Chinas Schiffbausektor stellt dank Boom bei umweltfreundlicher Technik im 1. Quartal einen Rekord auf
Getragen von einer stark anziehenden weltweiten Nachfrage und einem raschen Wandel hin zu grünen Technologien ist Chinas Schiffbausektor mit einer historisch starken Leistung im ersten Quartal in das Jahr 2026 gestartet, wie aus am Samstag vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie veröffentlichten Daten hervorgeht.
In den ersten drei Monaten des Jahres erreichte die chinesische Schiffbauproduktion ein Volumen von 15,68 Millionen Tonnen Tragfähigkeit (DWT), was einem Anstieg von 46 Prozent im Jahresvergleich entspricht und einem Weltmarktanteil von 57,3 Prozent gleichkommt. Die Neubestellungen stiegen um beeindruckende 195,2 Prozent auf 59,53 Millionen DWT, was einem dominanten Anteil von 84,9 Prozent am weltweiten Gesamtvolumen entspricht. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 43,6 Prozent auf 322,3 Millionen DWT, was einem Weltmarktanteil von 69,8 Prozent entspricht.
Die Daten belegen, dass China bei Neubestellungen in 15 der weltweit 18 wichtigsten Schiffstypen führend war. In den Segmenten großer Schiffe wie sehr großer Rohöltanker (VLCCs), großer Autofrachter und großer Containerschiffe mit einer Kapazität von über 10.000 Zwanzig-Fuß-Standardcontainern (TEU) lag Chinas Anteil an den weltweiten Neuaufträgen bei über 90 Prozent.
Umweltfreundliche Schiffe weisen den Weg
Über das bloße Volumen hinaus beschleunigt Chinas Schiffbausektor seine grüne Transformation. Im ersten Quartal wurden zahlreiche methanol-, LNG- und rein elektrisch betriebene Schiffe ausgeliefert, begleitet von umfassenden Fortschritten im Bereich umweltfreundlicher Technologien.
Zu den bemerkenswerten Auslieferungen zählten das eigenentwickelte 15.000-TEU-Containerschiff der Kun-Serie mit Methanol-Dual-Fuel-Antrieb, das die Kohlendioxidemissionen jährlich um 120.000 Tonnen senken kann, der große LNG-Tanker „Tianshan“ mit einer Kapazität von 174.000 Kubikmetern, der die weltweit strengsten Emissionsstandards erfüllt, und die „Chuangxin 19“, Chinas erster ausschließlich mit Methanol betriebener See-Fluss-Massengutfrachter, der die CO₂-Emissionen um 90 Prozent reduziert und Schwefeloxide nahezu vollständig eliminiert.
Nach Angaben des Ministeriums machten neu eingegangene Bestellungen für umweltfreundliche Schiffe im ersten Quartal 80,2 Prozent von Chinas internationalem Marktanteil aus. Diese Aufträge umfassten sowohl Dual-Fuel-Lösungen – etwa für Schiffe, die mit LNG, LPG, Methanol oder Ethan betrieben werden – als auch rein elektrisch angetriebene Schiffe.
Effizienzgewinne durch industrielle Cluster
Die Effizienz im chinesischen Schiffbau ist ebenfalls signifikant gestiegen. Das Produktionswachstum von 46 Prozent im ersten Quartal spiegelt laut Chen Wenbo, stellvertretender Generalsekretär der Chinesischen Vereinigung der Nationalen Schiffbauindustrie, schnellere Lieferzeiten und eine stärkere industrielle Koordination wider.
„Die Branche hat sich vom Wettbewerb einzelner Unternehmen hin zu einem ökosystembasierten Modell gewandelt. Industrielle Cluster reduzieren Bauzeiten und Baukosten erheblich“, so Chen.
In Qidong in der ostchinesischen Provinz Jiangsu entsteht derzeit ein industrielles Cluster für hochwertigen Schiffbau und Meerestechnik. Die dortige Werft hat bereits über 70 Schiffe gebaut, die entweder weltweit oder zumindest in China eine Premiere darstellten. Bei einer schwimmenden Produktions-, Lager- und Entladeeinheit (FPSO) stieg die Lokalisierungsrate – also der Anteil der vor Ort gefertigten Komponenten – von 60 Prozent im Jahr 2019 auf heute 90 Prozent, gleichzeitig verkürzten sich die Bauzyklen um mehr als ein halbes Jahr.
Darüber hinaus stammen mittlerweile mehr als 93 Prozent der Materialkategorien und 27 Prozent der Kernausrüstung aus Jiangsu und der umliegenden Region. Dies verdeutlicht die Vorteile der Region durch eine vollständige Wertschöpfungskette – vom Design bis zur Fertigung.
Durch die Integration von KI-Technologien in die Produktion wandelt sich die chinesische Schiffbauindustrie vom bloßen „mehr bauen“ hin zum „intelligenter bauen“ und festigt damit weiter ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.











