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Der Boom bei Produkten aus Yiwu zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 unterstreicht die Entwicklung der chinesischen Industrieproduktion

People.cn  |  
16.06.2026

Die kleine Stadt Yiwu in der ostchinesischen Provinz Zhejiang ist unter dem Namen „Supermarkt der Welt“ bekannt. Denn von hier aus werden 233 Länder und Regionen auf der ganzen Welt mit etwa 2,1 Millionen verschiedenen Produkten beliefert. Der weltweit größte Handelsplatz für kleine Konsumgüter, der auch für seinen weltweit hohen Marktanteil bei Weihnachtsdekoration bekannt ist, hat seit kurzem in den WM-Modus geschaltet. Nach den Daten der Yiwu Sports Goods Association werden fast 70 Prozent der WM-Fanartikel in Yiwu hergestellt. Und das ausgerechnet jetzt, wo die Begeisterung für diese Weltmeisterschaft zunehmend von kommerziellen Logiken geprägt wird.

Patente und Lizenzen machen den Wettbewerb zu mehr als nur einer Preisfrage

Viele Unternehmen haben frühzeitig Designs patentieren lassen und sich die offiziellen Markenlizenzen von Nationalmannschaften und Fußballvereinen gesichert, um sich nicht nur über den Preis im Wettbewerb behaupten zu können. Offiziellen Angaben zufolge wurden in Yiwu 2025 1.546 neue Anträge auf den zollrechtlichen Schutz geistigen Eigentums gestellt, ein Anstieg von 29,05 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Um mit der wachsenden Nachfrage der Händler Schritt zu halten, haben die lokalen Behörden sogar ein Servicezentrum für geistiges Eigentum innerhalb des Yiwu International Trade Market eingerichtet. Dort werden 34 Dienstleistungen unter einem Dach angeboten, von Patentanmeldungen und Markenregistrierungen bis hin zum Schutz von Rechten im Ausland.

Qualität und Schnelligkeit verändern die Lieferkette

Marktanalysen zu Konsumgütern deuten darauf hin, dass sich die Rolle von „Made in China“ bei Sportartikeln wandelt – weg von reiner Billigproduktion hin zu einem Liefernetzwerk mit verlässlicher Qualität und schneller Reaktionsfähigkeit.

Wie die „Financial Times“ schreibt, entbehrten die Industriestrategien vieler Länder des „langfristigen und ganzheitlichen Ansatzes“, wie er in China zu beobachten sei. Die Wettbewerbsfähigkeit leide dort weiterhin unter komplizierten Regulierungen, Fachkräftemangel, steigenden Energiekosten und einem schleppenden Ausbau der Infrastruktur.

Vor diesem Hintergrund bleibt das Zusammenspiel von hohen Produktionskapazitäten, effizienten Herstellungsprozessen und langfristig aufgebautem industriellem Know-how in China für andere schwierig nachzuahmen.

Tian Xuan, Dekan an der Guanghua School of Management der Peking-Universität, betont, die wahre Stärke der chinesischen Lieferkette liege neben den Kostenvorteilen darin, schnell auf veränderte Marktnachfrage reagieren zu können, ohne die Lieferfähigkeit großer Stückzahlen zu beeinträchtigen.

Trendgetriebener Konsum befeuert den Markt

Straßenhändler in Mexiko erkennen oft als eine der ersten, für welche Souvenirs sich Fußballfans besonders interessieren, und leiten diese Beobachtungen direkt an die Lieferanten weiter. Laut einem Bericht der „Global Times“ berichten Verkäufer häufig, chinesische Produkte seien vielfältiger, verkauften sich schnell und könnten rasch nachgeliefert werden.

Nach den Zahlen des Zolls in Yiwu beliefen sich die Exporte von Sportartikeln und -ausrüstung aus Yiwu im Jahr 2025 auf 11,65 Milliarden Yuan (1,49 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 20,3 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Bereits in den ersten beiden Monaten wurden Waren im Wert von 2,34 Milliarden Yuan (300 Millionen Euro) exportiert, eine Steigerung von 38,5 Prozent. In die WM-Gastgeberländer Kanada, USA und Mexiko legten die Exporte im Vorjahresvergleich um 21,3 Prozent auf 550 Millionen Yuan (70 Millionen Euro) zu.


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Quelle: People.cn

Schlagworte: Yiwu,Fußball,Weltmeisterschaft