Ausländische Investoren setzen verstärkt auf Chinas Hightech-Industrien
Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in China haben im ersten Halbjahr ein stabiles Wachstum verzeichnet. Immer mehr ausländische Investoren erkennen das Potenzial der innovationsgetriebenen Entwicklungsstrategie des Landes und wollen ihre Investitionen in Chinas Hightech-Industrien weiter ausbauen.
Dieser Trend zeigt sich besonders deutlich in Taicang, einer kreisfreien Stadt in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, die nur etwa eine Autostunde nördlich von Shanghai liegt.
Im Laufe der Jahre hat sich Taicang in China den Ruf als „Heimat der deutschen Unternehmen“ erworben, nachdem sich die Stadt zu einem unerwarteten Zentrum für Hunderte deutscher Unternehmen und Tausende deutscher Beschäftigter entwickelt hat.
Mit einer Bevölkerung von weniger als einer Million Einwohnern beherbergt die an der Jangtse-Mündung gelegene Stadt heute mehr als 1.800 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Deren reinvestierte Gewinne stiegen von Januar bis Juni um 69 Prozent.
Um an diese positive Entwicklung anzuknüpfen, veranstaltet die Stadtverwaltung regelmäßig Austauschveranstaltungen. Sie bieten ausländischen und einheimischen Unternehmen eine Plattform, um sich über Branchentrends auszutauschen und neue Partnerschaften aufzubauen.
„Wir beobachten Chinas Branchen für neue Energien, Energiespeicherung und Solarenergie sehr aufmerksam. Neben dem Ausbau unseres Geschäfts in den bestehenden Märkten sehen wir auch enorme Chancen in Industriezweigen, in denen wir bislang noch nicht tätig sind“, sagte Wang Hao, Direktor des Produktionsstandorts der deutschen Weber Group in Taicang.
Die Ziele des 15. Fünfjahresplans Chinas (2026–2030), der die Entwicklungsschwerpunkte des Landes für die kommenden Jahre festlegt, legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung technologischer und industrieller Innovationen – ein Bereich, den viele Unternehmen erschließen möchten.
„Unser Stammsitz in Deutschland hat uns beauftragt, unsere Geschäftsentwicklung an den neuesten Fünfjahresplan Chinas anzupassen – beispielsweise im Bereich der Rechenzentren“, sagte Li Huaizhou, Geschäftsführer der Innomatec China Test- und Sonderanlagen (Taicang) GmbH, einer Tochtergesellschaft des deutschen Herstellers von Dichtheitsprüfgeräten Innomatec.
Unterdessen reinvestierte das deutsche Unternehmen Bürkle, das als „Hidden Champion“ im Bereich von Laminieranlagen für die Leiterplattenproduktion gilt, im ersten Halbjahr fünf Millionen US-Dollar seiner Gewinne. Damit sollen die Produktionskapazitäten erweitert und automatisierte Fertigungslinien modernisiert werden, um der stark steigenden Nachfrage nach KI-Servern und Rechenzentren in ganz China gerecht zu werden.
„China ist nicht nur einer unserer größten Märkte, sondern auch einer unserer wichtigsten Innovationspartner. Ein Großteil der modernen Innovationen wird heute hier in China entwickelt oder geprägt“, sagte Benedikt Wagner, Geschäftsführer von Bürkle Machinery Taicang.
Ein weiteres Zeichen für das wachsende Engagement ausländischer Unternehmen ist die jüngste Eröffnung des chinesischen Hauptsitzes des US-amerikanischen Nutzfahrzeugzulieferers Commercial Vehicle Group (CVG) in Taicang. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern intelligenter Fahrzeuge weiter auszubauen.
„Unsere Präsenz hier steht gewissermaßen an der Spitze unserer globalen Strategie. Sie hilft uns, Innovationen zu unseren Kunden zu bringen und zugleich weiter in den Ausbau unserer Produktionsstandorte sowie unserer Präsenz in Asien zu investieren“, sagte Russell Ketteringham, Präsident des Geschäftsbereichs Global Seating bei CVG.
Während Unternehmen mit ausländischer Beteiligung ihre Integration in Chinas industrielle Modernisierung und innovationsgetriebenes Wachstum weiter vertiefen, unterstützen die lokalen Behörden diesen Prozess aktiv. Sie fördern die Vernetzung mit einheimischen Unternehmen, um weitere ausländisch finanzierte Projekte anzuziehen und konkrete Ergebnisse zu erzielen.
„Wir arbeiten kontinuierlich daran, ein leistungsfähiges Dienstleistungsökosystem für ausländische Unternehmen aufzubauen, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen mit ausländischer Beteiligung und privaten chinesischen Unternehmen entlang der Industrie- und Lieferketten zu fördern und ausländischen Unternehmen dabei zu helfen, neue Chancen in diesen Wertschöpfungs- und Lieferketten zu erkennen und zu nutzen. So wollen wir durch neue Entwicklungen auch neue Investitionen anstoßen. Mit einem attraktiven Geschäftsumfeld und umfassenden Unterstützungsleistungen hoffen wir, dass noch mehr ausländische Unternehmen nach Taicang kommen, sich dort langfristig etablieren und erfolgreich entwickeln werden“, sagte Zhang Luoyin, stellvertretender Direktor des China-Deutschland-Büros des Verwaltungsausschusses der Taicang High-Tech-Zone.











