KI-basiertes Shopping-Ökosystem
Qwen-Taobao-Integration soll das „618“-Shopping ankurbeln
Das chinesische Technologieunternehmen Alibaba Group gab am Montag bekannt, dass es seinen KI-Chatbot „Qwen“ vollständig in seine E-Commerce-Plattform „Taobao“ integriert habe, sodass Nutzer nun über natürliche Sprachkonversationen nach Produkten suchen, Artikel vergleichen und Käufe abschließen können.
Dieser Schritt markiert einen weiteren bedeutenden Meilenstein für chinesische Technologieunternehmen auf dem Weg, KI-Chatbots zu vollwertigen Shopping-Portalen zu machen und den globalen Wettlauf um die Kommerzialisierung der künstlichen Intelligenz (KI) zu verschärfen – insbesondere angesichts der Tatsache, dass nur noch wenige Tage bis zu Chinas jährlichem „618“-Shopping-Festival verbleiben.
Im Rahmen dieser Neuerung können Nutzer die Qwen-App öffnen und den KI-Assistenten bitten, Produkte zu empfehlen, Preise zu vergleichen und Bestellungen direkt auf Taobao aufzugeben. Auch innerhalb der Taobao-App selbst können Nutzer auf Qwen zugreifen, das Funktionen wie KI-gestützte virtuelle Anproben, Rabattberechnungen und die automatische Suche nach Schnäppchen bietet.
Zudem ist die Qwen-App in der Lage, mehrstufige Gespräche zu führen und Empfehlungen auf der Grundlage sich ändernder Nutzerpräferenzen zu verfeinern – ein Zeichen dafür, dass KI-Systeme über Chat-Schnittstellen hinaus mittlerweile zu Tools werden, die echte kommerzielle Transaktionen und Dienstleistungen ausführen können.
Im März begann ByteDance mit dem Test der Integration seines Doubao-KI-Chatbots in den Douyin-E-Commerce-Store, wodurch Nutzer Einkäufe und Zahlungen direkt in der Doubao-App abschließen können, ohne zur Kurzvideo-Plattform wechseln zu müssen.
Der Zeitpunkt ist bezeichnend. Chinas jährliches 618-Shopping-Festival, eines der größten Online-Handelsevents des Landes, steht kurz vor dem Start, wobei sowohl Alibaba als auch ByteDance KI als Einstiegstor zum Online-Shopping positionieren.
Laut Daten von QuestMobile für das erste Quartal hatte ByteDances Doubao 345 Millionen monatlich aktive Nutzer, verglichen mit 166 Millionen für Qwen. Diese Lücke hat den Druck auf Alibaba erhöht, sich im KI-gesteuerten Shopping zu etablieren, indem Qwen eng in das riesige Produkt-Ökosystem von Taobao integriert wird, um zu verhindern, dass Nutzer zu konkurrierenden KI-Plattformen abwandern.
Die Integration ist auch Teil einer umfassenderen Umstrukturierung innerhalb von Alibaba, die darauf abzielt, die Kommerzialisierung von KI zu beschleunigen. Im März gründete das Unternehmen die Geschäftsgruppe „Alibaba Token Hub“, um die Entwicklung von KI-Modellen, Plattformdiensten und Verbraucheranwendungen unter einer einzigen besser koordinierten Strategie zu vereinen.
Alibaba legt seit Monaten den Grundstein für den KI-Handel. Während der diesjährigen Frühlingsfest-Feiertage startete das Unternehmen eine stark beworbene Kampagne mit Subventionen in Milliardenhöhe, die es Nutzern ermöglichte, Artikel wie Milchtee per KI-Sprachbefehl für nur 1 Fen (0,15 Cent) zu bestellen.
Laut dem Rechenschaftsbericht der Regierung 2026, der auf den diesjährigen „Zwei Tagungen“ vorgelegt wurde, wird China die „KI-Plus-Initiative vorantreiben und ausweiten“ und zum ersten Mal „neue Formen der intelligenten Wirtschaft schaffen“.
Das Land werde zudem die schnellere Anwendung von intelligenten Endgeräten der neuen Generation und KI-Agenten fördern und den groß angelegten kommerziellen Einsatz von KI in Schlüsselsektoren sowie -bereichen vorantreiben, um neue Formen und Modelle von KI-basierten Unternehmen zu fördern, heißt es in dem Bericht.












