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Rekord im Spezialschiffbau

Chinesische Werft liefert weltweit größten Flachwasser-Selbstentlader aus

german.china.org.cn  |  
22.07.2026

Der chinesische Schiffbaukonzern CSSC hat ein Spezialschiff an Rio Tinto übergeben. Der Selbstentlader soll gleich drei Rekorde setzen und die Logistik des Simandou-Eisenerzprojekts in Westafrika stärken.

Der weltweit größte Schiffbaukonzern, die China State Shipbuilding Corporation (CSSC), lieferte den Selbstentlade-Schüttgutfrachter am Dienstag an den internationalen Bergbauriesen aus. Das Spezialschiff mit dem Namen Wontanara hat eine Tragfähigkeit von 41.800 Tonnen und wurde speziell für den Einsatz vor der westafrikanischen Küste entworfen. In seiner Größenklasse setzt der Neubau gleich drei neue Maßstäbe. Nach Angaben des Unternehmens ist es das weltweit größte und schnellste flachwassertaugliche Umschlag-Selbstentladeschiff, das jemals gebaut wurde, und das erste Schiff dieser Tonnage mit Doppelendbetrieb.

Ein Selbstentlader kann seine Ladung mit integrierten bordeigenen Förder- und Kransystemen eigenständig löschen. Zusätzliche Infrastruktur am Hafen, wie etwa landseitige Verladekrane, Greifer oder externe Förderbandanlagen, wird dadurch überflüssig. Die auf der Chengxi-Werft im ostchinesischen Yangzhou fertiggestellte Wontanara ist 215 Meter lang, 42 Meter breit und weist eine Seitenhöhe von 14,5 Metern auf. Ihr Laderaumvolumen beträgt 29.000 Kubikmeter. Das Schiff mit einem modernen diesel-elektrischen Gesamtantrieb absolvierte zwischen Ende Juni und Anfang Juli erfolgreich eine zwölftägige Testfahrt im Ostchinesischen Meer.

Laut einer offiziellen Stellungnahme der CSSC markiert die Fertigstellung einen entscheidenden Schritt im Wandel Chinas vom einstigen Nachzügler zum globalen Technologieführer im Segment hochmoderner Spezial-Umschlagsschiffe. Zhang Xinlong, General Manager der CSSC Chengxi Shipyard, betonte, dass Rio Tinto insgesamt fünf Bauaufträge für diese Spezialklasse erteilt habe, wobei die Wontanara das Erstlingsschiff darstelle. Der Baubeginn erfolgte im Mai vergangenen Jahres; die kurze Bauzeit von nur 14 Monaten unterstreiche die hohe Forschungs- und Produktionskompetenz der Werft. Zudem zeichne sich der Neubau durch einen extrem hohen Automatisierungsgrad aus, wodurch das Schiff mit einer sehr kleinen Besatzung betrieben werden kann: Sämtliche Manöver könnten beispielsweise von einer einzelnen Person am Fahrstand über wenige Steuerhebel ausgeführt werden.

Das zweite Schiff der Serie soll voraussichtlich im Oktober ausgeliefert werden. Die Übergabe aller fünf Einheiten ist bis zum kommenden Sommer geplant. Die Schiffe sollen vor der Küste Guineas als Teil der Logistikkette für das Simandou-Projekt eingesetzt werden. Simandou gilt als eines der größten Eisenerzprojekte der Welt und soll mit neuer Hafen- und Transportinfrastruktur die Versorgung der Stahlindustrie langfristig prägen.

Jiang Minghua, Chefkonstrukteur der Wontanara, zufolge erreicht das Schiff mit zwei unabhängigen Hebesystemen eine kombinierte Entladeleistung von 12.000 Tonnen pro Stunde. Der bisherige Rekordhalter – ebenfalls ein von der Chengxi-Werft umgebautes Selbstentladeschiff – erreicht eine Entladeleistung von etwa 7.000 Tonnen pro Stunde. Um die Dimension zu verdeutlichen: Eine Ladung von 41.800 Tonnen Eisenerz würde knapp 700 Standard- Güterwagen füllen, was einer Zuglänge von über sieben Kilometern entspricht. Die Wontanara kann diese gewaltige Frachtmenge in unter 3,5 Stunden vollständig löschen.

Im Rund-um-die-Uhr-Betrieb können die fünf Spezialschiffe den kompletten Umschlag und die Beladung eines 200.000-Tonnen-Erzfrachters innerhalb von nur 24 Stunden abschließen. Dies minimiert die teuren Liege- und Ankerzeiten der großen Transportschiffe erheblich und steigert die Gesamteffizienz der Mine nachhaltig.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Spezialschiffbau,Flachwasser-Selbstentlader,CSSC