Bildungsreform
China erweitert Berufsbildung um 27 Studiengänge für Zukunftsbranchen
Das chinesische Bildungsministerium erweitert ab 2027 das Angebot an praxisnahen Studiengängen um 27 neue Fachrichtungen. Mit dieser Maßnahme soll dem akuten Mangel an hochqualifizierten Fachkräften in strategischen Zukunftssektoren und im Dienstleistungsbereich entgegengewirkt werden.
Das Ministerium reagiert damit auf den rasanten Strukturwandel der Wirtschaft und erweitert das Angebot im Bereich der beruflichen Hochschulbildung. Ab dem Jahr 2027 können sich Studierende in insgesamt 27 neuen, praxisnahen Studiengängen einschreiben. Ziel dieser Bildungsoffensive ist es, dem Mangel an hochqualifizierten Fachkräften in strategisch wichtigen Zukunftssektoren entgegenzuwirken und die Qualität im Dienstleistungssektor zu steigern. Das neue Angebot umfasst 18 praxisorientierte Bachelorstudiengänge sowie neun berufsbezogene Kurzstudiengänge an höheren Fachschulen.
Die neuen Lehrpläne decken ein breites fachliches Spektrum ab, das von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz (KI) über die grüne Energiebranche bis hin zu dringenden sozialen Bedürfnissen reicht. Im Fokus stehen zukunftsweisende Branchen wie die Digital- und KI-Sektoren, die „Low Altitude-Economy“ der moderne Maschinenbau sowie die Stadtentwicklung.
Um die Wertschöpfung im Dienstleistungssektor gezielt zu steigern, führt das Ministerium unter anderem den Bachelorstudiengang „Technologietransfer- und Vermittlungsmanagement“ ein. Zusätzlich wird der Studiengang „Logistik- und Transporttechnik für die bodennahe Luftfahrt“ angeboten, der den Einsatz von Transportdrohnen und autonomen Flugobjekten künftig wissenschaftlich und praktisch begleiten soll.
Gleichzeitig reagiert die Behörde auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel im sozialen Bereich. So werden die kürzeren Fachschulstudiengänge unter anderem um die Fachrichtungen „Frühkindliche Entwicklungsförderung und Familienberatung“ sowie „Kur- und Gesundheitstourismus“ ergänzt.
Auch auf die rasanten Entwicklungen im Technologiesektor und neue, staatlich anerkannte Berufsbilder reagiert die Bildungspolitik unmittelbar. So finden sich auf der Liste der neuen Studiengänge zukunftsweisende Fachrichtungen wie „Entwicklungstechnologie für humanoide Roboter“, „Ingenieurtechnik für digitale Zwillinge“ und „Fahrzeug-zu-Alles-Kommunikation“ (V2X), die eine Schlüsselrolle beim autonomen Fahren spielt.
Im Bereich der nachhaltigen Energiewende setzt China künftig auf spezialisierte Ingenieurinnen und Ingenieure für Wasserstofftechnologien. Zudem wird ein neuer Studiengang für intelligente Betriebs- und Wartungstechnik für Energiespeicheranlagen und -materialien eingerichtet.
Diese jüngste Erweiterung ist Teil einer langfristigen Strategie zur Modernisierung des chinesischen Berufsbildungssystems. Seit der Einführung des neuen Verzeichnisses für Berufsbildungsstudiengänge im Jahr 2021 hat das Bildungsministerium insgesamt 169 neue Studiengänge akkreditiert. Damit machen diese neuen, auf den modernen Arbeitsmarkt zugeschnittenen Fächer inzwischen rund elf Prozent des gesamten akademisch-praktischen Lehrangebots des Landes aus.












