Katherina Reiche in China
Gemeinsam für Freihandel: China und Deutschland verstärken Kooperation
China und Deutschland bekräftigen ihre Zusammenarbeit. Hohe Wirtschaftsvertreter treffen sich in Beijing, betonen Freihandel und lehnen Protektionismus ab. Deutsche Unternehmen setzen weiter auf Partnerschaften mit China.
Der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng traf sich am Mittwoch in Beijing mit der deutschen Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche. Beide Seiten tauschten sich über die Vertiefung der deutsch-chinesischen Wirtschafts- und Handelskooperation aus, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

He Lifeng führte aus, dass China und Deutschland wichtige Wirtschaftspartner füreinander seien. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern beruhe auf einer soliden Grundlage, verfüge über großes Potenzial und zeichne sich durch eine starke Komplementarität aus. Er äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten die traditionelle Kooperationsgrundlage weiter festigen, das Potenzial für die Zusammenarbeit auch in neuen Bereichen ausschöpfen und durch eine Zusammenarbeit auf hohem Niveau die nachhaltige und gesunde Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen vorantreiben würden.
Reiche bekundete ihrerseits, dass Deutschland ein verlässlicher Wirtschaftspartner Chinas sei. Die deutsche Wirtschaft schätze die wirtschaftlichen Aussichten und die Innovationskraft des Landes und werde die Zusammenarbeit kontinuierlich vertiefen.
Ebenfalls am Mittwoch traf Chinas Handelsminister Wang Wentao mit Reiche zusammen. Wang sagte, sowohl China als auch Deutschland seien große Hersteller, Exporteure, Handelsmächte sowie Nutznießer der wirtschaftlichen Globalisierung. Beide Länder sollten deshalb gemeinsam für Freihandel und Multilateralismus eintreten. China sei bereit, den Dialog und die Konsultationen mit Deutschland zu verstärken, die Liste der Zusammenarbeit zu verlängern und die Liste der Fragen zu verkürzen, um gemeinsam eine stabile und langfristige Entwicklung der chinesisch-europäischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu fördern, so Wang weiter.
Reiche erwiderte, die deutsche Regierung unterstütze den Freihandel und lehne Abkopplung sowie den Abbruch der Lieferketten ab. Deutschland sei bereit, den politischen Austausch mit China zu verstärken, um regelbasierte stabile, ausgewogene, vertrauenswürdige und zukunftsorientierte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern aufzubauen.
Das Treffen fand vor dem Hintergrund statt, dass deutsche Unternehmen weiterhin die Bedeutung stabiler bilateraler Wirtschaftsbeziehungen betonen. Oliver Oehms von der Deutschen Handelskammer in China sagte, hochrangige Austausche seien für deutsche Unternehmen in China entscheidend. Viele deutsche Firmen wünschten sich einen stärker unterstützenden Rahmen für Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen.
Einer Blitzumfrage der Kammer vom Mai 2026 zufolge betrachten 51 Prozent der befragten Unternehmen die Unterstützung von Partnerschaften mit chinesischen Firmen als wichtigste Priorität der deutschen Regierung.
Oehms sieht weiterhin großes Kooperationspotenzial in China. Deutsche Unternehmen könnten mit ihren nachhaltigen und sicheren Produkten zur hochwertigen Entwicklung Chinas beitragen. Die Zahl der Partnerschaften zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen nehme zu.
Auch die EU-Handelskammer in China berichtet von einer verbesserten Stimmung unter europäischen Unternehmen. Kammerpräsident Jens Eskelund sagte, einige europäische Firmen, die früher „in China für China“ produziert hätten, seien heute zunehmend „in China für die Welt“. China sei im Vergleich zu vielen anderen Regionen stabiler geworden.
Jian Junbo, Direktor des Center for China-Europe Relations an der Fudan-Universität in Shanghai, sagte, die beiden großen Exportnationen hätten eine tiefe wirtschaftliche Verflechtung und hochkomplementäre Industrieketten aufgebaut. Die anhaltenden Investitionen deutscher Firmen in China zeigten die starke Basis der Zusammenarbeit. Deutsche Unternehmen verhielten sich pragmatischer als manche europäische Politiker, die auf „De-Risking“ und Protektionismus setzten.
Der deutsch-chinesische Handel erreichte 2025 einen Wert von 253 Milliarden Euro – ein Plus von etwa 2,7 Prozent. China wurde damit erneut Deutschlands größter Handelspartner.












