Zusammenarbeit
China und USA können gemeinsam globale Konsumtrends prägen
China und die USA seien nicht nur die beiden größten Volkswirtschaften, sondern auch die beiden größten Konsummärkte der Welt. Diese Doppelrolle verleihe ihnen eine entscheidende Bedeutung bei der Gestaltung globaler Trends, von Forschung und Entwicklung (F&E) sowie von Lieferketten, sagte Sean Stein, Präsident des US-China Business Council.
Diese gemeinsame Marktmacht schaffe enormes Potenzial für die Zusammenarbeit in Konsumbereichen – von der Kosmetik bis zu den Biowissenschaften. Dies werde auf der aktuellen China International Consumer Products Expo in der Provinz Hainan deutlich, so Stein.

„Die USA und China spielen eine enorm wichtige Rolle dabei, Trends zu setzen und zu bestimmen, welche Produkte weltweit auf den Markt kommen. Besonders spannend ist zu sehen, wie amerikanische und chinesische Unternehmen zusammenarbeiten und Produkte global vermarkten“, sagte Stein.
Als Beispiel nannte er den Erfolg der chinesischen Marke Pop Mart in San Francisco. „Ich habe mich sehr gefreut, zu sehen, dass chinesische Marken weltweit erfolgreich sind. Ihr Erfolg beruht auf internationalen Partnerschaften mit etablierten Marken. [...] Als die beiden größten Konsummärkte der Welt sollten auch die größten Konsummarken der Welt zusammenarbeiten“, fügte er hinzu.
Stein widersprach entschieden der Darstellung, US-Unternehmen würden sich aus China zurückziehen. „Amerikanische Unternehmen investieren weiterhin. Sie gehen nirgendwo hin.“
Niemand komme heute mehr wegen niedriger Löhne nach China, so Stein. Vielmehr zögen die hochqualifizierten Arbeitskräfte und die Möglichkeit zur Produktion in großem Maßstab an.
„Vor 25 Jahren kam niemand nach China, um Forschung und Entwicklung zu betreiben. Heute verlagern die besten Unternehmen einen Großteil ihrer wichtigsten F&E-Arbeit nach China“, sagte er.
Als konkrete Beispiele von der Messe nannte er Estée Lauder, das Produkte für chinesische Verbraucher anpasst – „nicht nur die Verpackung, sondern alles von den Formeln bis zur Entwicklung“. Tapestry Inc, die Muttergesellschaft von Coach und Kate Spade, habe ein echtes F&E-Zentrum in Dongguan in der Provinz Guangdong aufgebaut. „Sie entwerfen Produkte in China und bringen sie weltweit auf den Markt.“
Diese Entwicklung habe ihn dazu veranlasst, die Rolle Chinas neu zu definieren. „Es geht nicht mehr nur um den Markt China, sondern um die Plattform China“, sagte er. „Diese Plattform umfasst Verbraucher, den Geschäftskundenmarkt, Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen, Forschung und Entwicklung, Lieferketten und deren Resilienz. All das gehört dazu – und das wird immer wichtiger.“
Um den bilateralen Handel widerstandsfähiger und gesünder zu gestalten, müssten bei Sicherheitsbedenken klare Grenzen gezogen werden, so Stein. „Wir sollten Sicherheitsbedenken rationalisieren und angemessen einordnen, nicht übermäßig aufblasen.“
He Yadong, Sprecher des Handelsministeriums, erklärte letzte Woche in Beijing, China bleibe über bestehende Konsultationsmechanismen mit den USA zu Themen von gemeinsamem Interesse im Gespräch.
Trotz der Gegenwinde machten Initiativen wie die Messe China zu einem profitableren und risikoärmeren Investitionsstandort, sagte Stein. „So zieht China Investitionen an, und wir sehen eine Reihe von Maßnahmen der chinesischen Seite, die dabei helfen.“












