Vorteile für Realwirtschaft und globale Finanzentwicklung
China überholt USA bei Fintech-Patenten
Chinesische Banken und Technologieunternehmen haben die USA bei der Anmeldung von Fintech-Patenten im vergangenen Jahrzehnt überholt. Das berichtet die japanische Tageszeitung Nikkei Asia unter Berufung auf eine Studie des Tokioter Forschungsinstituts Patent Result. Demnach führt China nun weltweit sowohl in der Anzahl als auch in der Qualität der Patentanmeldungen – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz (KI).
Nikkei Asia hatte gemeinsam mit Patent Result zehn Jahre lang – 2015 bis 2025 – Fintech-bezogene Patentanmeldungen in 118 Ländern und Regionen ausgewertet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 120.000 – fast dreimal so viele wie im vorangegangenen Jahrzehnt.
Auf China entfielen 38 Prozent aller Anmeldungen, gefolgt von den USA mit 17 Prozent, Südkorea mit 9 Prozent und Japan mit 8 Prozent. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahrzehnt, als China hinter den USA und Südkorea noch auf Platz drei lag, hat sich die Zahl der chinesischen Anmeldungen verzehnfacht.
Dong Shaopeng, leitender Forscher am Chongyang-Institut für Finanzstudien der Renmin-Universität China, erklärte, Chinas Investitionen in Forschung und Entwicklung seien vor dem Hintergrund der wachsenden Wirtschaftskraft des Landes in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.
Auch in der Qualität liegt China mittlerweile vorn. In puncto Patentwert und Wettbewerbsfähigkeit rangiert das Land laut der Studie an erster Stelle, gefolgt von den USA und Japan. Unter den Unternehmen führt der E-Commerce-Riese Alibaba Group die Rangliste an.
China zeichne sich zudem durch die Entwicklung neuer KI-gestützter Technologien aus, wie das Beispiel der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) zeigt. Wie Nikkei berichtet, setzt die ICBC KI zur Vorhersage von Kreditrisiken ein: Sie analysiert Kundenverhalten und Einkommen, um die Kreditwürdigkeit und die Ausfallwahrscheinlichkeit zu bewerten. Zudem besitzt die Bank ein Patent für ein System, das auf Basis von Nutzerstandortdaten und Wetterinformationen die Wiederbefüllung von Geldautomaten effizient plant und so Kosten senkt.
Dong betonte, dass Chinas Patente nicht nur zahlenmäßig, sondern auch qualitativ überzeugten. Diese anwendungsorientierten Patente seien eng an reale Szenarien in China gekoppelt, wiesen hohe Verwertungsquoten und große praktische Relevanz auf. Sie verkörperten einen innovationsgetriebenen, nachfrageorientierten Entwicklungsansatz, der weit über das bloße Streben nach Patentzahlen hinausgehe.
Die Patent-Erfolge dienten der Realwirtschaft und erhöhten durch den Einsatz von Hochtechnologie die Sicherheit des Finanzsystems, so der Analyst weiter. Chinas Fintech-Innovationen verfolgten den Ansatz, sich selbst zu entwickeln und zugleich der Welt zu nützen. „Durch Technologie-Spillover und kooperative Win-win-Partnerschaften bietet China der Welt einen nachahmbaren Weg für inklusive Finanzierung.“
Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, haben überdies auch grenzüberschreitende Dienstleistungen mit dem digitalen Yuan (e-CNY) neue Fortschritte erzielt. Im Juni haben sich 26 Finanzinstitute als Direktteilnehmer beim e-CNY Center International Co. in Shanghai registriert. Während eine einzelne grenzüberschreitende Transaktion im herkömmlichen Modell oft über drei bis fünf Zwischenbanken laufen muss, können die Institute dank der grenzüberschreitenden e-CNY-Transferdienste direkt mit den Zahlungssystemen von Währungsbehörden sowie in- und ausländischen Finanzinstituten verbunden werden. Die Abwicklungsdauer verkürzt sich dadurch von mehreren Werktagen auf wenige Stunden.
Dong erklärte, dass Chinas Fintech-Innovationen – darunter Blockchain- und Digital-Yuan-Technologien – technische Lösungen für den Aufbau eines diversifizierten internationalen Zahlungssystems bereitstellten. Ein effizientes, technologiegestütztes Finanzsystem könne chinesische Lösungsansätze für eine faire, gerechte und für beide Seiten vorteilhafte globale Finanzordnung liefern.












