Nulltarifpolitik für Afrika kommt chinesischen Sesam-Importeuren und -Verarbeitern zugute
Sesam-Importeure und -Verarbeitungsunternehmen in China berichten von niedrigeren Beschaffungskosten und stabileren Lieferketten dank der Nulltarifpolitik der Volksrepublik für afrikanische Länder.
Seit China am 1. Mai eine erweiterte Nullzollbehandlung für Importe aus allen 53 afrikanischen Ländern gewährt, mit denen es diplomatische Beziehungen unterhält, ist der Zustrom von afrikanischem Sesam nach China sprunghaft angestiegen.
Die Auswirkungen der Politik sind in Qingdao sichtbar, einer bedeutenden Hafenstadt in der ostchinesischen Provinz Shandong. Qingdao wickelt über 80 Prozent der chinesischen Sesamimporte ab und hat damit seine Position als größtes Sesam-Vertriebszentrum Chinas gefestigt.
Der Hafen Qingdaos verfügt über elf Container-Schifffahrtsrouten nach Afrika, die die Märkte in Ostafrika, Westafrika und Nordafrika vollständig abdecken.
Am automatisierten Terminal des Hafens werden Tausende Tonnen von importiertem afrikanischem Sesam von den Containerschiffen entladen. Nach der Zollkontrolle wird der importierte afrikanische Sesam an inländische Fabriken verschickt, wo er zu Sesamöl, Sesampaste und anderen Lebensmitteln weiterverarbeitet wird.
Der Zollbeamte Cui Yao erklärt: „Seit Anfang Mai hat der Huangdao-Zoll die Einfuhr von über 80.000 Tonnen afrikanischen Sesams über den Qingdao-Hafen überwacht, was einem Anstieg von 51,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.“
Die Politik hat die Importe von afrikanischem Sesam erheblich gesteigert, Kosten für Importeure gesenkt und gleichzeitig den Agrarhandel zwischen China und Afrika belebt.
Li Xueqin, Geschäftsführerin eines internationalen Speditionsunternehmens, sagt: „Seit der Einführung der Nulltarifpolitik wurde der Zollsatz für Sesam aus Ländern wie Nigeria von zehn Prozent auf null gesenkt. Wir planen derzeit, 5.000 Tonnen bis 10.000 Tonnen nigerianischen Sesam zu importieren. Pro 100 Tonnen importierter Sesamsaat spart unser Unternehmen etwa 68.000 Yuan RMB (rund 10.050 US-Dollar) an Zöllen. Niedrigere Beschaffungskosten verbessern die Preiswettbewerbsfähigkeit und die finanzielle Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens, erweitern unsere Lieferkettenoptionen und machen die Produktlieferkette stabiler und sicherer.“
Ein Teil der im Qingdao-Hafen entladenen afrikanischen Sesamimporte wird in den Kreis Pingyu in der zentralchinesischen Provinz Henan verschifft. Der als „Heimatstadt des chinesischen weißen Sesams“ bekannte Kreis beherbergt über 260 Sesamverarbeitungsunternehmen mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von über 50 Millionen Kilogramm.
In der Vergangenheit waren diese Unternehmen stark auf die inländische Sesamversorgung angewiesen, was sie für Wetterextreme und Preisschwankungen anfällig machte. Jetzt haben die zollfreien Importe aus mehreren afrikanischen Ländern geholfen, diese Lücke zu schließen.
Feng Lei, stellvertretender Geschäftsführer eines lokalen landwirtschaftlichen Entwicklungsunternehmens, sagt: „Früher waren wir auf inländischen Sesam und vielleicht ein oder zwei Importquellen angewiesen. Jetzt kann Sesam aus mehreren afrikanischen Ländern zollfrei eingeführt werden. Mit mehr Quellen ist unsere Fähigkeit, Risiken zu widerstehen, viel besser.“
Einige der im Qingdao-Hafen entladenen afrikanischen Sesamimporte sind für die Gemeinde Xibu in der ostchinesischen Provinz Anhui bestimmt. Die als „Heimatstadt des Sesamöls“ bekannte Gemeinde beherbergt 32 Sesamöl-Produktionsunternehmen, die jährlich 13 Prozent des landesweiten Sesamöls produzieren. 95 Prozent des Rohmaterials – weiße Sesamsaat – stammen aus Afrika. Seit der Einführung der Nulltarifpolitik sind die Beschaffungskosten für die lokalen Unternehmen gesunken. Der größte Produzent der Stadt verzeichnet dramatisch gesunkene Beschaffungskosten. Das Unternehmen ist seit langem auf Importe aus Nigeria, dem Tschad und Togo angewiesen.
Xi Hua, Assistent des Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, erklärt: „Wir kaufen jährlich 30.000 bis 40.000 Tonnen Sesam, mit Ausgaben von rund 400 Millionen Yuan RMB (etwa 59,1 Millionen US-Dollar). Dank der Nulltarifpolitik wurden unsere Beschaffungskosten um 30 bis 40 Millionen Yuan RMB (etwa 4,4 bis 5,9 Millionen US-Dollar) gesenkt.“











