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Ein verändertes Bild von Chinas Entwicklung

Warum der „Schock“ in Wahrheit eine Chance ist Exklusiv

german.china.org.cn  |  
09.07.2026

Von Oliver Eschke

Viel ist in den letzten Wochen vom angeblichen „China-Schock 2.0“ die Rede, welcher in Europa und den USA selbstredend negativ konnotiert ist. Wenn sich die Medien in vielen westlichen Ländern jedoch im Detail mit den Fakten beschäftigen würden, würden sie schnell merken: Chinas wirtschaftlicher und technologischer Aufstieg schafft in Wahrheit riesige Chancen für die ganze Welt.

Ein Roboter auf der vierten China International Supply Chain Expo (CISCE) in Beijing. (Foto von Xinhua) 

Es ist nun schon fast zwei Jahre her, dass der sogenannte „DeepSeek-Moment“ vielen Menschen in Europa und Amerika vor Augen führte, wie fortschrittlich China mittlerweile geworden ist. Diese eigentlich positive Neuigkeit wurde jedoch wie so oft schnell negativ interpretiert. Egal ob es um die Roboter von Unitree, die selbstfahrenden E-Autos von BYD oder die Lieferdrohnen von DJI geht – alles wurde nun zur Bedrohung für den Westen hochstilisiert. War früher, als China noch die „Werkbank der Welt“ war, vom „China-Schock“ die Rede, hatte das nun nach westlichem Verständnis über Nacht plötzlich innovativ gewordene China den „China-Schock 2.0“ hervorgerufen. Der Deutschlandfunk fragte jüngst „Der China-Schock 2.0 – Macht China unsere Industrie platt?”, während die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Sorge versuchte zu erklären: „Wogegen sich Deutschland und Europa wappnen müssen.“

Wann kommt der Westen im heute an?

In allem steckt kaum versteckt dieselbe falsche Wahrnehmung, die noch auf dem Narrativ der überholten historischen Vorstellungen basiert. Ein starkes China, so dieses Klischee, ist eine Bedrohung für den Westen. Es ist überfällig, von diesem gefährlichen Stereotyp Abstand zu nehmen.

China ist mittlerweile kaufkraftbereinigt die größte Volkswirtschaft und der größte Exporteur der Welt. Durch clevere, langfristige und transparente Planung verfolgt das Land unter der zentralen Führung seit Jahrzehnten konsequent einen Weg hin zu qualitativ hochwertigem Wachstum. Mit jährlich wachsenden Investitionen in Forschung und Entwicklung wurde ein ausgezeichnetes Ökosystem aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Investoren, Inkubatoren und Startups geschaffen, das nun konstant erfolgreiche Unternehmen in Zukunftsbranchen entstehen lässt. Selbstredend ist China längst nicht mehr die „Werkbank“, die die Welt mit Billigprodukten beliefert. China ist seit 2025 in den Top 10 des „Global Innovation Index“ und steht an der Spitze zahlreicher relevanter Rankings zu angemeldeten Patenten oder wissenschaftlichen Publikationen.

Es sind chinesische Forschende und Unternehmer, die seit Jahren wertvolle Beiträge zur E-Mobilität, zur grünen Energie oder zur künstlichen Intelligenz (KI) leisten. Wichtig dabei ist jedoch, dass davon keineswegs China allein profitiert. Im Gegenteil, im Sinne der „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“ ist die Volksrepublik darum bemüht, seine Entwicklungen sowie enormen Marktchancen mit der Welt zu teilen. Deutsche Global Player wie Volkswagen, Siemens oder BASF nutzen Chinas Innovationskraft beispielsweise, um im Zuge der „In China, für die Welt“ -Strategie wettbewerbsfähige Produkte für die internationalen Märkte zu entwickeln. Im Bereich KI verfolgt China so strikt wie kaum ein anderes Land den Open Source-Ansatz, um Menschen auf der ganzen Welt kostenfreien Zugang zu den fortschrittlichsten Large Language Models (LLM) o.ä. zu gewähren.

Innovation ist keine Bedrohung

Zu Recht stellten die Autoren Karoline Rogge, Qi Song und Hauke Luetkehausdaher letzte Woche im China.Table  klar, dass der angebliche „China-Schock“ in Wahrheit ein „Innovationsschock“ ist. Mit seinen zahlreichen Erfolgen in wichtigen Zukunftsbranchen verdeutlicht China dem Rest der Welt, wie Innovation zu erfolgreicher Wirtschaftsentwicklung beiträgt. Während die Wirtschaften in den meisten Ländern Europas sowie in den USA aktuell enorm schwächeln, erzielt China auch unter den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen durch seine Produktivkräfte neuer Qualität eine Wachstumsrate um die fünf Prozent. Mit seinen Produkten im Bereich der Solarenergie oder E-Mobilität trägt es zur weltweiten grünen Transformation bei, mit seinen effizienten Bauunternehmen verbessert es in vielen Ländern die Infrastruktur und auch im Gesundheitsbereich trägt das Land maßgeblich zum medizinischen Fortschritt bei.

Manchmal erscheint es so, als sei der Westen zu sehr in seinem eigenen Nullsummendenken gefangen, als dass er sich vorstellen könnte, dass der Fortschritt von Land A nicht zum Nachteil von Land B erfolgen kann. Das Beispiel China belegt dies jedoch bereits seit Langem. Daher sollte man endlich vom Gerede um einen „China-Schock 2.0“ ablassen und den Worten von Ministerpräsident Li Qiang Gehör schenken, der stattdessen beim Sommer-Davos des World Economic Forum (WEF) von den „China-Chance 2.0“ sprach. Davon würden im Endeffekt alle profitieren.

Der Autor ist langjähriger Ostasienexperte, war lange Jahre für internationale und chinesische Organisationen tätig und arbeitet nun als freier Journalist in China. 

Die Meinung des Autors spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: KI,China-Schock,China-Chance