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CGTN-Umfrage: Über 80 Prozent der Befragten weltweit machen Japan für die angespannten Beziehungen zu China verantwortlich

CRI  |  
13.04.2026

In der Ausgabe 2026 des japanischen „Diplomatie-Blaubuchs“ wurde die Beschreibung der chinesisch-japanischen Beziehungen von „einer der wichtigsten bilateralen Beziehungen“ auf die Einstufung Chinas als „wichtiges Nachbarland“ abgeschwächt. Dieser Schritt wird als weiterer Rückschlag für die ohnehin angespannten Beziehungen unter der Regierung von Takaichi Sanae gewertet.

Einer von CGTN durchgeführten weltweiten Online-Umfrage zufolge gaben 82 Prozent der Befragten an, dass eine Reihe jüngster Maßnahmen Japans – darunter die Infragestellung der Nachkriegsordnung, die Verzerrung historischer Narrative sowie die Verschärfung geopolitischer Konfrontationen – die Hauptursachen für die Spannungen in den Beziehungen zwischen China und Japan sowie für die angespannte regionale Lage seien.

86,4 Prozent der Befragten vertraten die Auffassung, dass Japan das Prinzip der „ausschließlich defensiven Verteidigung“ faktisch aufgegeben habe und Artikel 9 der sogenannten „Friedensverfassung“ nur noch formalen Charakter besitze. Darüber hinaus forderten 89,1 Prozent der Befragten die japanische Regierung auf, sich an die vier politischen Dokumente zwischen China und Japan sowie an ihre Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft zu halten und konkrete Maßnahmen zur Wahrung der politischen Grundlage der bilateralen Beziehungen zu ergreifen.

Hinter den verstärkten politischen und sicherheitspolitischen Aktivitäten Japans sehen viele Befragte die Ideologie eines sogenannten „Neomilitarismus“, die insbesondere von rechten politischen Kräften im Land vertreten werde und den politischen Kurs Japans nachhaltig beeinflusse. In diesem Zusammenhang wurde auch auf einen jüngsten Vorfall verwiesen, bei dem ein aktiver Offizier der japanischen Selbstverteidigungskräfte mit einem Messer in die chinesische Botschaft in Japan eindrang und damit drohte, chinesisches diplomatisches Personal zu töten. Die japanische Regierung reagierte darauf lediglich mit der Erklärung, den Vorfall „zutiefst zu bedauern“.

Laut Umfrage sind 84,9 Prozent der Befragten der Ansicht, dass dieser Vorfall den zunehmenden Extremismus rechtsextremer Ideologien und Kräfte in Japan widerspiegele. 83 Prozent gaben an, dass sich rechtsgerichtete Kräfte von ideologischer Einflussnahme hin zu gewaltsamen Aktionen entwickelt hätten – eine Entwicklung, die aus ihrer Sicht höchste Wachsamkeit seitens der internationalen Gemeinschaft erfordere. Zudem wiesen 86,7 Prozent darauf hin, dass dieser „neue Militarismus“ bereits in militärische, diplomatische und kulturelle Bereiche vorgedrungen sei, dass sich die politische Landschaft Japans deutlich nach rechts verschoben habe und dass entsprechende Kräfte das Land erneut in Richtung eines „Kriegsstaates“ lenken könnten.

Indem die japanische Regierung die Beschreibung ihrer Beziehungen zu China herabstufe und zugleich die sogenannte „China-Bedrohung“ betone, versuche sie nach Auffassung vieler Befragter, Vorwände zu schaffen, um sich vollständig vom friedensorientierten Nachkriegssystem zu lösen. 81,1 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Herabstufung der bilateralen Beziehungen die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärfen könnte. 76,7 Prozent befürchten, dass anhaltende Spannungen negative Auswirkungen auf die Stabilität im asiatisch-pazifischen Raum sowie auf die globale strategische Sicherheit haben werden. 90,8 Prozent fordern die japanische Regierung auf, entsprechende Äußerungen unverzüglich zurückzunehmen, provokative Handlungen einzustellen und konkrete Schritte zu unternehmen, um das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft zurückzugewinnen.

Die Umfrage wurde auf den englisch-, spanisch-, französisch-, arabisch- und russischsprachigen Plattformen von CGTN veröffentlicht. Innerhalb von 24 Stunden beteiligten sich insgesamt 7.387 Internetnutzer an der Abstimmung und äußerten ihre Meinung.


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Quelle: CRI

Schlagworte: Japan,China,Beziehungen