share
Home> China

Neuer Pinglu-Kanal soll die Handelsbeziehungen Chinas mit den ASEAN-Staaten stärken

Quelle: People.cn
People.cn  |  
22.05.2026

Der Pinglu-Kanal in der südchinesischen Autonomen Region Guangxi der Zhuang-Nationalität schafft einen neuen Verkehrskorridor, der Westchina direkt mit Südostasien verbindet.

Analysten bezeichnen den Kanal als Chinas ersten großen Schifffahrtskorridor zur Verzahnung von Binnenwasserstraßen und Seehandelsnetzen.

Das Projekt soll den Gütertransport zwischen westchinesischen Regionen und den Mitgliedern des Verbands Südostasiatischer Staaten (ASEAN) erleichtern und sowohl Transportkosten als auch Lieferzeiten im regionalen Handel reduzieren.

Guangxi liegt an der wirtschaftlich bedeutenden Wasserstraße des Flusses Xijiang. Dieser fließt seit Jahrhunderten Richtung Osten zum Perlflussdelta, bevor er ins Meer mündet. Für Südostasien bestimmte Waren aus dem Südwesten Chinas mussten daher über einen mehrere hundert Kilometer langen Umweg durch die dortigen Häfen der Provinz Guangdong transportiert werden. Dies führte zu langen Transportzeiten und hohen Logistikkosten.

Der Pinglu-Kanal verändert diese Situation grundlegend, indem er Nanning, die Hauptstadt Guangxis, direkt mit dem Beibu-Golf verbindet. Dadurch werden die Schifffahrtsrouten um ca. 560 Kilometer verkürzt, womit der Pinglu-Kanal großen Teilen von Guangxi und dem südwestchinesischen Hinterland einen direkteren Meereszugang verschafft.

Der Handel zwischen Guangxi und dem ASEAN ist in den vergangenen Jahren durch ein Freihandelsabkommen und ein umfassendes regionales Abkommen zur Wirtschaftspartnerschaft zwischen China und dem ASEAN floriert. Mit dem steigenden Handelsvolumen wurden eine effiziente Logistik und die Transportkosten zu entscheidenden Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Mit einem multimodalen Transportsystem sollen mit dem Pinglu-Kanal Transportkosten erheblich gesenkt werden. Massengüter aus Westchina können entlang des Xijiang über den Pinglu-Kanal direkt zu den Seehäfen am Beibu-Golf transportiert werden, wo sie auf Seeschiffe umgeladen und weiter zum ASEAN oder zu globalen Märkten gelangen.

Nach Expertenschätzungen werden durch den Kanal die Kosten für Exporte aus Südwestchina um 18 bis 30 Prozent fallen, wodurch sich jährliche Einsparungen von ca. 5 Milliarden Yuan (etwa 630 Millionen Euro) ergeben. Dies steigert die Wettbewerbsfähigkeit von Industriezweigen, die stark in den Handel von Zwischenprodukten mit dem ASEAN eingebunden sind, wie bspw. die Automobilindustrie, der Maschinenbau, erneuerbare Energien oder die Elektroindustrie.

Neben der Senkung von Logistikkosten besteht die Hauptbedeutung des Kanals in der Unterstützung der Transformation Guangxis. Die Region soll sich von einer Transitwirtschaft, die hauptsächlich dem Durchfluss von Waren dient, zu einem regionalen Logistikzentrum entwickeln, in dem auch ein Teil der Wertschöpfung stattfindet.

Mit der Verflechtung von Fluss-, See-, Schienen- und Luftverkehrsnetzen sollen sich die Häfen am Beibu-Golf von einem einfachen Frachtumschlagplatz zu einem internationalen Logistikdrehkreuz entwickeln, das mit regionalen Binnenwasserstraßen genauso verbunden ist wie mit den globalen Seewegen.

Mineralische Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte wie Obst können dann aus den ASEAN-Staaten effizient durch den Kanal in den Südwesten Chinas transportiert werden. Gleichzeitig können Industriegeräte, Anlagen erneuerbarer Energien und elektronische Komponenten nach ihrer Fertigung in Westchina schnell die südostasiatischen Märkte erreichen.

Während sich globale Lieferketten neu ordnen, gewinnen die Handelsbeziehungen zwischen China und dem ASEAN zunehmend an Bedeutung. China und der ASEAN bleiben der größte Handelspartner des jeweils anderen, wobei Guangxi die zentrale Plattform dieser Beziehung darstellt.

Der Pinglu-Kanal ist ein wesentliches Verbindungselement innerhalb des Handelskorridors zwischen China und dem ASEAN an Land und zur See. Er trägt zum Aufbau einer zentralen Logistikverbindung, die Westchina an die globalen Märkte anschließt, bei, mit der ein integriertes Verkehrsnetz aus Eisenbahn-, Straßen-, Wasser- und Lufttransport entstehen soll.

Sobald der Kanal vollständig in Betrieb ist, sollen die Handelsbeziehungen und Lieferketten zwischen China und dem ASEAN noch enger und effizienter werden.

Schlagworte: Pinglu-Kanal,China,ASEAN,Schifffahrtskorridor

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback