Nordchinesisches Feuchtgebiet zieht nach Schutzmaßnahmen gefährdete Zugvögel an
Das Nandagang-Feuchtgebiet in der nordchinesischen Provinz Hebei entwickelt sich zu einem anschaulichen Beispiel für die Wiederherstellung der Biodiversität, wobei sein klares Wasser und seine grünen Ufer zunehmend gefährdete Zugvögel anziehen.
In den vergangenen Jahren hat das Feuchtgebiet kontinuierlich Restaurierungsmaßnahmen umgesetzt und ehemalige Aquakulturflächen wieder in natürliche Lebensräume zurückverwandelt.
Mehr als 500 Hektar wurden renaturiert, 28 Kilometer Wasserwege wurden ausgebaggert und wieder miteinander verbunden, und einheimische Vegetation wie Tamarisken und Schilf wurde neu angepflanzt. Diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, eine vollständige ökologische Kette des Feuchtgebiets wiederherzustellen und den Vögeln einen idealen Lebensraum zum Rasten und Brüten zu bieten.
In der Folge ziehen die Gewässer eine wachsende Zahl seltener Vogelarten an, die hier rasten, sich ansiedeln und brüten.
Zu den auffälligsten jüngsten Gästen gehören Sichler, eine Art, die in China unter höchstem staatlichen Schutz steht.
Im Mai entdeckten Forscher diese Sichler erstmals in Nandagang. Damit stieg die Zahl der im Feuchtgebiet nachgewiesenen wildlebenden Vogelarten unter nationalem Schutz der Kategorie Grade I auf 18, während die Gesamtzahl der dort dokumentierten Vogelarten auf 273 anwuchs.
„Der Sichler ist als ,Regenbogen der Feuchtgebiete‘ bekannt. Er ist sehr selten und galt laut dem China Red Data Book of Endangered Animals einst als in China ausgestorben. Das Nandagang-Feuchtgebiet verfügt über reichlich Schilfvegetation und flache Gewässer, was es zu einem idealen Lebensraum für den Sichler macht, der in flachen Gewässern und schilfreichen Gebieten gedeiht“, sagte Zhang Jingxing, ein Beamter des Nandagang-Kultur- und Tourismusbüros.
Aktuelle Daten zeigen, dass die Zugvogelpopulationen im Feuchtgebiet von 35.000 im Jahr 2020 auf über 120.000 im Jahr 2025 stark angestiegen sind. Die kontinuierliche Verbesserung der ökologischen Wiederherstellungszonen hat dieses Küstenfeuchtgebiet am Bohai-Meer in ein echtes „Vogelparadies“ verwandelt und den Status dieser Weltnaturerbestätte weiter gestärkt.
Während der diesjährigen Frühjahrszugzeit beherbergte Nandagang zudem eine spektakuläre Ansammlung von mehr als 1.000 Weißstörchen, die häufig als „Riesenpandas der Vogelwelt“ bezeichnet werden. Dieser Zwischenstopp stellte einen neuen Höchstwert der vergangenen Jahre dar.
Auch über 100 Mandschurenkraniche, eine gefährdete Art mit einer weltweiten Population von nur etwa 13.000 Individuen, wurden im Feuchtgebiet beobachtet, ebenso wie mehr als 50 Sibirische Kraniche, die auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature als vom Aussterben bedroht eingestuft sind.
Die Bedeutung des Schutzes solcher Rastplätze für Zugvögel hat internationale Anerkennung gefunden. Im Jahr 2024 wurde das Nandagang-Feuchtgebiet in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen als Teil der Zugvogelschutzgebiete entlang der Küste des Gelben Meeres und des Bohai-Golfs von China (Phase II).











