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Lage im Nahen Osten

Es ist Zeit, diesen Krieg zu beenden

german.china.org.cn  |  
30.03.2026

Ein Monat nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran droht der Konflikt im Nahen Osten außer Kontrolle zu geraten. Aus den zunächst begrenzten Militärschlägen hat sich eine verheerende Krise entwickelt, deren Folgen weit über die Region hinausreichen. Daher ist es umso mehr vonnöten, alle Parteien an den Verhandlungstisch zurückzuholen.

Seit Ende Februar haben sich die Kämpfe vom Persischen Golf über das östliche Mittelmeer, die Straße von Hormus und die Meerenge von Bab el-Mandeb ausgeweitet. Neben dem Iran und Israel gerieten auch Kuwait, der Irak, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain in die Schusslinie. Angriffe auf Energieanlagen und zivile Infrastruktur verschärfen die humanitäre Lage erheblich. Beobachter warnen vor einem Flächenbrand mit unabsehbaren Folgen. Die kritische Infrastruktur und die Sicherheit der Zivilbevölkerung wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Anfangs sprach die US-Regierung von einer Dauer von „vier bis fünf Wochen“ und versprach ein baldiges Ende. Die Realität spricht eine andere Sprache: Einen modernen Krieg lässt sich nicht nach einer „vorgegebenen Flugbahn“ steuern.

Die Folgen dieser fehlkalkulierten Angriffe basieren zudem auf einem moralischen Defizit. Die blutige Tragödie in der Schule von Minab und der „schwarze giftige Regen“ über Teheran zeugen von diesem Leid. Wiederholte Angriffe auf iranische Atomanlagen haben mittlerweile die gesamte Welt alarmiert – das Risiko eines radioaktiven Lecks ist drastisch gestiegen.

Die Auswirkungen treffen die Weltgemeinschaft unter anderem in Form einer Energiekrise und unterbrochener Lieferketten. Da die Schifffahrt in der Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt ist, sind die Ölpreise auf über 116 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Es droht eine globale Rezession.

Besonders besorgniserregend ist zudem die sinkende Hemmschwelle bei der Wahl der Angriffsziele: Ölraffinerien, Meerwasserentsalzungsanlagen und Kraftwerke, also lebensnotwendige Einrichtungen für die Zivilbevölkerung, werden mittlerweile systematisch ins Visier genommen.

Die Lage verschärft sich durch neue Akteure und Truppenbewegungen weiter. Durch den Kriegseintritt der Huthi-Bewegung wurde eine neue Front eröffnet, die die Schifffahrtswege im Roten Meer massiv gefährdet. Durch die Entsendung von 3.500 US-Matrosen und Marineinfanteristen in die Region steigt das Risiko einer Bodenoffensive und eines langjährigen Stellungskrieges.

Der Protest wächst jedoch auch im Inneren. So demonstrierten am vergangenen Samstag Menschen in Tel Aviv unter dem Slogan „Stopp den Krieg!“ In den USA fanden am selben Tag über 3.100 Proteste statt, bei denen ein Ende des Blutvergießens gefordert wurde. Selbst Joe Kent, der ehemalige Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, trat aus Protest gegen die Iran-Politik der Trump-Regierung zurück, da er diesen Krieg „nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren kann.“

Nach einem Angriff auf die Iranische Universität für Wissenschaft und Technologie drohten die iranischen Revolutionsgarden außerdem damit, US-amerikanische und israelische Bildungseinrichtungen im Nahen Osten als legitime Ziele zu betrachten.

Trotz der großen Ungewissheit gibt es ein kleines Zeitfenster für eine Deeskalation. Der enorme Druck auf die USA, Israel und den Iran schränkt deren strategischen Spielraum ein und könnte sie zurück an den Verhandlungstisch zwingen. Entscheidend wird sein, ob alle Beteiligten die nötige Zurückhaltung üben, um Kommunikationsmechanismen wiederherzustellen und den Weg für politische Lösungen zu ebnen.

Die getöteten Schülerinnen in Minab werden nie erwachsen werden – ein mahnendes Beispiel dafür, dass Krieg keine Gewinner kennt. China betont seit Beginn des Konflikts, dass ein sofortiger Waffenstillstand oberste Priorität haben muss. Dieser Krieg bringt niemandem einen Vorteil. Die Geschichte des Nahen Ostens lehrt uns, dass Gewalt niemals Probleme löst, sondern nur neuen Hass sät. Ein Aufruf, diesen Konflikt unverzüglich zu beenden, bevor er den gesamten Weltfrieden gefährdet, ist deshalb noch dringlicher denn je.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Krieg,USA,Iran,Israel,Hormus