Chinesischer A-Aktienmarkt erreicht 11-Jahres-Hoch
Experten zufolge wird sich die Aufwärtsdynamik auf dem chinesischen A-Aktienmarkt voraussichtlich fortsetzen. Dies ist vor allem den strukturellen Chancen zu verdanken, die sich aus der raschen Einführung neuer Technologien und der anhaltenden wirtschaftlichen Erholung des Landes ergeben.

Die Börsen in Shenzhen in der südchinesischen Provinz Guangdong. (Foto von Xinhua)
Diese Einschätzung erfolgte am Montag, nachdem der leitende Shanghai Composite Index auf ein 11-Jahres-Hoch von 4225,02 Punkten geklettert war. Der Shenzhen Component Index legte ebenfalls um 2,16 Prozent zu und der technologieorientierte ChiNext-Index in Shenzhen legte sogar um 3,5 Prozent zu.
Das kombinierte Handelsvolumen an den Börsen in Shanghai, Shenzhen und Beijing überstieg somit 3,56 Billionen Yuan (520 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von fast 16 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag entspricht.
An der A-Aktienbörse notierte Halbleiterunternehmen befeuerten die Rallye am Montag und verzeichneten einen durchschnittlichen täglichen Kursgewinn von 5,01 Prozent.
Fang Jian, Manager eines Fonds für integrierte Schaltkreise bei Yinhua Fund, sagte, die starke Performance chinesischer Technologieunternehmen habe möglicherweise gerade erst richtig begonnen. Der Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) und die Lokalisierung der Halbleiterproduktion würden 2026 enorme Investitionschancen schaffen, da die Chiphersteller ein „großes Auftragsjahr“ erleben würden.
Am Freitag veröffentlichten Chinas oberste Aufsichtsbehörden für Internet, Wirtschaft und Industrie gemeinsam eine Richtlinie, um die Anwendung und innovative Entwicklung von KI-Agenten zu regulieren.
Die Entwicklung und Anwendung neuer thematischer Indizes, KI-gestützte Analysetools und der Ausbau der Finanzmarktinfrastruktur hätten dem chinesischen Kapitalmarkt kräftigen Schwung verliehen, sagte David Day, Geschäftsführer der London Stock Exchange Group für den asiatisch-pazifischen Raum.
Chinas starke Wirtschaftsdaten der letzten Monate – darunter Exporte und Industrieproduktion – hätten internationalen Anlegern mehr Vertrauen gegeben, sagte Thomas Fang, Leiter von China Global Markets bei UBS, während einer Pressekonferenz am Montag. China würde im dritten Quartal wahrscheinlich wieder in einen Inflationszyklus eintreten.
Meng Lei, China-Aktienstratege bei UBS Securities, hat seine Prognose für das Gewinnwachstum der A-Aktien-Unternehmen in diesem Jahr von 8 Prozent (Stand Ende letzten Jahres) auf 11 Prozent angehoben. Meng zufolge sei dies einer der wichtigsten Treiber für den Bullenmarkt der A-Aktien im Jahr 2026.
Anhaltende Kapitalzuflüsse in den A-Aktien-Markt werden eine weitere Triebkraft sein. Diese setzen sich zusammen aus privaten Ersparnissen, die in Vermögensverwaltungsprodukte fließen, der Erholung bei den Emissionen von Investmentfonds, thematischen börsengehandelten Fonds (ETFs), fügte er hinzu. Zudem investieren vermögende Privatpersonen verstärkt in Private-Equity- oder quantitative Fonds.












