Shenzhen
Chinas „One-Person-Company“-Modell beschleunigt Startup-Boom
Chinas südliche Technologie-Metropole Shenzhen ist zum neuesten Testfeld für das neue „One Person Company“ (OPC)-Modell des Landes geworden, bei dem Gründer künstlicher Intelligenz (KI) nutzen, um schlanke Startups zu führen.
Seit Einführung eines eigenen OPC-Registrierungskanals im März wurden in der Stadt innerhalb von nur zehn Tagen 17.000 Anträge registriert – ein Zeichen dafür, wie schnell KI-gesteuerte Einzelgründungen im ganzen Land Fuß fassen.
Das OPC-Konzept ist Teil einer landesweiten Initiative, um Hürden für Unternehmer zu senken, die mit steigenden Kosten und Fachkräftemangel konfrontiert sind.
Frank Feng, Gründer von Gigaway, gehört zu den Unternehmern, die zeigen, wie das OPC-Modell in Shenzhen kleine Büros zu Wachstumsmotoren machen kann. Durch den Einsatz von KI ist sein Startup in der Lage, seine Fähigkeiten zu erweitern und Dienstleistungen anzubieten, die einst nur größeren Unternehmen vorbehalten waren.
„Die Leute denken bei OPC an ‚One Person Company‘, aber tatsächlich bezieht es sich auf Startups mit nicht mehr als zehn Mitarbeitern. Unser Unternehmen betreibt eine Recruiting-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch die Kombination von KI-Technologie mit Community-Betrieb helfen wir Startups und KMUs, ihre Arbeitgebermarke zu stärken, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und Arbeitssuchende präzise mit Arbeitgebern zusammenzubringen – für eine zielgenauere Einstellung“, so Feng.
Im selben Co-Working-Space arbeiten auch andere OPC-Gründer daran, ihre Unternehmen voranzubringen. Unterstützung bei der Inkubation und Betriebsführung bietet Plug and Play China, das 2016 in den Markt eintrat. Das in Silicon Valley ansässige Unternehmen hat Ende März offiziell eine OPC-Community im Luohu-Distrikt von Shenzhen gegründet.
„Unsere Vision war: Anstatt mehr große Unternehmen in die Region zu locken, warum nicht die vorhandenen lokalen Ressourcen voll ausschöpfen, um frühe Startups zu fördern und zu inkubieren?“, sagte Ye Fei, General Manager des Plug and Play China Greater Bay Area International Innovation Center. „Wir bieten OPCs ein 120-tägiges Inkubationsprogramm mit Unterstützung wie Büro- und Rechenkapazität. Unser eigentliches Ziel ist es, Unternehmen von 0 auf 0,1 zu bringen – die kritischste und schwierigste Phase für jedes Startup“.
Im Nanshan-Distrikt von Shenzhen, einem Zentrum für Hochtechnologieunternehmen, hat sich die KI-Ökologische Gemeinschaft zu einem der größten Inkubatoren für KI-Startups der Stadt entwickelt. Hier gründete Xu Zhanwei, ein Doktorand der Tsinghua-Universität, der letztes Jahr nach Shenzhen kam, sein OPC.
Innerhalb weniger Monate expandierten er und sein Team von einem einzelnen Schreibtisch in ein eigenes Büro. Ihr Flaggschiffprodukt, ein intelligentes Armband für nahtlose Datenerfassung, befindet sich nun in der dritten Generation und wird für die Massenproduktion vorbereitet.
„Als ich mein Unternehmen gründete, war ich komplett auf mich allein gestellt. Ich musste jeden Aspekt des Unternehmens selbst bewältigen. KI-Technologie half mir, meine Fähigkeiten zu erweitern und unterstützte mich bei vielen Aufgaben. Mit der allmählichen Expansion unseres Geschäfts wuchs auch unser Forschungs- und Entwicklungs-Team. Wir waren nicht mehr eine einfache, eng definierte OPC. Wir entwickelten uns von einer One Person Company zu einer One Project Company. Unsere Technologie ist hoch spezialisiert, und wir verbessern unsere Produkte kontinuierlich“, so Xu.
Die Regierung von Shenzhen hat spezielle Dienstleistungskanäle für OPCs eingerichtet. Auch in anderen chinesischen Regionen wie Beijing, Shanghai und Jiangsu wurden unterstützende Maßnahmen und Anreize für OPCs eingeführt. Diese KI-getriebene Welle wird so zu einem Beschleuniger, der immer mehr jungen Menschen hilft, ihre Träume zu verwirklichen.










