Internate ermöglichen Schülern aus abgelegenen Gebieten in Xizang Zugang zu Bildung
Internate sind zu einer guten Wahl für Kinder geworden, deren Familien über das weite Grasland und die hohen Gebirgstäler im Autonomen Gebiet Xizang im Südwesten Chinas verstreut leben, um eine gute Bildung zu erhalten.
Jahrelang war der Zugang zu Bildung eine große Herausforderung für die Kinder in Nagqu in Xizang, das auf einer durchschnittlichen Höhe von über 4.500 Metern liegt und damit eine der höchstgelegenen Städte Chinas ist.
Zu den Schülern, die von den Internaten profitieren, gehört der 13-jährige Tenzin Lobsang, der seine Ferien auf einer Weide verbringt, wo er seinen Großeltern hilft, die Schafe zu hüten, zu scheren und zu melken.
Am letzten Tag seiner Ferien muss sich Lobsang für die Schule vorbereiten und seine Lektionen wiederholen. Seine Schule befindet sich im Zentrum des Kreises Baingoin in Nagqu, etwa zwei Autostunden von seinem Zuhause entfernt. Während der Schulzeit lebt er auf dem Campus.
Lobsangs Mutter, Dawa Drolma, sagt, sie und ihr Mann arbeiteten Vollzeit, während Lobsangs Großeltern normalerweise auf der Weide beschäftigt seien. Die Schulen seien weit von ihrem Zuhause entfernt, daher sei das Internat die beste Wahl. „Wir haben uns erkundigt und erfahren, dass die Baingoin Sinopec Grundschule gut ist. Wir haben uns auch nach den Lehrern erkundigt. Alles ist dort gut, einschließlich des Essens und der Wohnheime. Also haben wir uns für diese Schule entschieden.“
Für Kinder wie Lobsang, die aus abgelegenen Weidegebieten stammen, ermöglicht das Internat nicht nur den Schulbesuch, sondern nimmt ihren Eltern auch die Sorgen.
Dawa Drolma erklärt weiter: „Wir sind sehr beruhigt. Wenn er in der Schule ist, müssen wir uns nie Sorgen machen, dass etwas schiefgeht. Bei den Eltern-Lehrer-Treffen erfahren wir, dass er jeden Tag ein oder zwei Auszeichnungen bekommt und die Lehrer loben ihn ständig. Als Eltern macht uns das einfach sehr glücklich.“
Lobsang sagt: „Indem ich im Internat bin, möchte ich unabhängiger werden und mich nicht bei allem auf meine Eltern verlassen. Wenn ich ständig an sie denken und sie anrufen würde, würden sie sich Sorgen machen, wie ich mich im Wohnheim eingelebt habe. Ich möchte nicht, dass sie sich Sorgen machen.“
Nach dem Mittagessen macht sich Lobsangs Großvater bereit, ihn mit dem Motorrad zurück zur Schule zu bringen. Der Abschied ist mit ein wenig Trauer verbunden, aber die Segenswünsche seiner Eltern und Großeltern sind in das weiße Khata eingewickelt, einen traditionellen tibetischen Schal, der gute Wünsche symbolisiert.
Die 2012 mit Investitionen von Sinopec erbaute Baingoin Sinopec Grundschule ist weithin als „die dem Himmel am nächsten gelegene Grundschule mit Hilfsgeldern“ bekannt.
Ngawang Wangdu, der Direktor der Schule, erklärt: „Unsere Schule ist von 850 Schülern auf jetzt 1.345 angewachsen. Was die Einrichtungen betrifft, ist sie nicht nur die beste im Kreis Baingoin, sondern eine der besten in der gesamten Region Nagqu. Man könnte sie sogar mit einigen Schulen in Lhasa vergleichen.“
Die Schule verfügt der Wohnheimverwalterin Udrup Tsomo zufolge über sechs Schülerwohnheime – drei für Jungen und drei für Mädchen – die nicht nur mit Heizungen und fließendem Wasser, sondern auch mit reichhaltigen täglichen Bedarfsartikeln, wie Shampoo, Zahnbürsten, Zahnpasta, Seife und Gesichtscreme ausgestattet sind.
Bei kostenlosen Mahlzeiten für alle Schüler haben Lebensmittelsicherheit und ausgewogene Ernährung oberste Priorität.
Ngawang Wangdu sagt: „Zusätzlich zu den drei Mahlzeiten am Tag stellen wir den Schülern auch Snacks zur Verfügung. Zwischen den Unterrichtsstunden geben wir ihnen also auch Milch, Brot und Obst, alles sorgfältig ausgewählt, damit die Schüler es genießen können.“
Neben Hochchinesisch, Mathematik und Englisch ist das Erlernen der tibetischen Sprache ebenfalls ein Pflichtteil des Lehrplans. Auch außerschulische Aktivitäten werden betont. Jedes Jahr unterstützen die Sponsoren der Schule etwa 50 Schüler bei Studienreisen in andere chinesische Städte, eine Erfahrung, die viele einheimische Familien als lebensverändernd betrachten.
Lobsang bekam eine solche Gelegenheit und diese Reise inspirierte ihn dazu, über das Grasland hinaus zu träumen. In Beijing besuchte er unter anderem den Tian'anmen-Platz und den Alten Sommerpalast.
Er sagt, ihn habe besonders das Chinesische Museum für Wissenschaft und Technologie beeindruckt, das ihm klargemacht habe, wie mächtig Technologie sei. „Ich möchte auf eine bessere Mittelschule kommen. Und wenn ich groß bin, hoffe ich wirklich, die Nationale Universität für Verteidigungstechnologie besuchen zu können, denn wenn ich online durch Videos scrolle, sehe ich oft Inhalte über diese Universität. Es scheint, dass dort viele herausragende Talente hervorgebracht werden. Ich möchte wirklich auf diese Universität gehen und beim Militär dienen.“
Für Kinder wie Lobsang wird der Weg nach vorne nicht länger durch Geografie oder Entfernung begrenzt, sondern durch die Träume und Ambitionen geformt, die sie zu verfolgen wählen.
Im alten Xizang lag die Analphabetenrate bei über 95 Prozent. 2024 beendeten fast 98 Prozent der Schüler ihre neunjährige Schulpflicht, während die Einschulungsrate an weiterführenden Schulen 91,56 Prozent erreichte.
Seit 2012 bietet Xizang 15 Jahre kostenlose Bildung, die die Schulgebühren, Mahlzeiten und Unterkunft vom Kindergarten bis zur Oberstufe abdeckt.











