share
Home> Wirtschaft

Interview mit Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Thomas Sargent

CRI  |  
30.03.2026

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Thomas Sargent bereist seit vielen Jahren China und bezeichnet die Entwicklung des Landes als ein „Wunder“. Kürzlich gab er China Media Group (CMG) ein Exklusivinterview.

Sargent führte das chinesische Entwicklungswunder auf die konsequente Öffnung nach außen zurück. Über Jahrzehnte hinweg habe China systematisch an dieser Strategie festgehalten – durch den Austausch von Waren und Dienstleistungen, den grenzüberschreitenden Freihandel, die Öffnung seiner Häfen sowie die Vernetzung der Grenzregionen. Dies seien die Schlüsselfaktoren für den Erfolg gewesen. Einige der richtigen Maßnahmen, die China ergriffen habe, setze die USA nicht mehr um – wie etwa die Marktöffnung, die Förderung von Wissenschaft und die Wertschätzung von Bildung sowie der Hochschulen. Es sei von großer Bedeutung, dass Lehrende und Studierende gleichermaßen von wissenschaftlichem Geist durchdrungen seien.

Nachdrücklich betonte Sargent, die Geschichte habe immer wieder gezeigt, dass jene Länder auf Dauer Erfolg hätten, die an der Öffnung nach außen festhielten, unternehmerisches Denken förderten und über stabile Strukturen, verlässliche Regeln sowie ein tragfähiges Geschäftsumfeld verfügten.

Darüber hinaus erklärte er, China habe sich bereits zu einem Innovationsstaat entwickelt. Innovation bedeute Kreativität, nicht nur bei der Herstellung von Mikrochips, sondern auch bei der Entwicklung neuer Algorithmen und der kunstvollen Verbindung von Mathematik und Ingenieurswissenschaften. Was letztlich zum Erfolg führe, sei der menschliche Einfallsreichtum. Als Beispiel verwies er auf eine wissenschaftliche Arbeit, an der er gegenwärtig gemeinsam mit zwei chinesischen Forschern schreibe – einer von ihnen sei nur halb so alt wie er selbst, der andere lediglich ein Drittel seines Alters. Deren Energie und Intelligenz hätten ihn tief beeindruckt.

Im weiteren Verlauf des Interviews lobte Professor Sargent unter anderem Chinas Fähigkeit, stabile politische Rahmenbedingungen zu schaffen, den Fokus auf Bildung zu legen sowie Technologie und Innovation zu fördern. In einer Zeit, die von großer Unsicherheit geprägt sei, so der Nobelpreisträger abschließend, bildeten stabile Regeln, glaubwürdige Zusagen und eine offene Zusammenarbeit das Fundament, um Risiken zu mindern und Vertrauen zu stärken.

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: CRI

Schlagworte: Nobelpreisträger,Interview,Wirtschaft