Chinesische Speicherchip-Hersteller bauen ihre Kapazitäten wegen der ansteigenden Nachfrage aus
Chinesische Speicherchip-Hersteller erweitern ihre Produktionskapazitäten, da ein KI-Boom eine Versorgungslücke auf dem globalen Speicherchip-Markt auslöst und damit die Nachfrage in den nachgelagerten Bereichen ankurbelt.
Brancheninsider erklärten, dass die Speicherchip-Branche vor einer Phase großen Aufschwungs stehe, da der globale Speicherchip-Markt einen beispiellosen Boom erlebe.
Zwar sind die Preise für Speicherchips weltweit gestiegen, doch laut Experten ist der Hauptgrund für diesen Preisanstieg nicht die boomende Nachfrage der Endverbraucher, sondern der „Abzweigungseffekt“ von KI-Chips auf die Produktionskapazitäten für Speicherchips.
„Produktionslinien werden auf profitablere KI-Chips umgestellt, und nur noch wenige Chip-Hersteller produzieren herkömmliche Speicherchips. Aus Angst vor möglichen Versorgungsengpässen haben Cloud-Dienstleister Vorräte angelegt und Aufträge im Voraus gesichert, was zu Panikkäufen geführt hat, die die Versorgungslücke weiter vergrößern“, sagte Xin Yi, Forschungsleiter bei IDC China.
Viele chinesische Speicher-Unternehmen beschleunigen den Ausbau ihrer Kapazitäten, um mit den Bestellungen Schritt zu halten.
Biwin Storage Technology, ein Unternehmen aus Chinas Technologiezentrum Shenzhen, baut seit Ende letzten Jahres Kapazitäten für Speichermodule der Enterprise-Klasse und andere Produktlinien aus.
„Derzeit laufen unsere Produktionslinien nahezu auf Vollauslastung. Wir expandieren in Bereiche mit hoher Nachfrage, insbesondere in den Bereich der Enterprise-Speicher für Rechenzentren, darunter Enterprise-SSDs und Speichermodule der Enterprise-Klasse“, sagte He Han, Geschäftsführer von Biwin Storage Technology.
Die Verknappung hat zudem zu einem deutlichen Anstieg der Aktienkurse von Speicherchip-Herstellern am Kapitalmarkt geführt. Führende Unternehmen wie Samsung Electronics, SK Hynix und Micron verzeichneten allesamt Kurssprünge, wobei ihre Marktwerte jeweils eine Billion US-Dollar überstiegen.
Experten weisen darauf hin, dass es sich bei dieser Preissteigerungsrunde nicht um einen einfachen zyklischen Preisanstieg handelt, sondern um einen durch KI ausgelösten langfristigen Strukturwandel, und dass sich der Aufwärtstrend bis 2028 fortsetzen könnte.
„Was Angebot und Nachfrage betrifft, beobachten wir eine anhaltende Angebotsverknappung, während die Nachfrage weiter steigt. Unsere grundlegende Einschätzung ist, dass sich die Versorgungsknappheit bei Speicherchips zwischen 2027 und 2028 nicht entspannen wird“, sagte Xin Yi von IDC.
Ein aktueller Forschungsbericht von JPMorgan besagt jedoch, dass der rapide steigende Anteil von KI-Speicher an den Investitionsausgaben von Cloud-Dienstleistern, der in diesem Jahr voraussichtlich 52 Prozent erreichen und im nächsten Jahr möglicherweise 70 Prozent übersteigen wird, langfristig nicht tragfähig ist.
„Kurzfristig werden die hohen Bewertungen durch die Angebots-Nachfrage-Lücke bei HBM (High Bandwidth Memory) gestützt, sodass das Abwärtsrisiko begrenzt ist. Doch jenseits des Jahres 2027 wird der Speichersektor vor einem echten Stresstest stehen, sollte die Kommerzialisierung der KI nicht mit dem Ausbau der Kapazitäten Schritt halten können“, so Xin.











