China nimmt Offshore-Windpark in mehr als 50 Metern Tiefe im Gelben Meer in Betrieb
China hat am Dienstag seinen tiefstgelegenen Offshore-Windpark in Betrieb genommen. Die erfolgreiche Inbetriebnahme des Projekts unter Auslastung der vollen Kapazität stellt laut der staatlichen China Huaneng Group einen Durchbruch in den Bereichen Tiefseebau, Integration großformatiger Turbinen und Präzisionsinstallationstechnologien dar.
Der Windpark befindet sich etwa 70 Kilometer vor der Nordküste der Shandong-Halbinsel Ostchinas im nördlichen Gelben Meer. Er liegt in Gewässern zwischen 52 und 56 Metern Tiefe und ist Chinas tiefstgelegenstes kommerzielles Offshore-Windprojekt.
Mit einer installierten Gesamtkapazität von 504 Megawatt verfügt der Windpark über 42 Windkraftanlagen mit je 12 Megawatt Leistung. Bei voller Kapazität wird der Windpark jährlich etwa 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen, was ausreicht, um etwa 500.000 Tonnen Standardkohle pro Jahr einzusparen.
Mit der Realisierung des Projekts wurden Herausforderungen wie komplexe Tiefsee-Geologie, häufige extreme Seebedingungen und der Bau in großer Entfernung vor der Küste gemeistert. Zu den Innovationen zählt der Einsatz von vierpfahligen Jacket-Fundament-Konstruktionen mit einer Höhe von bis zu 83,9 Metern – die höchsten ihrer Art in China –, um einen sicheren und stabilen Betrieb der Turbinen in der komplexen geologischen Tiefseeumgebung zu gewährleisten.
Bei diesem Projekt kam zudem eine hochpräzise Positionstechnologie zum Einsatz, die auf der Grundlage des in China entwickelten BeiDou-Satellitennavigationssystems entwickelt wurde und eine Genauigkeit im Millimeterbereich beim Rammen der Pfähle in den Meeresboden ermöglichte. In Kombination mit intelligenter Hilfs-Absenktechnologie wurde die Betriebszeit für das Absenken einer einzelnen Turbine von 48 auf 29 Stunden verkürzt.
Darüber hinaus machte eine kombinierte Technologie aus Drohnen und künstlichen Magnetfeldern die Verlegung von 95,6 Kilometern extrem langen Unterwasserkabeln möglich.
Mit riesigen Windparks an Land in den nördlichen und westlichen Regionen und schnell wachsenden Offshore-Projekten entlang der Ostküste versorgt Chinas Windenergie nicht nur Millionen von Haushalten mit sauberem Strom, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung der landesweiten und globalen CO₂-Emissionen.
Die neu installierte und kumulierte Offshore-Windkraftkapazität Chinas macht laut Daten, die das Ministerium für natürliche Ressourcen im März dieses Jahres veröffentlichte, derzeit jeweils mehr als die Hälfte des weltweiten Gesamtvolumens aus.











