China macht Fortschritte in Kampf gegen Desertifikation
Chinas Bemühungen zur Bekämpfung der Wüstenbildung haben sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Das wegweisende ökologische Projekt, das Drei-Nord-Schutzgürtel-Waldprogramm, schreitet planmäßig voran, wie aus Daten der Nationalen Forst- und Graslandverwaltung hervorgeht.
Als eines der Länder, die weltweit am stärksten von Wüstenbildung betroffen sind, liegen Chinas Wüstengebiete hauptsächlich im Nordwesten, Norden und Nordosten des Landes, die als die „Drei-Nord“ bezeichnet werden. Das im Jahr 1978 gestartete Projekt ist heute das weltweit größte Aufforstungsvorhaben.
Die sechste Phase des Drei-Nord-Schutzgürtel-Waldprogramms (2021–2030) hat ihre mittelfristigen Planziele erreicht. Von den insgesamt geplanten 30,87 Millionen Hektar wurden bereits 23,67 Millionen Hektar erfolgreich mit Aufforstungs- und Schutzmaßnahmen versehen.
Während des 14. Fünfjahresplans (2021–2025) hat China die umfassende Prävention und Bekämpfung der Desertifikation verstärkt und das Projekt kontinuierlich vorangetrieben. Dabei wurden 10,13 Millionen Hektar Wüstenfläche sowie 1,95 Millionen Hektar steinige Wüstenfläche erfolgreich saniert.
Im Bund Alxa im Autonomen Gebiet der Inneren Mongolei im Norden Chinas läuft derzeit ein Randverriegelungsprojekt auf Hochtouren, bei dem durch die Anpflanzung von Vegetationsgürteln entlang der Ulan-Buh-Wüste Wanderdünen fixiert werden.
Zum Einsatz kommen fortschrittliche Geräte zur Anlage von Sperrgürteln in der Wüste. Multifunktionale Raupen-Barrierenanlegemaschinen produzieren sogenannte Strohquadrate mit einer Arbeitsleistung, die das 20- bis 30-Fache der traditionellen Handarbeit beträgt. Zudem wird ein KI-gesteuerter Säroboter eingesetzt, der autonom auf Dünen arbeitet und Grassamen ausbringt. Dadurch erhöht sich die Keimrate um 15 bis 20 Prozent, während der Wasserverbrauch um 90 Prozent reduziert wird.
2026 plant der Bund Alxa, 179.960 Hektar Land für die sechste Phase des Drei-Nord-Projekts zu behandeln. Bislang sind 43 Prozent der Aufgabe erfüllt.
Viele Regionen haben Wege gefunden, Wüstenbekämpfung mit wirtschaftlichem Nutzen zu verbinden.
Im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas haben die Mitarbeiter einer Experimentstation im stark wüstenbetroffenen Kreis Hotan, der am Rande der Taklamakan-Wüste liegt, eine neue Pflanzmethode entwickelt, die Windschutzwälder, Wirtschaftswälder und Unterholzkulturen synergetisch kombiniert, um die Sandbekämpfung effizienter und profitabler zu gestalten.
Parallel dazu nutzt der Kreis Qiemo in Xinjiang die lokalen Gegebenheiten, um Sandpflanzen, darunter Heilpflanzen und Obstbäume, anzubauen. Dies bringt nicht nur ökologische Vorteile, sondern erhöht auch das Einkommen der Bevölkerung.
Zhu Yajuan vom Institut für Wüstenforschung der Chinesischen Akademie für Forstwissenschaften erklärte, dass die Wüstenbekämpfungsmaßnahmen in die Strategie der lokalen nachhaltigen Entwicklung eingebettet seien. Im östlichen Sandgebiet erfolgte die Anpflanzung verschiedener Straucharten. In den zentralen und westlichen Regionen erweitert sich das Nutzungsspektrum um neue Trockenfrüchte aus der Wüste – wie etwa die großfrüchtigen Sandjujuben (Elaeagnus moorcroftii), neben der bereits etablierten Cistanche-Kultur.
Bis heute verzeichnet China einen anhaltenden Rückgang der Wüstenfläche. Während Ende des letzten Jahrhunderts die Wüste jährlich um durchschnittlich 340.000 Hektar wuchs, schrumpft sie heute im Jahresmittel um 670.000 Hektar.
In den acht großen Wüsten und vier großen Sandgebieten Chinas hat die Bodenwinderosion seit dem Jahr 2000 um rund 40 Prozent abgenommen. Die Vegetationsbedeckung liegt heute bei durchschnittlich 21,17 Prozent – das sind 2,84 Prozentpunkte mehr als noch vor zehn Jahren.
Im Drei-Nord-Projektgebiet liegt die Wald- und Grasbedeckung mittlerweile bei 40,76 Prozent. Zudem konnten 67,82 Prozent der behandelbaren Sandfläche erfolgreich renaturiert werden.












