Chinas „Hauptstadt der Jade“: Wo die edelsten Steine ihre Form vollenden
Die Stadt Jieyang in der südchinesischen Provinz Guangdong besitzt selbst keine Jadevorkommen. Dennoch hat sie sich zum landesweit führenden Zentrum für das Design, die Verarbeitung und den Handel mit hochwertiger Jadeite-Jade entwickelt. Bereits im Jahr 2006 verlieh der Verband der chinesischen Leichtindustrie der Stadt den Ehrentitel „Hauptstadt der Jade in China“.
Der Schwerpunkt der lokalen Industrie liegt auf der Verarbeitung von Jadeite, ergänzt durch andere Edel- und Halbedelsteine wie Nephrit, Jaspachat, Achat, Bergkristall und Xiuyan-Jade. Die hiesige Handwerkskunst genießt in der gesamten Fachwelt einen legendären Ruf. Unter Kennern gilt das geflügelte Wort: „Die Steine stammen aus Myanmar, doch ihre Vollendung finden sie durch das meisterhafte Handwerk in Jieyang.”
Aus dem traditionellen Handwerk ist heute ein gigantischer Wirtschaftszweig mit mehr als 100.000 Beschäftigten erwachsen. Das Netzwerk umfasst fast 5.000 Händler sowie über 500 spezialisierte Design- und Schnitzstudios. Damit hat sich Jieyang eine lückenlose Wertschöpfungskette aufgebaut, die weit über das reine Handwerk hinausreicht – von Rohstein-Auktionen über künstlerisches Design und industrielle Verarbeitung bis hin zu internationalem Handel, Fachmessen, Kulturtourismus und exklusiven Kunstausstellungen.
Blick in ein lokales Kunststudio in Jieyang: Das ausgestellte Jadeschnitzwerk trägt den Titel „Sanskrit-Klänge im Bambushain“. (Foto: Xinhua/Deng Hua)











