Population der gefleckten Robben im Bohai-Meer wächst dank wirksamer Schutzmaßnahmen
Die Population der gefleckten Robben im chinesischen Bohai-Meer nimmt dank eines sicheren und stabilen Lebensraums, der durch gezielte lokale Schutzmaßnahmen geschaffen wurde, kontinuierlich zu.
Die auch als „Riesenpandas des Meeres“ bekannten gefleckten Robben stehen in China unter staatlichem Schutz erster Klasse. Die stark bedrohte Art ist die einzige pinnipede Säugetierart, die in chinesischen Gewässern fortpflanzt.
China hat in Dalian in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ein nationales Naturschutzgebiet für gefleckte Robben eingerichtet, das eine Fläche von mehr als 5.600 Quadratkilometern umfasst.
Aktuelle Daten zeigen, dass die Bestände in den beiden Hauptlebensräumen innerhalb des Schutzgebiets – der Huping-Insel und der Mayi-Insel – in diesem Jahr deutlich gewachsen sind. So stieg die Zahl der Robben auf der Huping-Insel von 135 im Vorjahr auf 186, während sie auf der Mayi-Insel von 166 auf 198 zunahm.
Im laufenden Jahr führten die Verwaltung des Naturschutzgebiets und die Küstenwache von Dalian regelmäßige gemeinsame Patrouillen durch. Während dieser Einsätze dokumentierten Forscher mithilfe von Drohnen mehrfach große Gruppen gefleckter Robben, die sich ungestört auf Sandbänken sonnten.
Am 2. April entdeckten sie auf der Mayi-Insel ein neugeborenes Robbenjunges. Diese Beobachtung gilt als bemerkenswert, da gefleckte Robben ihre Jungen in der Regel zwischen Januar und Februar auf Meereis zur Welt bringen und säugen.
Am Donnerstag, dem Nationalen Tag des Schutzes der gefleckten Robben, wurde zudem eine vor knapp zwei Jahren gerettete junge Robbe im Naturschutzgebiet wieder in die freie Wildbahn entlassen.
Das von chinesischen Internetnutzern Nana genannte Tier war im Juni 2024, nur wenige Monate alt, verletzt und orientierungslos in den Gewässern nahe dem Golf Beibu im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität gefunden worden.
Nach mehr als einem Jahr Pflege durch lokale Helfer stieg Nanas Gewicht von 35 auf 50 Kilogramm, und ihre Verletzungen heilten bis November 2025 allmählich. Anschließend wurde sie zur weiteren Rehabilitation und für ein professionelles Auswilderungstraining an die Liaoning Forschungsanstalt für Meeres und Fischereiwissenschaften in Dalian überführt.
Nach Angaben des Instituts ist Nana inzwischen in der Lage, selbstständig zu jagen und weist einen Gesundheitszustand auf, der dem einer wild lebenden gefleckten Robbe entspricht.
„Nach fünf Monaten intensiver Betreuung stieg ihr Gewicht auf etwa 75 Kilogramm, was einem Zuwachs von mehr als 25 Kilogramm entspricht. Basierend auf dem Zeitpunkt ihres Auffindens sowie ihrem aktuellen Erscheinungsbild, Gewicht und ihrer Körperlänge dürfte es sich um ein etwa zweijähriges Tier handeln. Ihre körperlichen Parameter einschließlich der Blutwerte entsprechen denen gesunder Artgenossen“, erklärte Tian Jiashen, Leiter des Labors für den Schutz seltener Meerestiere des Instituts.
Für die Zeit nach der Auswilderung wurde Nana mit einer multifunktionalen Markierung ausgestattet, um ihre Bewegungen wissenschaftlich zu verfolgen.
„Die Verletzungen sind vollständig verheilt. Die Markierung ermöglicht es, nicht nur den Aufenthaltsort der Robbe nach ihrer Freilassung zu erfassen, sondern auch Daten zu Wassertiefe und Temperatur in ihrem Lebensraum zu sammeln. Dies liefert eine wertvolle Grundlage für eine systematischere und umfassendere Erforschung ihrer Wanderbewegungen“, so Tian.











