozent aller weltweiten Patentanmeldungen für generative KI auf China.












