Risikomanagement
China richtet neue Behörde für staatliche Auslandsvermögen ein
Chinas oberste Staatsvermögensaufsicht hat eine neue Behörde eingerichtet, um die Auslandsvermögen und -aktivitäten staatlicher Unternehmen effektiver zu überwachen und zu regulieren. Dies unterstreicht die Bemühungen des Landes, Kapitalrenditen zu steigern und das Risikomanagement angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten zu verstärken.
Wie die Kommission für die Überwachung und Verwaltung von Staatsvermögen des chinesischen Staatsrates (SASAC) mitteilte, wird die Behörde die internationalen Aktivitäten staatlicher Unternehmen leiten, einschließlich der Optimierung der Auslandsvermögensallokation und der Portfolio-Umstrukturierung, während gleichzeitig die Risikokontrolle bei Auslandsinvestitionen und das Management von Notfällen im Ausland verstärkt werden.
Experten zufolge wird dieser Schritt die Ressourcenallokation staatlicher Unternehmen auf Auslandsmärkten verbessern und ihre Fähigkeit stärken, Risiken angesichts geopolitischer Spannungen, des zunehmenden Protektionismus, Währungsschwankungen und strengerer Compliance-Anforderungen zu bewältigen.
Ding Rijia, Professor an der China University of Mining and Technology (Beijing), erklärte, die Einrichtung der Behörde zeige einen praktischen Wandel in Chinas Ansatz zur Sicherung von Staatsvermögen im Ausland vor dem Hintergrund einer sich verändernden globalen Landschaft.
Da China den Schwerpunkt bei der Expansion seiner Auslandsinvestitionen von Quantität auf Qualität verlagere, werde die neue Behörde voraussichtlich eine stärkere strategische Koordination und effizientere Ressourcenallokation fördern sowie wahllose und redundante Investitionen eindämmen, so Ding.
Die Behörde wurde zu einem Zeitpunkt eingerichtet, an dem Chinas Auslandsinvestitionen weiter wachsen. Die gesamten ausländischen Direktinvestitionen Chinas in allen Sektoren erreichten 2025 ein Volumen von 1,25 Billionen Yuan (182,4 Milliarden US-Dollar), ein Anstieg von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Statistiken des Handelsministeriums zeigen.
Zhou Lisha, Forscherin am Institut für Staatsunternehmen der Tsinghua-Universität, erklärte, dass sich globale Industrie- und Lieferketten vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs um Schlüsselressourcen, Kerntechnologien und strategische Routen einem tiefgreifenden Wandel unterzögen. Die Auslandsexpansion staatlicher Unternehmen solle sich daher nicht länger nur auf Marktzugang oder Ressourcenbeschaffung konzentrieren.
Stattdessen sollten staatliche Unternehmen die Sicherheit der Lieferketten stärken, technologische Engpässe überwinden und die Energie- und Ressourcensicherheit gewährleisten, um einer breiteren nationalen Strategie zu dienen, fügte sie hinzu.
Bis Ende 2025 hatten die Gesamtvermögen der zentral verwalteten Staatsunternehmen Chinas die Marke von 95 Billionen Yuan überschritten, wobei ein wachsender Anteil im Ausland gehalten wird, wie Daten der Kommission zeigen.
Liu Xiangdong, Forscher am China Center for International Economic Exchanges in Beijing, sagte: „Diese Reformen spiegeln eine Entwicklung des regulatorischen Denkens wider – von der Verwaltung von Vermögenswerten über die Steuerung von Kapital bis hin zunehmend zum Risikomanagement.“
Während der Fokus früher auf der Ausweitung des Vermögensumfangs und der Verbesserung der Kapitalrenditen gelegen habe, habe er sich nun auf die Stärkung der systemischen Risikokontrolle verlagert. Dieser Übergang entspreche globalen Regulierungstrends und Chinas Streben nach hochwertigem Wachstum, so Liu.












