Chinas Hafen Qingdao baut Handel mit den ASEAN-Staaten dank politischer Impulse aus
Der Hafen Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong verzeichnet ein stetiges Wachstum des Handels mit den ASEAN-Staaten. Ausschlaggebend dafür sind der Ausbau der Schiene-See-Intermodalverbindungen, die durch das RCEP-Abkommen entstandenen politischen Vorteile sowie schnellere Zollabfertigungen.
Die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP), das weltweit größte Freihandelsabkommen, ist seit Januar 2022 in Kraft. Es sieht den schrittweisen Abbau der Zölle auf mehr als 90 Prozent der Waren vor, die zwischen den 15 Mitgliedstaaten gehandelt werden.
Nach Angaben des Qingdao-Zollamts belief sich das Handelsvolumen des Hafens mit den ASEAN-Staaten im ersten Halbjahr dieses Jahres auf 255,63 Milliarden Yuan RMB (rund 37,7 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Schiffsexporte legten um 160,9 Prozent zu, die Ausfuhren von Nutzfahrzeugen um 55,1 Prozent. Die Exporte der sogenannten „neuen Drei“ – Elektrofahrzeuge, Photovoltaikprodukte und Lithium-Ionen-Batterien – stiegen sogar um 163,5 Prozent.
Im Schiene-See-Intermodalzentrum arbeiten die Disponenten mit hohem Tempo daran, Fracht aus ganz China termingerecht für internationale Schiffsabfahrten bereitzustellen.
„Alle Container dieses Zuges sind Eilaufträge für die morgige Schiffsabfahrt um 4 Uhr. Wir müssen sie noch heute in den Hafen bringen und verladen. Seit Beginn meiner Schicht heute Morgen habe ich bereits etwa fünf Züge entladen“, sagte Wang Yifeng, stellvertretender Leiter des Intermodalzentrums.
Der Schiene-See-Intermodalverkehr hat sich zu einer bequemen, zuverlässigen und kostengünstigen Transportlösung entwickelt. Dadurch werden immer mehr Waren aus Binnenstädten wie Zhengzhou und Xi’an über den Hafen Qingdao ins Ausland exportiert.
„Der Hafen Shandong hat 109 Schiene-See-Intermodalstrecken eingerichtet. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 2,453 Millionen TEU an Schiene-See-Intermodalfracht umgeschlagen, ein Plus von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, sagte Dai Xuechao, stellvertretender Manager des Intermodalzentrums.
Das Handelsvolumen Chinas mit den ASEAN-Staaten bei Vorleistungsgütern erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres 2,86 Billionen Yuan RMB. Dies entspricht einem Anstieg von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und macht rund zwei Drittel des bilateralen Handels aus. Das RCEP entfaltet weiterhin seine positiven Effekte, vertieft die Zusammenarbeit in den Lieferketten und fördert den Ausbau der Schifffahrtsverbindungen.
„Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat der Hafen Qingdao fünf neue Direktverbindungen zu ASEAN-Staaten eröffnet. Damit stieg die Gesamtzahl der ASEAN-Schifffahrtsrouten auf mehr als 50. Inzwischen bestehen hochfrequente wöchentliche Direktverbindungen zu den wichtigsten Häfen in Vietnam, Thailand, Indonesien und Malaysia. In Spitzenzeiten fertigen wir an einem einzigen Tag fünf bis sechs Schiffsanläufe auf Südostasien-Routen ab“, sagte Ban Zhengqi, Planungsleiter der Betriebsabteilung des Qianwan-Containerterminals im Hafen Qingdao.
Das dem Qingdao-Zoll unterstellte Zollamt Huangdao hat den Inspektionsprozess vorverlegt, um die Wartezeiten für Frischwaren wie gefrorenes Durian-Fruchtfleisch und Meeresfrüchte zu verkürzen. Die Scan-Kontrollen erfolgen nun bereits während des Entladens und der Zusammenstellung der Container, wodurch die Zollabfertigung beschleunigt wird.
„Für tropische Früchte und frische Agrarprodukte aus den ASEAN-Staaten hat der Zoll einen grünen Kanal eingerichtet. Dieser umfasst eine vorrangige Dokumentenprüfung, bevorzugte Inspektionen und beschleunigte Laboruntersuchungen, um die Abfertigungszeiten für frische Waren so kurz wie möglich zu halten“, sagte Zollbeamter Yu Ting.











