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Katherina Reiche in China

Pragmatische Zusammenarbeit als Grundlage für die Wirtschaftsbeziehungen

german.china.org.cn  |  
01.06.2026

Nur drei Monate nach dem China-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz unternahm auch die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ihre erste Reise nach China. Ihr Besuch verleiht den chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen mehr Stabilität.

Vom 26. bis 29. Mai besuchte die deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (CDU), China. Sie wurde von einer hochrangigen Delegation aus fast 40 Führungskräften deutscher Top-Unternehmen wie BASF, Siemens Energy und Thyssenkrupp begleitet. Es ist der erste China-Besuch von Reiche seit ihrem Amtsantritt und nach Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundeskanzler Friedrich Merz bereits der vierte Besuch eines deutschen Kabinettsmitglieds innerhalb von nur sechs Monaten. Ihr Besuch unterstreicht nicht nur den Willen der deutschen Wirtschaft, Präsenz auf dem chinesischen Markt zu erweitern, sondern verleiht auch den chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen mehr Stabilität.

Festhalten am Freihandel

Während ihres Besuchs führte Reiche intensive und fruchtbare Gespräche mit mehreren hochrangigen chinesischen Regierungsvertretern. Der chinesische Vize-Ministerpräsident He Lifeng führte aus, dass China und Deutschland wichtige Wirtschaftspartner füreinander seien. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern beruhe auf einer soliden Grundlage, verfüge über großes Potenzial und zeichne sich durch eine starke Komplementarität aus. Er äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten die traditionelle Kooperationsgrundlage weiter festigen und das Potenzial für die Zusammenarbeit auch in neuen Bereichen ausschöpfen könnten.

Der chinesische Handelsminister Wang Wentao wies darauf hin, dass jüngste protektionistische handelspolitische Maßnahmen der EU die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen auf beiden Seiten erheblich beeinträchtigt hätten. Wang sagte, sowohl China als auch Deutschland seien große Hersteller, Exporteure, Handelsmächte sowie Nutznießer der wirtschaftlichen Globalisierung. Beide Länder sollten deshalb gemeinsam für Freihandel und Multilateralismus eintreten, die Kooperation erweitern und gemeinsam dafür sorgen, dass sich die wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen zwischen China und Europa stabil und nachhaltig entwickeln könnten.

Chinesischer Handelsminister Wang Wentao trifft deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. (27. Mai 2026)

Der Vize-Vorsitzende der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Zhou Haibing, betonte bei einem Treffen mit Reiche, China begrüße und ermutige deutsche Unternehmen, sich weiterhin tief auf dem chinesischen Markt zu engagieren und die Dividenden der chinesischen Entwicklung zu teilen.


Zhou Haibing trifft deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. (27. Mai 2026)

Reiche betonte ihrerseits, die deutsche Regierung unterstütze den Freihandel und lehne „Abkopplung“ sowie den „Abbruch der Lieferketten“ ab. Deutschland sei bereit, den politischen Austausch mit China zu verstärken, um regelbasierte stabile, ausgewogene, vertrauenswürdige und zukunftsorientierte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern aufzubauen. Außerdem betonte sie, Deutschland möchte den bilateralen Dialog über grüne Transformation und Klimawandel weiter vertiefen, die Bereiche der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit ausweiten und eine gemeinsame Entwicklung erreichen.

Tiefe chinesisch-deutsche Wirtschaftskooperation

In den vergangenen Jahren zeigten die Daten einen starken Aufwärtstrend der chinesisch-deutschen Wirtschaftskooperation. Chinesische Firmen initiierten dem Jahresbericht der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing zufolge 2025 insgesamt 228 Investitionsprojekte, was einem Wachstum von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit war China 2025 das wichtigste Herkunftsland ausländischer Investitionen in Deutschland und überholte erstmals seit 2017 die USA. Zudem hat China 2025 die USA wieder als Deutschlands größten Handelspartner überholt, wie bereits durchgehend von 2016 bis 2023.

Die Präsenz deutscher Unternehmen in China ist auch stark. Die Deutsche Handelskammer in China teilte am 12. Mai im Rahmen einer Blitzumfrage mit, von den befragten deutschen Unternehmen planen 61 Prozent, ihre Investitionen in China innerhalb der nächsten zwei Jahre auszuweiten. Dieser Wert liegt über dem des Vorjahres (53 Prozent) und markiert den höchsten Stand seit 2023.

Von Volkswagen, das im vergangenen Jahr rund 30 Prozent seines Umsatzes in China erzielte, bis zu BASF, das im März seinen rund 8,7 Milliarden Euro teuren Verbundstandort in der südchinesischen Stadt Zhanjiang in Betrieb nahm – all dies belegt, dass die chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen von komplementären Vorteilen sowie gegenseitigem Nutzen und Win-win-Ergebnissen geprägt sind. 

Reiches Besuch, der auf die China-Reise des Bundeskanzlers Friedrich Merz folgt, deutet darauf hin, dass Berlin den Dialog nach wie vor der Konfrontation vorzieht. Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft und industrieller Motor, hat verstanden: Europas Wohlstand ist eng mit Chinas Markt, Lieferketten und Innovationsökosystem verflochten, hieß es in einem Kommentar von China Daily. 

In jüngster Zeit häufen sich in Deutschland dementsprechend auch die Forderungen nach einer Vertiefung der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit. Zum Beispiel reiste Mitte April der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies nach China. Nach seiner Rückkehr schlug er vor, eine Zusammenarbeit zwischen den deutschen Volkswagen-Werken und chinesischen Autoherstellern zu fördern.

Wie der chinesische Botschafter in Deutschland, Deng Hongbo, am 22. Mai auf einem Wirtschaftsempfang in Berlin betonte, war die wirtschaftliche Zusammenarbeit schon immer der „Stabilitätsanker“ und der „Motor“ der bilateralen Beziehungen. Er hofft, dass die deutsche Wirtschaft in der gesunden und stabilen Entwicklung der chinesisch-deutschen sowie chinesisch-europäischen Wirtschaftsbeziehungen eine positive Rolle spielen und mehr wertvolle Beiträge dazu leisten könnte.

Mit Blick auf die Zukunft passen die chinesischen Entwicklungsziele im 15. Fünfjahresplan wie intelligentes und grünes Wachstum zu Deutschlands Strategie „Industrie 4.0“ und der kohlenstoffarmen Transformation. Beide Länder könnten in aufstrebenden Bereichen wie digitaler Wirtschaft und sauberen Energien zusammenarbeiten. Solange beide Seiten aufeinander zugehen und Offenheit bewahren, werden die chinesisch-deutschen und sogar die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China eine gesunde, stabile und nachhaltige Entwicklung erreichen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Katherina Reiche,China,Zusammenarbeit