Japans neues Verteidigungsweißbuch legt Grundstein für militärische Expansion
Das japanische Verteidigungsministerium hat am Dienstag das Weißbuch „Verteidigung Japans 2026“ veröffentlicht. Darin wird erneut ein „zunehmend schwieriges“ sicherheitspolitisches Umfeld in der Region dargestellt. Dieser Schritt gilt als Vorbereitung auf die Überarbeitung der drei zentralen Sicherheitsdokumente Japans bis Ende dieses Jahres und auf eine weitere Beschleunigung seiner militärischen Aufrüstung.
Der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi legte das Weißbuch am gleichen Tag dem Kabinett vor. Das Dokument hält an den Formulierungen der Ausgabe von 2025 fest und behauptet, die internationale Gemeinschaft stehe vor der größten Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und sei in ein „neues Zeitalter der Krise“ eingetreten.
Der rund 600 Seiten umfassende Bericht bezeichnet China erneut als Japans „größte strategische Herausforderung aller Zeiten“. Dabei übt er unbegründete Kritik, stellt die regulären militärischen Aktivitäten Chinas und dessen legitime Entwicklung im Bereich der Landesverteidigung bewusst übertrieben dar sowie verzerrt die notwendigen Maßnahmen des chinesischen Militärs zum Schutz der nationalen Souveränität und territorialen Integrität.
Das Weißbuch legt zudem die von der Regierung der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi verfolgte Sicherheitspolitik dar. Im März stationierte Japan in der Präfektur Kumamoto seine landgestützte Anti-Schiff-Rakete vom Typ 25. Mit einer auf 1.000 Kilometer erweiterten Reichweite geht die Rakete weit über die Anforderungen der territorialen Verteidigung hinaus und verfügt über deutliche Offensivfähigkeiten. Dies markiert Japans erste Stationierung von Langstreckenraketen mit „Gegenangriffsfähigkeiten“.
Dem Weißbuch zufolge will Japan diese Fähigkeiten weiter ausbauen, unter anderem durch die Entwicklung luft- und schiffsgestützter Varianten der Typ-25-Rakete, die Förderung der Forschung an Hyperschallraketen sowie die Einführung ausländischer weitreichender Abstandswaffen.
Analysten zufolge versucht die japanische Regierung, durch die Betonung regionaler Sicherheitsbedrohungen sowie die Hervorhebung der Umgestaltung von Kampfsystemen und des Ausbaus der Verteidigungsindustrie in ihrem neuen Weißbuch den Weg für eine Überarbeitung der drei zentralen Sicherheitsdokumente bis Ende dieses Jahres zu bereiten und die militärische Expansion Japans weiter voranzutreiben.











